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In Zug entsteht ein winziges Restaurant mit 12 Plätzen
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An der Ägeristrasse 17 in Zug eröffnen Michael und Andrea Weingartner bald eine Mikrogastronomie.

Mini-Lokal belebt alte Käserei In Zug entsteht ein winziges Restaurant mit 12 Plätzen

4 min Lesezeit 1 Kommentar 11.09.2019, 05:01 Uhr

Sie gingen vor zwölf Jahren aus Zug weg, um Weinbauern zu werden. Nun kommen Andrea und Michael Weingartner zurück, um ein Restaurant zu eröffnen. Im Gepäck haben sie 10’000 Flaschen ihres eigenen Weines. Kein Pardon kennen die künftigen Gastgeber an der Ägeristrasse bei der Essenszeit.

Nein, an Mut fehlt es dem Ehepaar nicht. Nach zwölf Jahren als Weinbauern im Tessiner Ort Astano kehren die beiden Zuger Andrea und Michael Weingartner in ihre Heimat zurück und eröffnen hier ein klitzekleines Restaurant. Dies wenige Jahre vor dem Pensionsalter und ganz ohne gastronomische Ausbildung. Dafür mit viel Erfahrung im Gepäck.

«Während unserer Zeit im Tessin haben wir angefangen, im kleinen Rahmen für Gäste zu kochen», erzählt das Ehepaar. Über 100 Gruppen hat es bewirtet, hat ihnen von typischen Tessiner Speisen wie Wildschwein und Polenta bis hin zu internationaler Küche allerhand aufgetischt. «Hauptsache abwechslungsreich», so die Devise. Dazu gabs jeweils eigenen Wein.

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Immer mehr jedoch machten sich bei Andrea Weingartner gesundheitliche Beschwerden bemerkbar. Polyarthrose und die Arbeit am Rebberg vertrugen sich schlecht. Das Paar entschied sich, zurückzukehren nach Zug. Und etwas ganz Neues aufzugleisen.

In der Stadt Zug fand das Paar ein eigenwilliges Lokal, genug klein, um viel Gemütlichkeit auszustrahlen, genug gross, um zwölf Gäste zu bewirten. So wenig? «Wir haben uns bewusst für eine Mikrogastronomie entschieden. So nämlich können wir alles selber machen, vom Kochen übers Servieren bis hin zum Kontaktknüpfen», erklärt der ehemalige Weinbauer und gelernte Softwareingenieur. «Auch Gruppen bis zu 20 Personen können wir bewirten. Dann brauchen wir jedoch eine zusätzliche Servicekraft.»

Unkompliziert und gemütlich solls werden. Jeden Abend gibt es ein 4-Gang-Menü mit jeweils einer vegetarischen Variation. Auch bei den geplanten Öffnungszeiten wird klar, dass man es hier nicht mit einem 08-15-Betrieb zu tun hat. «Da wir nur zu zweit sind, ist es nicht möglich, dass einige Gäste um 18 Uhr und andere erst um 21 Uhr essen», so die Zugerin. «Darum steht bereits jetzt fest, dass das Abendessen jeweils um 19.30 Uhr serviert wird.»

Neben dem Menü will das Paar ihr Augenmerk – natürlich – auf den Wein legen. 30 bis 40 verschiedene Rotweine und 10, 15 Weissweine wolle man im Angebot führen. Darunter eigene. «Wir haben noch 10’000 Flaschen unseres eigenen Weines an Lager, den wir natürlich verkaufen wollen», sagt der Zuger.

Michael und Andrea Weingartner in ihrem neuen Lokal.

Das gemietete Lokal befindet sich an der vielbefahrenen Ägeristrasse, von aussen fällt es nicht sonderlich auf. Kaum hat man das Gebäude jedoch betreten, wähnt man sich in anderen Zeiten. Die Decke getäfert, der Boden hölzern, die Fenster in Richtung Strasse riesig. «Früher war das eine Käserei», erklärt Michael Weingartner. «Und das war der Laden», ergänzt seine Frau. Die gigantische alte Ladentheke existiert noch und soll – etwas abgeändert – Teil der Mikrogastronomie werden. Daneben ein kühler Raum mit einer grossen Steinwanne und hohen Flügeltüren. Er soll einst den Eingang zum Lokal bilden.

Die Wände hat das Paar bereits neu gestrichen, die anliegende Küche erhält bald einen neuen PVC-Boden. Auch die Kücheneinrichtung wurde bereits ausgewählt. Sieht aus, als sei man auf gutem Weg, dass Anfang November Eröffnung gefeiert werden kann.

Noch ist in der alten Käserei nicht alles in trockenen Tüchern. «Bezüglich brandschutztechnischer Vorschriften laufen noch Verhandlungen», sagt Andrea Weingartner. Vermutlich müsse man deshalb in einem der Zimmer eine Brandschutzdecke einbauen lassen.

Das Gebäude an der Ägeristrasse 17 fällt zunächst nicht sonderlich auf.

Dass das Gastrolokal ein finanzielles Risiko darstellt, sind sich die beiden bewusst. «Wenn alle Stricke reissen, setzen wir hier 50’000 Franken in den Sand», erklärt Michael Weingartner. Doch Stricke gibt es einige. Freunde aus Zug, viele Weinkunden aus der Region, gute Beziehungen. «Wir glauben, dass dieses Konzept funktionieren kann. Nicht zuletzt, weil es so etwas in Zug noch nicht gibt», ist sich das Paar einig.

Steht bereits ein Name fest? Das Paar blickt sich an, nickt vage. Ja, es sei jetzt spruchreif, sind sie sich einig. «Andrea und Michael choched». So einfach wie eigenwillig.

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1 Kommentare
  1. Priska Knecht, 11.09.2019, 14:37 Uhr