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In Zug nervt sich keiner über die Abschaffung der Familientickets
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Beobachten (zvg. Museum Burg Zug) (Bild: zvg. Museum Burg Zug)

Nachwuchs-Rabatte als Auslaufmodell? In Zug nervt sich keiner über die Abschaffung der Familientickets

5 min Lesezeit 09.01.2018, 04:44 Uhr

Seit Anfang Jahr ist das Familienticket im Luzerner Verkehrshaus Geschichte. Bei Zuger Institutionen geniesst das Kombibillet für den Nachwuchs jedoch einen weniger hohen Stellenwert. Und dies hat gute Gründe.

Zu kompliziert. So fiel das Fazit des Verkehrshauses zum Familienticket aus. Das Angebot hätte auf einem klassischen Familienbegriff basiert. Dies entspreche in vielen Fällen jedoch nicht mehr der Realität. Patchwork- Regenbogen- oder Scheidungsfamilien lauten die Schlagwörter. Zusätzlich wird von einer Ausnutzung des Angebots gesprochen. Die Abschaffung bedeutet, dass für Familien der Verkehrshausbesuch merklich teurer wird (zentralplus berichtete). Doch wie sieht es in Zuger Museen aus?

Jugendliche können Portemonnaie stecken lassen

Für das Museum Burg Zug sind solche Probleme kein Thema. Dort hält man es simpel mit den Preiskategorien: Für Erwachsene beträgt der Eintritt zehn Franken. Für Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 25 sowie IV-Bezüger sind es 6 Franken und für Gruppen ab zehn Personen werden deren acht fällig. Für Jugendliche und Kinder bis 16 Jahre ist der Eintritt frei. Entsprechend habe es auch nie so etwas wie ein Familienticket gegeben, lassen wir uns sagen. «Das Museum Burg Zug betreibt seit jeher diese Preispolitik», erläutert Patricia Hotz dazu. Sie ist Empfang und Aufsicht zuständig. «Für Museen ist diese Preispolitik wohl ziemlich normal.» Diese Einschätzung stimmt zweifellos – jedenfalls in Zug.

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Ähnlich aufgestellt ist das Zuger Kunsthaus. Auch da geniessen Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre freien Eintritt. Während für Erwachsene der Eintrittspreis 12 Franken beträgt, sind es für Jugendliche zwischen 16 und 20 noch zehn. Wenig Differenzen gibt es ebenfalls beim Museum für Urgeschichte(n) an der Hofstrasse in Zug: Kinder und Jugendliche bis 16 müssen auch hier das Portemonnaie nicht hervornehmen. Jugendliche zwischen 16 und 20 zahlen drei und Erwachsene fünf Franken.

Einen Franken weniger für Militärdienstleistende

Zwar auch moderat, aber eben nicht ganz so günstig für Kinder verhält es sich beim Ziegelei-Museum in Hagendorn. Während Kinder bis sechs Jahre zwar auch keinen Eintritt zahlen, sind es bei der Jungmannschaft zwischen 6 und 16 immerhin 3 Franken. Für Erwachsene kostet das Entdecken in der Ziegelhütte 7 Franken.

Festhalten (zvg. Ziegelei-Museum)

Entdecken im Ziegelei-Museum.

(Bild: zvg. Ziegelei-Museum)

Auch bei den Höllgrotten in Baar muss für den Nachwuchs bis sechs Jahre kein Eintritt bezahlt werden. Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 16 zahlen sechs Franken. Für Personen ab 16 wird der Vollpreis von zwölf Franken fällig, mit einem Franken Ermässigung für Lehrpersonen, Lernende, Studierende und Militärdienstleistende.

Das Afrika-Museum an der St.-Oswalds-Gasse in Zug hält es noch simpler: Dort ist der Eintritt generell frei. Bei den Zuger Museen besteht durch eine entsprechende Preispolitik somit im Gegensatz zu anderen Regionen wie Luzern (zentralplus berichtete) kein Bedarf für Familienrabatte.

