Jetzt Community-Mitglied werden und profitieren!
«In Luzern müsste möglich sein, was in Dortmund möglich war!»
  • Sport
  • Fussball
Vom VFFC organisierte Ballon-Choreo 2012 im Spiel gegen den FC Basel. Das Spiel endete immerhin 1:1. (Bild: Dominik Stegemann)

Das denken die Fans über die «FCL-Ausgabe 2016» «In Luzern müsste möglich sein, was in Dortmund möglich war!»

5 min Lesezeit 17.12.2016, 17:03 Uhr

Der FC Luzern hat im Jahr 2016 in den 36 Super-League Spielen 56 Punkte geholt. Auch neben dem Platz hat sich in diesem Jahr sehr viel getan. Grund genug für zentralplus, sich anlässlich des letzten Heimspiels des Jahres bei den Vereinigten Fanclubs FC Luzern (VFFC) umzuhören: Was lief gut, was weniger? Wo sieht man Verbesserungsbedarf?

Es wird schon um 16.30 Uhr dunkel, die Temperaturen gehen gegen den Gefrierpunkt und der Wind bläst etwas kälter als noch vor wenigen Wochen. Was gibt es da Besseres, als sich ein feines Fondue zu gönnen? Die Vereinigten Fanclubs FC Luzern (VFFC) haben ihre Mitglieder sowie einige Protagonisten des FCL nach dem Vaduz-Spiel eingeladen, um zusammen das Jubiläumsjahr 2016 gemeinsam zu beenden – gefeiert wird das 30-jährige Bestehen der VFFC.

Die VFFC sind neben den United Supporters Luzern (USL) die Vereinigung, welche die Interessen der Fans über die Grenzen des einzelnen Fanclubs hinaus vertritt. Sechs FCL-Fanclubs vereint die VFFC (siehe Box). zentralplus war an der Feier und hat – nebst einem vorzüglichen Fondue aus der Gamelle – auch noch die Meinungen zum Jahr des FCL eingeholt.

Unterstütze Zentralplus

Ein erfolgreiches Jahr – trotz defensiver Mängel

Generell kann man sagen, dass die Fans mit dem FCL «Ausgabe 2016» zufrieden sind. Trotz der zwei Phasen mit sechs Spielen ohne Punkte am Anfang des Jahres oder den fünf Spielen ohne Vollerfolg im September/Oktober ist das Jahr eines der erfolgreicheren in der FCL-Geschichte – oder gerade auch im Wissen um die beiden Durststrecken darf man zufrieden sein. Hugo Ottiger, Präsident der Fanvereinigung, findet es zwar schade, dass man gegen Sassuolo in der Europa-League-Vorrunde ausgeschieden ist. «Aber dieser Gegner war halt schon sehr stark.» Andererseits könne der FCL im Cup überwintern.

Riesenplausch mit Riesenfondue: Die FCL-Fans mögens originell.

Riesenplausch mit Riesenfondue: Die FCL-Fans mögen’s originell.

(Bild: zVg)

In der Defensive hat der Transfer von Simon Grether laut Ottiger den Konkurrenzkampf auf den Aussenbahnen belebt. Jérôme Thiesson und der Jubilar Claudio Lustenberger (350. Spiel für den FCL gegen Thun) können sich keine ungeschriebene Stammplatzgarantie mehr zuschreiben lassen. Auf der Sechser-Position konnte dieses Jahr Hekuran Kryeziu den Abgang von Remo Freuler gänzlich kompensieren, schätzt der VFFC-Präsident die Lage ein.

«Wenn man eine Chemie in die Mannschaft reinbringt, dann ist vieles möglich – das hat Leicester in England letzte Saison eindrücklich gezeigt!»

Hugo Ottiger

Ottiger spricht aus, was sich viele Fans denken: «Dass die Innenverteidigung noch Luft nach oben hat, ist wohl jedem klar. Auch im Frühling war Rogulj nicht immer auf der Höhe.»

Eine überzeugende Offensive

Innerhalb der VFFC herrscht Einigkeit, dass die Offensive trotz der Abgänge von Dario Lezcano im Winter (zu Ingolstadt) sowie von Jakob Jantscher im Sommer (zu Rizespor) ihre Durchschlagskraft nicht verloren hat. Jahmir Hyka ist wieder aufgeblüht und die zwei Neuverpflichtungen in der letzen Winterpause Christian Schneuwly und Markus Neumayr haben auch ihren Anteil am guten Jahr.

