In Unterägeri stapelte sich das Altpapier vor Weihnachten gleich tonnenweise
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Nach der kurzfristig abgesagten Sammlung blieb in Unterägeri viel Papier auf der Strasse. (Bild: pixabay)

Kurzfristig abgesagte Papiersammlung In Unterägeri stapelte sich das Altpapier vor Weihnachten gleich tonnenweise

3 min Lesezeit 06.01.2021, 17:29 Uhr

Die letzte Papiersammlung in Unterägeri hätte die Pfadi Morgarten durchführen sollen. Wegen des ausgerufenen Versammlungsverbotes, musste sie kurzfristig abgesagt werden. Vor den Türen stapelte sich das Papier gleich tonnenweise. Und bereits steht die nächste Sammlung vor der Tür.

Die Meldung auf der Webseite der Pfadi Morgarten, dass die Papiersammlung vom 19. Dezember definitiv abgesagt wird, datiert vom 18. Dezember. Beim Jugendverein war man in Absprache mit der Corona-Auskunftsstelle des Kantons Zug zum Entschluss gekommen, dass die Pfadi-Jugendlichen trotz vorhandenem Schutzkonzept kurz vor den Feiertagen nicht zum für die Vereinskasse wichtigen Arbeitseinsatz antreten können. Ein Corona-konformes Einsammeln durch die Jugendlichen wäre nicht möglich gewesen.

Gemäss eines Schreibens des Amtes für Gesundheit, das Zentralplus vorliegt, wertet der Kanton Zug die Papiersammlung durch die Pfadi nämlich als Veranstaltung. Der Bundesrat hatte zudem am 18. Dezember weitere Massnahmen beschlossen. Unter anderem wurde die dringende Empfehlung ausgesprochen, vor den Feiertagen auf unnötige Kontakte zu verzichten um weitere Ansteckungen mit Corona zu vermeiden.

Kaum Zeit, die Bevölkerung zu informieren

In der Folge wurde auch auf der Webseite der Gemeinde eiligst ein Hinweis aufgeschaltet, dass die angekündigte Papiersammlung nicht stattfindet. Auf Facebook wiesen Nutzer auf die Planänderung hin. Gemeindeschreiber Peter Lüönd bestätigt, dass die Absage sehr kurzfristig war. «Viele hatten ihr Papier natürlich schon vor die Haustür gestellt», sagt er. Dort blieb es dann auch einige Tage lang. «Natürlich konnten wir das Papier nicht stehen lassen. Die Gemeindearbeiter haben deshalb, kurz vor Weihnachten, rund vier bis fünf Tonnen Papier eingesammelt.» Die «Feuerwehrübung» bedeutete für die Gemeinde einen Mehraufwand.

Für die Vereine ist das Papiersammeln jeweils eine wichtige Einnahmequelle. Bisher sei die Pfadi Morgarten nicht an den Gemeinderat getreten, um trotz des unplanmässigen Ausfalls der Sammlung einen Zustupf zu erhalten. «Falls vonseiten der Pfadi eine solche Anfrage kommt, würde der Gemeinderat sie sicher prüfen», so Lüönd.

Vorkehrungen für die nächste Papiersammlung

Doch bereits steht die nächste Papiersammlung vom 16. Januar vor der Tür. Dieses Mal sind die Armbrustschützen aus dem Ägerital verantwortlich. Im Gegensatz zur Pfadi sind dort vor allem Erwachsene, die mit dem eigenen Auto unterwegs sind, am Sammeln. Deshalb ist man beim Verein zuversichtlich, dass diese stattfinden wird: Laut Markus Hugener, der die Sammlung im Verein organisiert, kann man nämlich so das Schutzkonzept anwenden, das auch bei den Werkhof-Mitarbeitern zur Anwendung kommt. «In Absprache mit dem Werkhof werden wir in Dreiergruppen und mit Schutzmasken im Auto unterwegs sein», sagt Hugener. Aus den rund 18 Vereinsmitgliedern werden Trios gebildet, die nach Möglichkeit auch im gleichen Haushalt leben. «Stand Dienstagnachmittag können wir die Papiersammlung so durchführen», bleibt Hugener optimistisch. 

Sollen die Unterägerer ihr Papier also am 15. Januar vor die Haustüre stellen? «Ja», sagt Gemeindeschreiber Lüönd. Denn auch er geht davon aus, dass die Armbrustschützen unter Einhaltung des Schutzkonzepts ihren Auftrag ausführen können. Weil jeweils nur drei Personen gemeinsam unterwegs sind, kann das Veranstaltungsverbot umgangen werden. Und sollte wider Erwarten auch diesmal keine Sammlung stattfinden, wegen neuer Massnahmen zum Beispiel: «Dann stehen die Gemeindearbeiter bereit.»

*Präzisierung: Ursprünglich war im Bericht von einem nicht ausreichenden Schutzkonzept der Pfadi die Rede. Die Pfadi Morgarten legt aber Wert darauf, dass sehr wohl ein genehmigtes Schutzkonzept vorhanden war, der Kanton aber wegen der angespannten Situation vor den Feiertagen und wegen des Versammlungsverbotes dennoch kein grünes Licht für die Papiersammlung gab.

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