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Informatikfakultät: Willkommen bei Roche, Porsche und Golfplatz
  • Politik
Hier auf dem Suurstoffi-Areal in Rotkreuz sollen der Informatik-Campus und das Institut für Finanzdienstleistungen hin kommen. (Bild: Printscreen Google Street View )

Auch IFZ zieht nach Rotkreuz Informatikfakultät: Willkommen bei Roche, Porsche und Golfplatz

3 min Lesezeit 02.07.2015, 16:22 Uhr

Der Informatikstandort sowie das Institut für Finanzdienstleistungen kommen nach Rotkreuz. Das hat der Kantonsrat am Donnerstag entschieden. Dies, obwohl sich insbesondere die Stadtzuger Parlamentarier für eine Hochschule in der Stadt Zug starkmachten. Ein Kampf gegen Windmühlen, wie sich herausstellte.

Er nahm es vorweg. Heini Schmid, der Präsident der Kommission für Raumplanung und Umwelt: «Es kann nicht sein, dass wir uns einmischen. Den Standort einzelner Institute festzulegen, ist nicht unsere Aufgabe.» Schmid betont, dass sich seine Kommission stark für den Standort Rotkreuz einsetze.

Die Gegner sehen das  anders. So erklärt Daniel Stadlin von der GLP: «Ich bin überzeugt, dass Rotkreuz als Standort für das Institut für Finanzdienstleistungen (IFZ) falsch ist.» Er fürchtet, dass die Angebote abwandern würden, da «der Standort Rotkreuz dem IFZ seine Daseinsberechtigung nehmen würde». Das heisse, der Erfolg des Instituts wäre damit gefährdet, so Stadlin. Das IFZ, welches insbesondere Fachleuten Weiterbildungen anbieten soll, brauche keinen Campus, «sondern eine Anbindung an den Grossraum Zürich und den Wirtschaftsraum Zug».

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«Was nützt ein Institut am anderen Ende des Kantons?»

Cornelia Stocker, Zuger FDP-Kantonsrätin

Investitionsbeitrag von einer Million gutgeheissen

Nicht nur der Standort Rotkreuz kam am Donnerstag im Kantonsrat durch, auch der geplante Investitionsbeitrag von einer Million Franken wurde vom Parlament durchgewunken. FDP-Kantonsrat Peter Letter betont in seinem Votum: «Nach unserer Beurteilung ist diese Ausgabe als Investition in die Zukunft zu betrachten und unterstreicht, dass der Kanton Zug auch im schwierigeren finanziellen Umfeld ein verlässlicher Partner für zukunftsgerichtete Projekte ist.»

Hier doppelt Cornelia Stocker von der FDP nach. «Was nützt ein Institut am anderen Ende des Kantons?» Sie wundert sich, ob sich überhaupt im gewünschten Masse Leute für die Kurse einschreiben würden. Zur geografischen Lage von Rotkreuz: Von Luzern und Zug dauert die Zugfahrt nach Rotkreuz ungefähr zehn Minuten. Ausserdem verfügt der Ort über einen Autobahnanschluss.

Auch Stefan Gisler von der Alternative-die Grünen findet, die Fachhochschule solle in der Stadt Zug einen Platz haben. «Die Stadt Zug hat nichts verschlafen. Wir wurden einfach nie gehört. Wir hatten nie ernsthafte Chancen auf einen Standort.»

Das Siemensareal als Holzweg

Daraufhin stellt sich Heini Schmid wieder hinters Rednerpult und relativiert: «Die Raumplanungskommission hat sich sogar intensiv mit einem Standort in der Stadt Zug auseinandergesetzt. Abklärungen auf dem Siemensareal, das als Ort vorgeschlagen worden war, haben ergeben, dass man dort auf dem Holzweg ist.» Denn für die Raumplanungskommission sei zentral, dass der ganze Campus auf einem Areal untergebracht sei.

«Es wäre verfehlt, sich die Köpfe deswegen dauerhaft einzurennen, wo doch ein Hochschulstandort gut für die Zuger Wirtschaft und für unser Image wäre.»

Heinz Tännler, Zuger Baudirektor

Der Zuger Baudirektor Heinz Tännler kommt nochmals auf den Boden der Tatsachen zurück: «Es wäre verfehlt, sich die Köpfe deswegen dauerhaft einzurennen, wo doch ein Hochschulstandort gut für die Zuger Wirtschaft und für unser Image wäre.» Ausserdem sei Rotkreuz ein sehr guter Standort. «Das haben schon Roche, Novartis, Komax und Porsche gemerkt. Sogar Golf wird dort drüben gespielt!»

Ob es die Nennung des Porsche-Standorts war oder die des schönen Golfplatzes, der Zuger Kantonsrat stimmt dem Standort Rotkreuz mit satten 70 zu 5 Stimmen zu. Alle weiteren Vorstösse, ob Postulat oder Petition, die sich für den Standort Stadt Zug starkmachten, wurden im Keim erstickt.

 

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