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In Oberägeri lässt es sich auch um 22 Uhr noch einkaufen
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Kioskbesitzerin Dania Alic im «Ägeri Kiosk» (Bild: zvg )

Dania Alic bedient an 365 Tagen im Jahr In Oberägeri lässt es sich auch um 22 Uhr noch einkaufen

3 min Lesezeit 13.03.2019, 09:56 Uhr

In Oberägeri wurde jüngst ein neuer Kiosk eröffnet. Einer, der mehr als nur Kaugummis und Zigaretten bietet und eher einem Convenience Store gleichkommt. Um sich gegenüber der Konkurrenz zu behaupten, setzt Betreiberin Dania Alic auf lange Öffnungszeiten an 365 Tagen im Jahr.

In einer Zeit, in der unabhängige Kioske immer seltener werden, weil sie durch Supermärkte und Tankstellenshops verdrängt werden, scheint Dania Alics Projekt ein Wagnis zu sein. Entgegen allen Trends eröffnete sie im Dezember einen Kiosk in Oberägeri. Der sogenannte «Ägeri-Kiosk» hat nicht nur 365 Tage im Jahr offen, sondern auch noch jeden Tag von sechs Uhr morgens bis zehn Uhr abends – das Konzept kennt man international vor allem von 7-Eleven Läden.

Nebenbei einen Crêpe-Stand

Dania Alic hat früher bei Migrolino gearbeitet, der «Ägeri-Kiosk» ist ihr Projekt, mit dem sie sich selbstständig macht. Nebenbei betreibt sie noch einen mobilen Crêpe-Stand, der in einer ersten Phase in der Metalli stand.

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«Es wird sich zeigen, wie gut es läuft, aber bis jetzt haben wir sehr gute Reaktionen bekommen», so Yasmin Alic, der Bruder der Besitzerin. Er unterstützt seine Schwester Dania Alic in der Anfangsphase.

Dem Kiosksterben gegensteuern

Dass es nicht gut um die Kiosklandschaft in der Schweiz steht, bedauert der Bruder der Besitzerin. Deshalb will er gegensteuern. «Mit den längeren Öffnungszeiten haben wir vielleicht bessere Chancen als andere Kioske, in Oberägeri hatte bis anhin nichts länger geöffnet als bis um 19 Uhr», sagt Alic.

«Pendler können nun nach der Arbeit zuerst nach Hause und sich kurz ausruhen.»

Yasmin Alic

Mit den frühen Öffnungszeiten soll Pendlern ein Kaffee am Morgen auch ohne Stress ermöglicht werden, sagt Alic. Auswärtsarbeitende sollen aber auch am Abend entlastet werden. «Die Pendler können dank den langen Öffnungszeiten nach der Arbeit auch zuerst nach Hause und sich kurz ausruhen», meint er weiter.

Wer also abends verwundert vor einem leeren Kühlschrank steht, muss sich nicht mit Zucker zufriedengeben. Im kleinen Geschäft gibt es von Maizena über Pasta, Brot und Milch bis zu Tiefkühlpizzen alles.

Bistro inklusive

Somit fällt der «Kiosk» eigentlich eher in die Sparte Convenience Store. «Ausserdem heben wir uns auch damit von anderen Kiosken ab, dass wir noch ein kleines Bistro integriert haben», erzählt Alic. Man kann seinen Kaffee also auch vor Ort an einem kleinen Tisch trinken.

Detailhandelsexperte Sascha Jucker hält den Erfolg eines solchen Geschäfts für nicht unwahrscheinlich. Dies liege nicht zuletzt daran, dass es in der eher ländlichen Gegend oft viele Pendler gibt. Denn diese würden oft eben genau zu den Randzeiten einkaufen, die dieser Kiosk im Gegensatz zu den meisten anderen Läden abdeckt.

Kunden gewöhnen sich an Öffnungszeiten

Der Experte würde es für sinnvoll halten, nach einigen Monaten eine Zwischenbilanz zu ziehen, um zu sehen, zu welchen Zeiten es sich denn wirklich lohnt, den Laden zu öffnen. Er weist allerdings daraufhin, dass sich Kunden oft auch einfach an andere Öffnungszeiten gewöhnen würden.

Da Kioske vom kantonalen Ladenöffnungsgesetz ausgenommen sind, kann der «Ägeri-Kiosk» früher aufmachen und länger offenbleiben als gewöhnliche Läden. Er muss lediglich das Arbeitsschutzgesetz einhalten. Um alle Schichten abzudecken, arbeiten drei bis vier Personen im Laden.

Bereits jetzt hat die Betreiberin weitere Ambitionen. Alic könne sich durchaus vorstellen, weitere Kioske mit dem selben Konzept zu eröffnen. Allfällige Standorte dafür sind bisher aber nicht bekannt.

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