In Zug wird diese Saison länger campiert
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Schweizer Campingplätze waren diese Saison häufig ausgebucht. Im Bild: Zuger Campingplatz im Jahr 2019. (Bild: Zug Tourismus)

Grossansturm auf Campingplätze In Zug wird diese Saison länger campiert

3 min Lesezeit 09.09.2020, 05:00 Uhr

Der Zuger Tourismus lebt seit Jahren von internationalen Gästen. Dieses Jahr blieben sie weitestgehend aus. Stattdessen wurden Campingplätze im Corona-Sommer von Inlandtouristen regelrecht überrollt. Deswegen verlängern sie nun ihre Saison.

Die Tourismusbranche ist seit einigen Monaten stark von der Corona-Pandemie betroffen. In Zug machen internationale Gäste, insbesondere auch Business-Reisende seit Jahren einen grossen Teil aller Touristen aus. In diesem Jahr sanken diese Zahlen frappant, was Zug Tourismus Bauchschmerzen macht.

Renya Heinrich, Geschäftsführerin von Zug Tourismus meint gegenüber zentralplus: «Gerade in der Hotellerie haben wir in Zug nach wie vor eine Belegung von rund 30 Prozent.» Das sei zwar ein immenser Einbruch, so Heinrich. Der Kanton Zug verzeichnet seit Anfang Jahr bis Juli einen Rückgang an Logiernächten von rund 55 Prozent. «Doch in anderen Städten ist der Einbruch noch stärker ausgefallen.»

Zug als beliebtes Reiseziel für Inlandtouristen

Dass Zug landesweit gesehen dennoch nicht die gravierendsten Einbrüche verzeichnet, erklärt sich Heinrich damit, dass Zug durch seine zentrale Lage und den Zugersee und den Ägerisee auch bei Inlandtouristinnen eine grosse Beliebtheit geniesst. «Insbesondere die Campingplätze konnten diesen Sommer eine hohe Belegung feststellen», erklärt sie. Das hänge auch stark mit der Region Zug zusammen, die Vielseitigkeit auf kleinem Raum biete. Schliesslich führen auch bekannte Velorouten wie die «Herzroute» durch den Kanton. Generell sei der Campingtourismus in den vergangenen Jahren im Aufwind.

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So geschehen auch auf den Plätzen des Touring Club Schweiz (TCS). Dieser hat, nach eigenen Angaben, in dieser Saison Rekordzahlen geschrieben: «Wir haben alleine im Juni 112’493 Logiernächte gezählt. Auf dem Zuger Standort sind es bis August knapp 7’200 gewesen», informiert Oliver Grützner, Leiter Tourismus und Freizeit beim TCS. Das sei zwar im Vergleich zu anderen Standorten ein minimaler Rückgang. Das liege aber hauptsächlich an den fehlenden Brückentagen im Frühling und den ausbleibenden Touristen aus dem Ausland.

TCS verlängert Saison auf seinen Plätzen

Aufgrund der hohen Belegungszahlen in dieser Sommersaison und der noch immer vorhandenen Nachfrage entschied sich der TCS dazu, seine Campingplätze für weitere zwei Wochen geöffnet zu lassen. «Gerne möchten wir unsere Plätze auch in den Herbstferien für die Kunden offen halten», erzählt Grützner weiter.

Gerade weil die Saisoneröffnung in diesem Jahr erst am 6. Juni stattgefunden habe, könnte diese Verlängerung nun eine kompensierende Wirkung auf den Umsatz der Campingplätze haben.

Betrieb trotz Herbstwetter geplant

Was aber, wenn das Herbstwetter einen Strich durch diese Rechnung macht? «Wir fahren personaltechnisch mit einem kleinen Team. Dieses können wir mit weiteren Arbeitskräften, die auf Stundenbasis arbeiten, erweitern. Dies lässt eine notwendige dynamische Anpassung der Ressourcen zu», so Grützner.

Der TCS will aber an seinen Öffnungszeiten festhalten – unabhängig vom Wetter. Insbesondere weil der TCS auch Stellplätze für Wohnwagen und -mobile und beheizte Glampingplätze anbietet, erwarten sie auch im Herbst relativ hohe Besucherzahlen.

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