Ivo Romer: Klassischer Betrüger oder Justizopfer?
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Ivo Romer soll nach dem Willen der Zuger Staatsanwaltschaft sechs Jahre und zehn Monate hinter Gitter. (Bild: Archiv)

Strafgericht Zug: Urteil erwartet Ivo Romer: Klassischer Betrüger oder Justizopfer?

2 min Lesezeit 06.02.2017, 18:15 Uhr

Das Zuger Strafgericht gibt am Dienstag sein Urteil im Prozess gegen den ehemaligen FDP-Stadtrat Ivo Romer bekannt. Die Staatsanwaltschaft verlangte am Prozess 2016 eine unbedingte Gefängnisstrafe von fast sieben Jahren. Sein Anwalt will einen Freispruch erwirken.

Am Dienstag um 9.30 Uhr wird das Gericht sein gefälltes Urteil im Gerichtsfall Romer mündlich bekannt geben. Die sogenannte «Urteilseröffnung» ist öffentlich. Weil die Plätze beschränkt sind, wurde um vorzeitige Anmeldung gebeten.

Dem Ex-Magistraten wird vorgeworfen, das Vertrauen der reichen Witwe Alice Erika de Beaufort-Bubeck, die ihren späten Lebensabend in Zug verbrachte, gewonnen und deren Vermögen hinter ihrem Rücken systematisch für sich abgezweigt zu haben (zentralplus berichtete). Im September 2011 verstarb die Millionärin, im April 2012 wurde von ihren Nachkommen Strafanzeige eingereicht. Nachdem die «Weltwoche» die Vorwürfe publik gemacht hatte, trat Ivo Romer umgehend von seinem Amt zurück.

Vermögen und Stiftungsgeld weg

Rund 3,8 Millionen Franken sollen gemäss der Anklage über verworrene Tarngeschäfte und fiktive Personen an Romers Firma Fidustra geflossen sein. Weiter soll der Ex-Politiker eine Familien-Stiftung deliktisch geführt und dort weitere drei Millionen Franken vernichtet haben. Die Vorwürfe an Ivo Romer lauten auf Veruntreuung, ungetreue Geschäftsbesorgung, Betrug, Urkundenfälschung und Geldwäscherei. Bis zu einem Urteil gilt die Unschuldsvermutung. Die Anklage forderte am Prozess im Sommer 2016 eine unbedingte Gefängnisstrafe von sechs Jahren und zehn Monaten.

Der Beschuldigte sieht sich als Justizopfer, sein Zuger Anwalt Matthys Hausheer forderte am Prozess einen Freispruch. Sein Mandant habe immer nur den Willen der Frau ausgeführt. Diese habe ihren fünf Kindern nichts hinterlassen wollen. Hausheer prangerte auch die angebliche Vorverurteilung durch die Medien an.

Mit dem Geld soll der damalige Stadtrat sich einen luxuriösen Lebensstil finanziert haben, den er sich ansonsten nicht hätte leisten können, zudem betätigte er sich als Sponsor des EVZ und unterstützte Sport-Veranstaltungen.

zentralplus wird über die für die Stadt Zug wichtige Urteilseröffnung am Dienstag berichten und Sie auf dem Laufenden halten.

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