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In Risch gibt es nur eine freie Wohnung
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Um die steigende Nachfrage nach Wohnraum abdecken zu können, sollen in den nächsten Jahren bis zu 1000 preisgünstige Wohnungen entstehen. (Bild: zentral+)

Leerwohnungsbestand im Kanton Zug In Risch gibt es nur eine freie Wohnung

3 min Lesezeit 04.02.2015, 15:32 Uhr

Im Kanton Zug ist der Bestand an leeren Wohnungen knapp. Ende 2014 waren insgesamt nur 181 Wohnobjekte frei. Gleichzeitig führt die Zunahme der Wohnbevölkerung zu einer immer grösseren Nachfrage an freiem Wohnraum. Je nach der Grösse der gesuchten Wohnung hat man es in bestimmten Gemeinden im Kanton besonders schwer, eine Wohnung zu finden.

Leere Wohnungen sind im Kanton Zug schwierig zu finden – lediglich 181 Wohnungen standen Ende Dezember des vergangenen Jahres leer, wie das Amt für Wohnungswesen am Mittwoch bekannt gab. Das sind 31 Wohnungen weniger als noch am 1. Juni 2014.

Dabei sind im letzten Jahr mehr als 800 Wohnungen neu erstellt worden und auf den Markt gekommen. Besonders in den nachfragestärksten Gemeinden Zug, Baar, Cham, Unterägeri und Oberägeri sind etwa 690 Wohnungen neu gebaut worden. «60 Wohnungen sind mit Hilfe der kantonalen Wohnbauförderung preisgünstig realisiert worden», sagt Kurt Landis, Leiter des Amtes für Wohnungswesen.

«Es ist ein Zeichen für die Attraktivität dieser Gemeinden.»
Kurt Landis, Leiter des Amtes für Wohnungswesen

In Risch, Hünenberg und Neuheim besonders wenig freier Wohnraum

Die Statistik des Amts für Wohnungswesen zeigt, dass es in bestimmten Gemeinden besonders schwierig ist, eine Wohnung zu finden (siehe Tabelle). So etwa in der Gemeinde Risch. Ausser einer freistehenden 5-Zimmer-Wohnung suchte man dort im vergangenen Dezember vergebens nach einem Wohnobjekt. «Gerade Risch ist eine boomende Gemeinde, wo die Nachfrage nach Wohnraum besonders gross ist», erklärt Landis.

Welche Wohnungen gelten als «leer»?

Als Wohnung gilt die Gesamtheit der Räume, die als bauliche Einheit zur Unterbringung einer oder mehrerer Haushalte bestimmt sind und die im Zeitpunkt der Zählung ausschliesslich Wohnzwecken dienen. Als Leerwohnung im Sinn der Zählung (siehe Tabelle) versteht man jedes Wohnobjekt, möbliert oder unmöbliert, das am 1. Dezember 2014 nicht besetzt, aber bewohnbar und zugleich zur Miete (mindestens für drei Monate) oder zum Verkauf ausgeschrieben war.

Auch in der Gemeinde Hünenberg gestaltete sich die Wohnungssuche besonders schwierig. Lediglich zwei Wohnungen mit vier Zimmern und mehr standen frei. Auch nach einem freien Einfamilienhaus suchte man vergebens. Immerhin drei Einfamilienhäuser waren in Neuheim ausgeschrieben. Aber ausser zwei 5-Zimmer-Wohnungen war auch dort kein kleineres Wohnobjekt vorzufinden. Dass auch in ländlicheren Gemeinden Wohnraum knapp ist, führt Landis insbesondere auf die gute Wohn- und Lebensqualität zurück: «Es ist ein Zeichen für die Attraktivität dieser Gemeinden.»

Bessere Chancen in Zug, Walchwil und Oberägeri

Am ehesten Chancen auf eine freie Wohnung in allen Grössen hat man in der Stadt Zug. Mit insgesamt 71 freien Mietobjekten befinden sich etwa 40 Prozent der freien Wohnungen und Einfamilienhäuser im Hauptort des Kantons. Mit 28 freien Wohnobjekten, wobei ein hoher Anteil von Einfamilienhäusern auffällt, liegt die Gemeinde Walchwil auf dem zweiten Platz. An dritter Stelle folgt schliesslich die Gemeinde Oberägeri.

Die Nachfrage nach freiem Wohnraum sei im Kanton Zug gross, erklärt Landis. «Die Wohnbevölkerung nimmt pro Jahr um durchschnittlich 1500 Personen zu.» Daher erstaune es auch nicht weiter, dass sämtliche dieser neuen Wohnungen problemlos vermietet werden konnten. Um die steigende Nachfrage abdecken zu können, würden in den nächsten Jahren durch verschiedene Projekte bis zu 1000 Wohnungen geschaffen.

Häufige Wechsel in kleinen Wohnungen

Die Statistik zeigt, dass insbesondere kleinere Wohnungen bis zu drei Zimmern Mangelware sind. «Das hat verschiedene Ursachen», erklärt Landis. «Zum einen sind kleine Wohnungen besonders gefragt, da sie preisgünstig sind. Dies ist für Junge und Alleinerziehende interessant. Zum anderen sagen sich aber immer mehr ältere Leute, dass sie nicht mehr in einer grossen Wohnung leben wollen.» Sucht man eine kleine Wohnung, stehen die Chancen dennoch nicht schlecht: «Gerade bei diesen Wohnungen kommt es besonders häufig zu Wechseln, da sich die Lebenssituationen der Bewohner schnell verändern.» Weitaus schwieriger sei es grundsätzlich bei Familienwohnungen im Bereich der 4 bis 5 und mehr Zimmer-Wohnungen.

Tabelle: Leerstehende Wohnungen am 1. Dezember 2014

  Total 1 oder
1 1/2 Zi.-Whg. 
2 oder
2 1/2 Zi.-Whg. 
3 oder
3 1/2 Zi.-Whg. 
4 oder
4 1/2 Zi.-Whg. 
5 oder
mehr 
Einfamilienhaus
Zug 71 2 8 25 23 9 4
Oberägeri 19 0 2 1 7 6 3
Unterägeri 10 2 2 1 4 1 0
Menzingen 15 1 2 2 5 4 1
Baar 11 1 0 4 4 2 0
Cham 8 0 1 2 4 1 0
Hünenberg 2 0 0 0 1 1 0
Steinhausen 11 1 0 4 3 3 0
Risch 1 0 0 0 0 1 0
Walchwil 28 0 2 2 8 8 8
Neuheim 5 0 0 0 0 2 3

Leerwohungsbestand
1. Dezember 2014

181
0.33% 
7 17 41 59 38 19
Leerwohungsbestand
1. Dezember 2013
183
0.34% 
           

(Quelle: Amt für Wohnungswesen Zug)

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