Dieses Jahr droht den VBL ein 10-Millionen-Verlust
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Die VBL freut sich über ihr «Danke»-Signal. (Bild: zvg)

Im letzten Jahr liefs dagegen rund Dieses Jahr droht den VBL ein 10-Millionen-Verlust

4 min Lesezeit 1 Kommentar 08.05.2020, 14:22 Uhr

Als Konzerngesellschaft kann VBL auch 2019 auf ein sehr erfreuliches Jahr zurückblicken. Die Konzernrechnung schliesst mit einem Jahresgewinn von 6,7 Mio. Franken ab. Für das laufende Jahr sieht es jedoch schlecht aus.

Im Geschäftsjahr 2019 hat der VBL-Konzern eine starke Zunahme des Umsatzes um rund 8,6 Mio. Franken auf 100,7 Mio. Franken verzeichnen können. Der Konzerngewinn 2019 in der Höhe von 6,7 Mio. Franken habe primär aufgrund der guten Resultate in allen Tochtergesellschaften erzielt werden können. Die Gründe:

  • Im Bereich des konzessionierten und bestellten öV waren die Verkehrseinnahmen um 4,6 Mio. Franken höher.
  • Insgesamt war der Ertrag aus Leistungen 3,6 Mio. Franken höher. Da- von sind 2,4 Mio. Franken höhere Leistungen aus dem Bahnersatz- und rund 0,4 Mio. Franken aus dem Reisebus-Geschäft.
  • Es mussten auf Autobussen und dem alten Vertriebssystem S-POS rund 1,6 Mio. Franken weniger Abschreibungen vorgenommen wer- den.

Erstmals über 51 Mio. Fahrgäste transportiert

Im Jahr 2019 verzeichneten die VBL auf den vom Verkehrsverbund Luzern (VVL) bestellten Linien ein Total von 48,7 Millionen Fahrgästen, was einem Zuwachs von knapp einer Million Fahrgästen (+2,02 Prozent) gegenüber dem Vorjahr entspreche, wie das Unternehmen mitteilt. Zusammen mit den Nebengeschäften wie dem Tellbus, Nachtstern und der Thepra AG, Stans erreichte die VBL-Gruppe erstmals in der Geschichte ein Gesamttotal von über 51 Millionen Passagieren.

Verlängerung der Linie 1 und neues Zweitdepot in Root

Das Angebot auf den VBL-Linien wurde per Fahrplanwechsel 2019/2020 ausgebaut, insbesondere im Rontal. Mit der Inbetriebnahme der verlängerten Trolleybuslinie 1 nach Ebikon Fildern (Mall of Switzerland) habe ein langjähriges Projekt erfolgreich abgeschlossen werden können.

Ebenfalls wichtig im Jahr 2019 war die Inbetriebnahme des neuen Zweitdepots in Root mit Platz für die Parkierung von 27 Bussen. Und dann gab es offenbar die kleinen Freuden: «Auch die Einführung des Danke-Knopfes im vergangenen Herbst war ein lang ersehntes Highlight.» Der Danke-Knopf kann von unseren Fahrdienstmitarbeitenden betätigt werden, wenn ihnen andere Verkehrsteilnehmende aus einer Haltestellenbucht die Vorfahrt gewähren.

Kundenzufriedenheit hat sich verbessert

Mehr als 500 Mitarbeiter standen im Berichtsjahr bei VBL im Einsatz. Im März 2019 wurden die Ergebnisse der neuen Kundenzufriedenheits-Umfrage des Verkehrsverbundes Luzern VVL bekannt. VBL schloss mit drei Punkten (von 74 auf 77 Punkte) besser ab als in der vorherigen Befragung.

VBL setzt zusammen mit dem VVL auf Elektromobilität

Im Bereich des strassengebundenen öV finde ein Wandel vom Dieselbetrieb zur Elektromobilität statt. Mit dem Trolleybus betreibt das Unternehmen bereits rein elektrische Linien.

In Zukunft werden oberleitungslose elektrische Antriebarten wie Elektrobusse an Bedeutung gewinnen. Hier entwickle man das Konzept der Elektromobilität in enger Abstimmung mit dem öV-Besteller (VVL) weiter.

«Alle Bemühungen zielen darauf ab, unseren Beitrag zum Klimaschutz und zur Reduktion der CO2-Emissionen zu leisten», so die VBL. Anfang dieses Jahres entschied der VVL, dass VBL ab Ende 2021 auf der Linie 10 (Luzern Bahnhof – Obergütsch) erstmals einen Depotlader-Batteriebus einsetzen wird.

Man will politische Vorgänge abwarten

Auf Antrag der Geschäftsleitung hat der Verwaltungsrat der VBL AG An- fang März entschieden, dem Verkehrsverbund Luzern (VVL) einmalig rund 16 Millionen Franken zu zahlen, wenn die Stadt Luzern als Eignerin dazu ihr Einverständnis erteile.

Mit dieser Vorgehensweise wolle VBL möglichst eine rechtliche Auseinandersetzung vermeiden und das gute Einvernehmen mit dem VVL wahren.

Im vergangenen Monat fanden zwischen Stadt und VBL sowie zwischen VVL und VBL verschiedene Gespräche statt. Das Kantonsparlament sowie die Geschäftsprüfungskommission des Stadtparlaments werden sich diesen Monat mit der Angelegenheit befassen, diese politischen Vorgänge gelte es abzuwarten.

Zudem hat der Regierungsrat die kantonale Finanzkontrolle beauftragt, die vom VVL veranlassten Massnahmen und den Inhalt einer vorgesehenen Vereinbarung zwischen VVL und VBL zu überprüfen.

In Absprache mit der Revisionsgesellschaft der VBL wurde im Berichtsjahr 2019 jedoch vorsorglich eine Rückstellung in der Höhe von 16 Millionen Franken gemacht.

Corona-Krise wird VBL-Rechnung 2020 stark belasten

Die aktuelle Corona-Krise werde zwar das Berichtsjahr 2020 belasten, Fragen rund um die finanziellen Einbussen seien allgegenwärtig. Aktuell müsse davon ausgegangen werden, dass die VBL im Jahr 2020 einen Verlust von bis zu 10 Millionen Franken erleiden werden.

«Für den Monat April blieben die Verkehrseinnahmen beispielsweise fast komplett aus», so das Unternehmen. Die Verkaufsstellen seien mehrere Wochen lang geschlossen worden, die VBL-Fahrschule sei eingestellt.

Der Nachtstern bleibe bis auf weiteres eingestellt und das Reisebusgeschäft sei weiterhin stark reduziert. Wie und wann sich die Lage im öffentlichen Verkehr entspannen werde und die Fahrgäste wieder auf den öV setzen, sei momentan ungewiss.

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1 Kommentare
  1. Näf Walter, 08.05.2020, 19:44 Uhr

    Von Herrn Schmassman schon lange nichts mehr gehört. Gut es gibt keine Güpliveranstaltungen mehr😁

Die zentralplus Redaktion wünscht Dir einen schönen Tag!

Wir möchten einfach kurz Danke sagen. Danke, dass du zentralplus liest.