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In Zug entsteht der grösste Campingplatz der Schweiz
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Camping beim letzten «Eidgenössischen» in Estavayer, 2016. (Bild: womoblog)

In zwei Wochen soll ESAF-Zeltstadt ausgebucht sein In Zug entsteht der grösste Campingplatz der Schweiz

5 min Lesezeit 20.05.2019, 05:00 Uhr

Am Eidgenössischen Schwingfest in Zug entsteht im August der grösste Zeltplatz der Schweiz. Er soll bis zu 9’000 Camper aufnehmen können – ist aber schon fast ausgebucht. Pauschalpreise vermögen die Campingfreunde ebensowenig abzuschrecken wie die Aussicht auf Warteschlangen vor den Duschzelten.

Lasst uns sein ein einig Volk von Campern! Diese Abwandlung des Rütlischwurs aus Friedrich Schillers Drama «Wilhelm Tell» könnte man seit einigen Jahren als Motto für die Eidgenössischen Schwingfeste verwenden. «Bei den letzten paar ‹Eidgenössischen› gab es immer auch eine Zeltstadt», sagt Thomas Huwyler, Geschäftsführer des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfestes (ESAF) 2019 in Zug.

Zum ersten Mal ins breite Bewusstsein der Öffentlichkeit gelangte die fröhlich-beschwingte Atmosphäre auf dem Schwing-Campingplatz durch Medienberichte übers «Eidgenössische» 2013 in Burgdorf. Bei der letzten Auflage des ESAF, 2016 in Estavayer, vergrösserten die Verantwortlichen das Campinggelände wegen des sich abzeichnenden grossen Ansturms.

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Schlangen vor den WC

Bei der Bilanz des Schwingfestes, welche sonst durchwegs positiv ausfiel, mussten die Organisatoren im Rückblick einzig beim Camping gewisse Schwierigkeiten einräumen. Vor den sanitären Anlagen hatten sich überlange Schlangen gebildet, man versuchte sich mit zusätzlichen Toi-Toi-WC-Häuschen zu behelfen.

In Camperforen wurde ausserdem über die Stromgeneratoren gemäkelt, die Gestank und Lärm absonderten – auch wenn Profi-Zeltler sonst vom friedlichen Ad-hoc-Chaos am Neuenburger See sehr angetan waren.

Camping so gross wie in Estavayer

«Uns stehen in Zug für den Campingplatz 22 Hektaren zur Verfügung», sagt Thomas Huwyler, «die Fläche entspricht ungefähr jener in Estavayer.» Auf einem weiten Areal in Zugs Westen, zwischen den Bauernhäusern an der Letzi und der Fröschenmatt, soll im August ein riesiger Campingplatz entstehen – und nach dem Schwingfest sofort wieder verschwinden.

«Wer beim ESAF campen will, ist gut beraten, in den nächsten beiden Wochen zu reservieren.»

Thomas Huwyler, Geschäftsführer

«Unsere Leute waren selber in Estavayer am Campieren», sagt Huwyler. «Um die Situation zu analysieren und allfällige Schwachstellen zu erkennen.» Was im Kanton Freiburg schief lief, soll sich in Zug nicht wiederholen. «Wir haben natürlich durch unsere stadtnahe Lage die einfachere Ausgangslage als in Estavayer, wo das ESAF auf dem Flugplatz stattfand», sagt Huwyler.

Auf den Wiesen gibts ein Röhrensystem

Stromleitungen sind in Zug vorhanden – und namentlich für die sanitären Anlagen kann man auf der grünen Wiese auf eine funktionierende Kanalisation zurückgreifen. Tatsächlich fand zentralplus bei der Begehung des Areals auf den Weiden der Letzi mitten in den Wiesen Dolendeckel. Dank dieser Infrastruktur wird es möglich, WC-Anlagen mit fliessendem Wasser einzusetzen – Chemieböxli aus Plastik braucht es also keine.

Neben verschiedenen WCs sind die Duschen auf einem zentralen Platz auf dem Areal vorgesehen, nahe beim asphaltierten Veloweg zwischen Herti und der Riedmatt. Für die Körperhygiene stehen den Campern Duschzelte zur Verfügung. «Wobei ich nicht ausschliesse, dass man dort zu den Stosszeiten auch ein wenig anstehen muss», sagt Huwyler.

