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In Zug wird das Mittelalter salonfähig
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Am Mittelaltermarkt in Zug kam keiner der fünf Sinne zu kurz. (Bild: Raphael Baumann)

Ein Schmaus für alle Sinne In Zug wird das Mittelalter salonfähig

4 min Lesezeit 26.09.2015, 18:48 Uhr

Wie das wohl war, damals, als die Habsburger Zug besiedelten? Was man damals wohl ass und womit man sich 1315 in Morgarten die Köpfe einschlug? Am Mittelaltermarkt in Zug findet man Antworten auf diese Fragen. Mit verschiedenen Verkaufsständen, traditionellem Handwerk sowie Speis und Trank wird die Altstadt dieses Wochenende zum Treffpunkt für Händler, Pilgerer, Familien und Mittelalter-Freaks.

Fast schon perfekt passen die verschiedenen Handelszelte in die Zuger Altstadtumgebung. Würde man nicht auf modern angezogene Menschen treffen, fühlte man sich – schwupps – ins Mittelalter zurück versetzt. Die Gedanken an die Moderne verschwinden in dieser Nostalgie aus altertümlich gesprochenem Wort, dem Geruch von prasselnden Kaminfeuern und den Klängen aus einer Okarina, einer altertümlichen Flöte.

Ob sie als Besucher nur umschauen, etwas essen, an den Spielen beteiligen oder sich an traditionellem Schmuck bereichern möchten, hier am Mittelaltermarkt in Zug finden sie es.

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Sich wie ein Ritter in Rüstung fühlen

Das Schlossmuseum der Altstadt Zug bietet im Rahmen des Mittelaltermarktes eine Besonderheit an. Hier können sich Besucher für einmal in eine originalgetreue Nachbildung einer Kampfrüstung zwängen. Einer nach dem anderen kann das unvorstellbare Gewicht eines solchen Panzers auf seinen Schultern spüren. Der Selbsttest zeigt: So lustig ist das gar nicht.

Wer will einmal Ritter sein?

Wer will einmal Ritter sein?

(Bild: Raphael Baumann)

Im Gegenteil, es ist vielmehr ein erdrückendes Gefühl. Denn durch das unbiegsame Metall fällt das Atmen schwer, ausserdem zieht einen die Schwerkraft gnadenlos Richtung Boden, während der Helm einem nur einen Tunnelblick gewährt. Einen oder mehrere Tage in so einer Rüstung zu verbringen ist kaum vorstellbar. Geschweige denn ein Pferd zu satteln und in die Schlacht zu reiten.

Was darf es sein? Schwert oder Axt?

Natürlich dürfen auf dem Markt auch die verschiedenen Waffen und Rüstungsschmiede nicht fehlen. Auserlesene Schmiede des alten Handwerkes bieten ihre Waffen, Schilder und Rüstungen feil. Detailiert angefertigte Äxte und Streitkolben zieren die Verkaufsstände. Dutzende Schwerter stehen in einem Waffenhalter aus Holz. Ein kleiner Schauer läuft einem den Rücken hinunter, stellt man sich vor, wie damals, etwa in Morgarten, mit solchen Waffen gekämpft wurde.

Auch für die Ohren gibt’s am Markt Authentisches. Fast schon magisch wirken die Klänge einer Holzflöte, zwingen beinah zum mitsummen. Die mystischen Töne einer handgeschnitzten Okarina verleiten zum Tanz, da bewegt sich in der Menge bereits die ein oder andere Hüfte hin und her. Sanfte Töne einer Gitarrenlaute verstärken das Gefühl zusätzlich. Ein wunderschönes Zusammenspiel von altertümlichen Instrumenten, die Alt und Jung zum Verweilen verführen. Wer auch später nicht auf dieses Gefühl verzichten will, der kann sich eine CD für zuhause kaufen und auch im trauten Heim weiter in Nostalgie schwelgen.

Der besondere Gaumenschmaus

Auch Feinschmecker kommen auf ihre Kosten. An zahlreichen Ständen werden Speisen authentisch und nach alter Tradition zubereitet. Hier findet jeder etwas, das ihm schmeckt. Ob es nun himmlisch duftende Flammkuchen direkt aus dem Ofen sind oder man sich lieber an einem über dem Holzkohlegrill gebratenes Hähnchen erfreut. Die mittelalterlichen Spezialitäten sind begehrt und finden rasanten Absatz. Dieser spezielle Geschmack, gepaart mit der Umgebung und der Musik, lassen einen kurz vom mittelalterlichen Leben träumen. – An Pest, Flöhe und damaligen Gestank wollen wir mal nicht denken.

Am Mittelaltermarkt in Zug kam keiner der fünf Sinne zu kurz.

Am Mittelaltermarkt in Zug kam keiner der fünf Sinne zu kurz.

(Bild: Raphael Baumann)

Um den Durst zu stillen hilft in so einer Atmosphäre nur eines: Ein kräftiger Schluck Honigmet, den es hier in verschiedensten Geschmacksrichtungen gibt. Aus dem Trinkhorn, versteht sich. Süss und unverfälscht verzaubert das Gebräu einem die Mundumgebung. Egal, ob der edle Tropfen getrunken wird, um bloss den Durst zu löschen, um besser feiern zu können oder um jemandes Namen in einem Trinkspruch zu ehren.

So bringet denn Kind und Kegel mit

Neben dem ganzen Erwachsenenkram bietet der Markt auch zahlreiche Kinderaktivitäten. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Fahrt in einem Mini-Riesenrad, das komplett aus Holz geschaffen wurde? Vielleicht doch lieber ein Besuch im antiken Puppentheater, das die Kids durch Spannung und Witz zum Lachen bringt? Oder wie wäre es damit, der Panem-Heldin gleichzutun und sich im Bogenschiessen zu messen? Den Pfeilbogen dazu kann man gleich vor Ort selber anfertigen. Mama und Papa widmen sich in dieser Zeit wieder dem Trinkhorn.

Hier geht’s zu den Fotos.

 

 

 

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