EVZ: familienfreundlich, aber…

Das ist natürlich die Luxusvariante. Doch ausserhalb der Museenwelt spielt das Familienticket durchaus eine Rolle. Bestes Beispiel dafür ist der EV Zug. Für zwei Erwachsene und zwei Kinder bis 16 Jahre zahlt man in der Qualifikation 98 Franken. Für jedes weitere Kind gilt ein Zuschlag von 10 Franken. Entsprechend beliebt sind diese Tickets, wie Antje Kunze von der EVZ-Geschäftsstelle bestätigt: «Rund zwei Stunden nach Beginn des Vorverkaufs waren die Family-Tickets für diese Saison bereits für die gesamte Qualifikation ausverkauft.» Für die Playoffs gebe es dieses Angebot trotz solcher Überlegungen in der Vergangenheit nicht. «Dort wäre der Andrang einfach zu gross», so Kunze. Ist die Arena sowieso voll, kennt also auch die Familienfreundlichkeit Grenzen.

Ist dies nicht zu kompliziert mit all den Regenbogenfamilien und anderen neuen Familienmodellen? Nicht beim EVZ, denn bei den zwei Erwachsenen ist es egal, ob es sich um die Eltern handelt oder um sonst wen. Laut Kunze werde vom EVZ von Saison zu Saison entschieden, ob und wie es mit den Family-Tickets weitergeht. «Momentan besteht jedenfalls kein Grund, etwas zu ändern, geschweige denn die Familien-Tickets gar abzuschaffen», erklärt sie.

SBB-Aktion noch bis Ende Monat

Bei den Zugerland Verkehrsbetrieben gelten die Bestimmungen der SBB. Diese bieten bekanntlich die Junior-Karte an. Mit dieser reisen Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 16 Jahren in Begleitung der Mutter und / oder des Vaters ein Jahr lang gratis. Die Karte kostet normalerweise 30 Franken. Noch bis Ende Januar läuft jedoch eine Halbpreis-Aktion. Macht also noch 15 Franken pro Junior-Karte.

Seit Dezember 2016 wird als Pendant zur Junior-Karte die Kinder-Mitfahrkarte angeboten. Für diese gelten die gleichen Bestimmungen wie für die Junior-Karte, ausser, dass es sich bei der Begleitperson nicht um einen Elternteil handelt. Komplett freies Geleit wird einem durch die Kinder-Mitfahrkarte jedoch nicht gelassen. Als Begleitperson wird die Karte nämlich für ein Jahr lang spezifisch für ein Kind gelöst.

Noch bis Ende Monat gibt es die Junior-Karte zum halben Preis.

Noch bis Ende Monat gibt es die Junior-Karte zum halben Preis.

(Bild: zvg)

Einheitspreis für Detektive

Sind die Institutionen kleiner, werden auch die Preiskategorien weniger. Der Detektiv-Trail Zug beispielsweise macht es sich einfach. Die Rätsel- und Entdeckertour kostet 8 Franken pro Person inklusive Sofortpreis. Auf weitere Kategorien wird von Anbieter Zug Tourismus verzichtet. In der Welt der Detektive sind halt alle Menschen gleich.

Bei der Zuger Minigolfanlage auf der Schanz gibt es neben dem Einzeleintritt von 7 Franken pro Person das Angebot eines Zehner-Abos für 63 Franken. Auch das Baarer Schwimmbad Lättich kennt Zehner-Karten mit zwei Gratiseintritten. Dies gilt für Erwachsene und Kinder. Ein Familienmodell kennt man also nicht.

Die schlechte Nachricht also: Familienrabatte sind in Zug nicht besonders verbreitet. Die gute Nachricht jedoch: Ein Familienticket ist häufig gar nicht notwendig, da Kinder sowieso gratis mitdürfen. Dort, wo ein solches Angebot jedoch besteht, wird es rege genutzt und ist somit beileibe kein Auslaufmodell.

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