Kanalisation vorhanden: Hier entstehen die Duschen des temporären Campingplatzes.

Kanalisation vorhanden: Hier entstehen die Duschen des temporären Campingplatzes.

(Bild: mam)

Kapazität schwankt

Das Gelände ist grob in Zonen für Zelte und solche für Wohnmobile eingeteilt, die allerdings nicht allzu schwer sein dürfen, um nicht einzusinken. Gefährte über 7,5 Tonnen, Laster, landwirtschaftliche Fahrzeuge mit Anhänger werden auf einen vorübergehenden Zeltplatz am Ostrand von Steinhausen verweisen, den ein Privater betreibt.

Je nachdem, wie viele Besucher mit dem Iglu und wie viele mit dem Luxusliner anreisen, schwankt die Kapazität des Festcampings – zwischen 7000 und gut 9000 Leute könnten dort also für die Tage des Schwingfestes ein temporäres Heim erhalten. «Der beste Fall für uns wäre, wenn alle im Einmannzelt kommen», scherzt Huwyler, «der schlechteste, wenn die Mehrheit allein im Wohnmobil anreist.»

«Fairer Preis»

Bezahlt wird ein Pauschalpreis – unabhängig von der Aufenthaltsdauer auf dem Camping. Pro Person entrichtet man 60 Franken, ein Reisemobil oder ein Wohnanhänger schlägt mit weiteren 50 Franken zu Buche. Ein Paar mit einem kleinen Wohnmobil, das nur eine Nacht in Zug bleibt, bezahlt so 170 Franken fürs Campieren.

«Das ist fair», findet Huwyler, «schliesslich bauen wir für die ESAF-Besucher ja einen kompletten Zeltplatz auf.» Zudem würden die Durchschnitts-Besucher im Wohnmobil mit vier Personen anreisen und drei Nächte lang bleiben. «Das macht dann 72.50 Franken pro Person für die gesamte Aufenthaltsdauer.»

Bisher 18’000 Reservierungen

Der Preis schreckt das Publikum jedenfalls nicht ab. «Klar, viele Besucher wollen in Zug übernachten», sagt Huwyler. Die Hotels der Umgebung sind schon gut belegt und etwa der TCS-Camping beim Brüggli in Zug ist für den Zeitraum des ESAF total ausgebucht.

«Wir haben bis jetzt 18’000 Reservierungen für die drei Nächte», sagt Huwyler. Das entspreche durchschnittlich ungefähr 6’000 Campinggästen pro Nacht «und grob geschätzt einer Auslastung von 80 Prozent».

Camping-Gelände des «Eidgenössichen»: Hinter diesen Häusern an der Letzi.

Camping-Gelände des «Eidgenössichen»: Hinter diesen Häusern an der Letzi.

(Bild: mam)

Beleuchtete Wege

Und dies alles bereits Mitte Mai – über drei Monate vor dem eigentlichen Fest. «Wer beim ESAF campen will, ist gut beraten, in den nächsten beiden Wochen zu reservieren», folgert Thomas Huwyler. Eine Überbelegung werde es nicht geben. «Wenn der Zeltplatz voll ist, ist er voll», sagt er.

So schnell der Camping sich am 23. August füllen wird, so schnell wird er übrigens geräumt. «Am Montag nach dem ESAF ist er abgebaut», sagt Huwyler. Zu entfernen gibt es die sanitären Anlagen, auf einigen zu schaffenden Wegen durchs Gelände wird eine Beleuchtung installiert. «Stromanschlüsse verlegen wir keine», sagt Huwyler. Das wäre ein zu grosser Aufwand.

Dann werde das Land von Spezialisten untersucht und Reparationsmassnahmen eingeleitet. In einigen Wochen könnte die Flur renaturiert sein. «Ich rechne nicht damit, dass es so lange geht», sagt Thomas Huwyler, aber ich bin kein Experte.»

Plan des Festgeländes mit Zelstadt.

Plan des Festgeländes mit Zelstadt.

(Bild: zvg)

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