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Ist das Luzerner Kantonsspital Opfer eines Sparprogramms?
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Der Neubau des Luzerner Kantonsspitals. (Bild: zvg)

Luks lagert Operationen aus Ist das Luzerner Kantonsspital Opfer eines Sparprogramms?

2 min Lesezeit 1 Kommentar 19.11.2019, 06:52 Uhr

Im Zentrum für Intensivmedizin des Luks sind zwei der drei Kaderärzte ausgefallen. Auch ein Oberarzt ist zurzeit nicht Arbeitsfähig, eine weitere Stelle ist nicht besetzt.

Notstand im Luzerner Kantonsspital Luks: Das Spital teilte am vergangenen Freitag mit, dass per sofort bestimmte Eingriffe verschoben, oder die Patienten an anderen Standorten des Luks oder in weiteren Spitälern behandelt werden.

Zurzeit sind nur 11 der 22 Betten im Zentrum für Intensivmedizin in Betrieb. Laut Recherchen der «Luzerner Zeitung» müssen nun pro Woche 45 Eingriffe verschoben oder in ein anderes Spital verlegt werden. Wie das Spital betone, könnten 95 Prozent aller stationären Operationen wie geplant durchgeführt werden.

Stellenstopp wegen Sparprogram

Wie die Zeitung schreibt, sind die Ereignisse vor dem Hintergrund zu sehen, dass vor zwei Jahren der Bundesrat die Tarife für ambulante Eingriffe gesenkt hat. Dem Luks fielen Einnahmen von 20 Millionen Franken weg. Um anstehende Investitionen tätigen zu können, sei das Luks aber auf einen Gewinn von jährlich 30 bis 40 Millionen Franken angewiesen.

Mit einem Anfang 2019 in Kraft getretenen Sparprogramm sei unter anderem ein Stopp für neue Stellen verhängt worden. Dieser galt vorerst für sechs Monate, wurde im Sommer aber verlängert.

Verband kritisiert Stellenstopp

Während das Luks von «sofortigen Entlastungsmassnahmen» spricht, redet Eric Vultier gegenüber der Zeitung von einem «Notszenario». Vultier ist Leiter derGeschäftsstelle der Zentralschweizer Sektion des Verbands Schweizerischer Assistenz- und Oberärztinnen und -ärzte. Er findet die Situation «ziemlich alarmierend».

Und weiter: «Durch den per Anfang 2019 verordneten Stellenstopp hat das Spital zu wenig Luft, um zu reagieren und diesen zusätzlichen Druck aufzufangen.» Dieses Problem betreffe das gesamte Spital.

Der Verband begrüsst die Sofortmassnahmen des Luks, das Zentrum für Intensivmedizin durch die Schliessung von Betten und die Verlagerung von Operationen zu entlasten. Allerdings brauche es nun eine nachhaltige Entlastung des Personals. Für Vultier ist klar, dass der Stellenstopp nicht haltbar ist»

Das Luks bestreitet, dass der Personalengpass in einem Zusammenhang mit den Sparmassnahmen und dem Stellenstopp steht. Man spricht von einer «ausserordentlichen Extremsituation». Erschwerend komme hinzu, dass gerade in der Intensivmedizin schweiz- und europaweit Spezialisten fehlen würden.

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1 Kommentare
  1. Laura Spring, 19.11.2019, 14:58 Uhr

    Die Spezialist*innen in der Intensivmedizin fehlen schweiz-und EU weit weil die Ausbildung sehr streng ist und mehrere Spezialisierungen und extrem anspruchsvollen Arbeitsbedingungen absolviert werden müssen. Danach warten weiterhin sehr harte Anforderungen. Das schreckt viele junge Mediziner*innen ab, auch wenn sie genügend Begabung und Interesse mitbringen würde. Es hat unter den Intensivmediziner*innen am meisten Burn-outs verglichen mit allen anderen Mediziner*innen. Dabei retten uns diese Leute das Leben. Ich wünsche mir Spitalleitungen und Politiker*innen die da genau hinsehen!