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FCL-Trainingsauftakt mit Trainer-Knall Ist Babbel der richtige Mann für den Abstiegskampf?

2 min Lesezeit 03.01.2018, 19:00 Uhr

Spätestens im Sommer hört Markus Babbel als Trainer des FC Luzern auf. Bis dahin muss er versuchen, das Abstiegsgespenst aus Luzern zu vertreiben. Wenn er denn noch darf.

Das neue Jahr ist keine drei Tage alt, schon sorgt der FC Luzern wieder für gewaltigen Zündstoff. Coach Markus Babbel hat genug – er wird den Verein im Sommer verlassen (zentralplus berichtete). Spätestens. Gut möglich, dass man ihn bereits vorher freistellt und mit einem neuen Coach in die Zukunft geht. Mit U21-Coach Gerardo Seoane stünde ein passender Mann zur Stelle.

Manch einer war überrascht, als Babbel vor über drei Jahren in die Innerschweiz kam. Er wolle nur seine Bundesliga-Karriere neu lancieren, hiess es. Die Verantwortlichen beim FCL damals hiessen noch Alex Frei und Ruedi Stäger. Nebst Frei hatte Babbel auch mit den Sportchefs Rolf Fringer und Remo Gaugler zu tun – und zuletzt mit Remo Meyer. Neuer Präsident ist seit über einem Jahr Marcel Kälin. Die einzige Konstante im «Haifischbecken FCL»: Markus Babbel.

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Nun nimmt sein Engagement also spätestens in sechs Monaten ein Ende. Babbel schliesst eine Verlängerung seines Vertrages aus. Und bei der Ankündigung seines Weggangs lässt er kein gutes Haar am Verein. Insbesondere CEO Marcel Kälin bekommt sein Fett weg. Über ein Dutzend Mitarbeiter hat seit seinem Amtsantritt die Geschäftsstelle verlassen. Kälin hat den klaren Auftrag, den Verein auf Vordermann zu bringen. Und wo gehobelt wird, fallen bekanntlich Späne. Doch ein Exodus in diesem Ausmass wirft Fragen auf.

Dienstältester Super-League-Trainer

Nun also auch der Cheftrainer. Die Frage drängt sich auf: Hat man mit Babbel nicht den Falschen vergrault? Der Bayer gilt als guter Kommunikator und hat dem FCL ein Stück Glamour gebracht. Seine langjährige Erfahrung als Spieler in Deutschland und England und als Bundesliga-Trainer brachten ihm Respekt und Ansehen. Seine Gradlinigkeit wird künftig fehlen. Dass der Trainer des FC Luzern je der Dienstälteste der Super League sein wird, war in den Jahren vorher undenkbar.

Mit Babbels angekündigtem Abgang nimmt der Druck auf die Verantwortlichen zu. Der Club befindet sich mitten im Abstiegskampf. Ist da ein Trainer, dessen persönliches Schicksal nicht von der sportlichen Leistung abhängt, noch der richtige Mann? Diese Frage gilt es vor dem Trainingslager zu beantworten. Ein Wechsel während der laufenden Rückrunde wäre die schlechteste Lösung. 

Übrigens: Schon einmal hat Markus Babbel im Winter angekündigt, seinen auslaufenden Vertrag im Sommer nicht verlängern zu wollen. Damals im Dezember 2011 bei Hertha BSC Berlin. Es endete unschön. Die «Süddeutsche» schrieb von einem «aberwitzigen Theater um Lügenbarone» – die Club-Verantwortlichen und Markus Babbel lieferten sich eine wahre Schmierenkomödie. Babbel wurde schlussendlich sofort entlassen.

Nicht auszuschliessen, dass dieses Szenario auch beim FCL eintreten könnte. Oder sogar beide.

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