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Ist der Gemeinderat zu lieb mit der Mall of Switzerland?
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Diesen Donnerstag fand eine Medienkonferenz zum «localcity» statt. (Bild: zvg)

Offener Brief der SP Ebikon Ist der Gemeinderat zu lieb mit der Mall of Switzerland?

3 min Lesezeit 01.06.2017, 22:19 Uhr

In einem offenen Brief wendet sich die Ebikoner SP mit einer Reihe von Fragen an den Gemeinderat. Die Gefahr bestehe, dass man sich in einer geplanter Publikation zu stark für die Interessen der Mall of Switzerland einsetzen würde. Eine solche Haltung könne «politisch heikel» sein.

Am 6. Juni wird die Publikation «localcity» mit einer Auflage von 40’000 Exemplaren an alle Haushalte der sieben Gemeinden in Luzern Ost verteilt – diesen Donnerstag fand die Medienkonferenz dazu statt. Das Magazin soll umfassend über die zahlreichen wirtschaftlichen und strukturellen Veränderungen im Gebiet berichten. Entstanden ist das Projekt vor allem durch den Einsatz der Gemeinde Ebikon, als Gemeindepartner sind ebenfalls Buchrain, Dierikon, Gisikon, Honau, Inwil und Root mit dabei. Die Partner des Magazins sind der Gemeindeverband LuzernPlus sowie das Gebietsmanagement LuzernOst, die Mall of Switzerland und die Genossenschaft MigrosLuzern. Hinzu kommen diverse Themenpartner, darunter auch der Kanton Luzern.

Eine Partnerschaft und damit eine zu unkritische Haltung gegenüber der Mall of Switzerland, sieht die SP Ebikon allerdings als problematisch. In einem Schreiben konfrontiert sie den Gemeinderat mit den Befürchtungen und stellt Fragen.

Offener Brief der SP Ebikon

Gemäss Impressum, so eröffnet die SP ihren Brief, werde das «localcity» im Auftrag der Gemeinde Ebikon produziert. Dies würde eine Reihe von Fragen aufwerfen. «Die Publikation erweckt den Anschein, als ob sich die Gemeinde hauptsächlich für die Interessen der Mall of Switzerland (MoS) einspannen lässt», so die SP im Schreiben weiter. Sie würden darum befürchten, «dass der Gemeinderat Ebikon zunehmend eine unkritische Haltung gegenüber der MoS und deren rein wirtschaftlichen Interessen einnimmt.» Das sei politisch heikel.

Weiter stellt die Partei dem Gemeinderat 10 Fragen zur Publikation. Unter anderem geht es um die Kosten des Projekts und deren Verteilung, insbesondere um den Kostenanteil der Gemeinde Ebikon. Auch, ob die Leser Information und PR unterscheiden könnten, möchte die Ebikoner SP gerne wissen.

Gemeinderat will mit Statement noch warten

Auf Anfrage von zentralplus sagt Gemeindepräsident Daniel Gasser dazu: «Das Magazin erscheint am 6. Juni 2017 in allen Haushaltungen der sieben Luzern-Ost-Gemeinden sowie in allen angrenzenden Gemeinden. Als Vorinformation zur Veröffentlichung haben wir mit der Medienmitteilung eine 9-seitige digitale Vorschau mitgeliefert. Das gesamte Magazin umfasst 68 Seiten in Print und beleuchtet die Entwicklung in Luzern Ost für das Wohnen, Arbeiten und Zusammenleben», so Gasser. «Den offenen Brief werden wir im Gemeinderat behandeln, nachdem der Versand erfolgt ist und hoffentlich viele Interessierte das Magazin gelesen haben.»

Willkommenes Projekt für die Mall of Switzerland

Klarer Stellung dazu bezieht hingegen Werner Schaeppi, Kommunikationsverantwortlicher für die Mall of Switzerland. Und erklärt, dass die Gemeinde auf die Verantwortlichen zugegangen sei: «Wir sind von der Gemeinde Ebikon kontaktiert worden. Sie haben das Projekt vorgestellt und uns angefragt, ob wir mitmachen wollen – da die Mall of Switzerland ja auch ein grosses Event in der Region ist.» Im Grunde sei das eine bezahlte Reportage. Man habe gut zusammengearbeitet, und es sei seitens der Gemeinde auch gezielt nach Inputs gefragt worden. Die von der SP Ebikon formulierte Kritik weist Schaeppi somit ab.

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