Wie kürzlich bekannt wurde, hat Markus Neumayr das Interesse von Sion geweckt. Es wird zwar gemunkelt, dass dies wie damals bei Marco Schneuwly auch nur ein Ablenkungsmanöver von Sion-Präsident Christian Constantin war. Bei einem Abgang von Neumayr muss man sich laut Ottiger wohl fragen, ob ein Kryeziu als erfahrenster Spieler das zentrale Mittelfeld mit den jungen Remo Arnold, Nici Haas und Filip Ugrinic führen kann, und ob Ugrinic bereits bereit ist für mehr Einsätze. Ein Verdikt dazu ist wohl erst nach dem Abgang von «Mac», wie Neumayr teamintern genannt wird, möglich.

Die FCL-Cracks Jahmir Hyka und Claudio Lustenberger beehren die Feier des VFFL.

Die FCL-Cracks Jahmir Hyka und Claudio Lustenberger beehren die Feier der VFFL.

(Bild: zVg)

Was ist möglich im 2017?

Ottiger erwähnt weiter, dass er sich etwas mehr Ruhe wünscht im Umfeld des FCL. Nach der turbulenten Phase im Januar/Februar, als Fringer und Vabrec den Verein verlassen mussten, sei auch im Sommer der Boulevard mit der Reorganisation und dem damit verbundenen Führungswechsel von Ruedi Stäger zu Philipp Studhalter gefüttert worden.

Eine Verbesserung der Mannschaft ist laut dem langjährigen VFFC-Präsident schwierig, da die finanziellen Mittel fehlen. Ottiger dazu: «Wir sind nicht der FC Basel!» Aber Abgänge sollten auf alle Fälle zu kompensieren versucht werden. Ottiger meint allerdings auch: «Wenn man eine Chemie in die Mannschaft reinbringt, dann ist vieles möglich – das hat Leicester in England letzte Saison eindrücklich gezeigt!»

Fazit: Fans träumen von mehr

Aus den Aussagen Ottigers sowie weiterer VFFC-Mitglieder lässt sich klar sagen, dass die Fans aufgrund der finanziellen Grenzen, die dem FCL gesetzt sind, durchaus zufrieden sind mit dem Gezeigten. Dass Babbel bei keiner befragten Personen erwähnt wurde, spricht wohl für den Bayern. Das war im Frühling nach fünf der sechs Niederlagen noch anders. Damals haben einige Fans während einer Medienkonferenz noch «Babbel raus» skandiert.

Weiter hat keiner der Fans an diesem Jubiläums-Fondue-Abend speziell die jungen Spieler wie Filip Ugrinic, Nici Haas oder Remo Arnold erwähnt. Es bleibt wohl zu hoffen, dass sich diese Nachwuchshoffnungen gleichermassen weiterentwickeln und nicht zu früh dem Ruf des grossen Geldes zu grösseren Clubs folgen. Es gibt unzählige Beispiele von Spielern, die zu früh zu einem Topclub gewechselt haben und sich dort nicht durchsetzen konnten. Den FCL-Fans kann ein besonnenes Vorgehen nur recht sein.

Hugo Ottiger ist Präsident der Vereinigten FCL-Fanclubs.

Hugo Ottiger ist Präsident der Vereinigten FCL-Fanclubs.

Hugo Ottiger zitiert dazu abschliessend Alex Frei, der bei seinem Amtsantritt in Luzern sagte: «In Luzern müsste möglich sein, was in Dortmund möglich war!» Der BVB war damals im 2007 in den Niederungen der Liga versunken, bevor ein gewisser Jürgen Klopp eine junge, hungrige und talentierte Mannschaft zu bekannten Höhenflügen in der Meisterschaft, im Cup und in der Champions League führte.

Es wäre natürlich vermessen, vom FCL Seriengewinne der Meisterschaft zu erwarten. Erst recht, da der Vorsprung von Basel in fast allen Belangen anhält. Aber träumen darf man ja!

Hinweis: Der Autor Alex Schüpbach ist freier Mitarbeiter von zentralplus sowie Mitglied der VFFC.

PS: Sie mögen den FC Luzern? Wir auch! In unserem umfangreichen Dossier finden Sie alle Berichte über die Fans, die Mannschaft und das Stadion.

Deine Meinung ist gefragt!

Um kommentieren zu können, musst Du auf zentralplus eingeloggt sein. Bitte logge dich ein oder registriere dich jetzt und profitiere von den Vorteilen für z+ Community Mitglieder.

Deine Meinung ist gefragt!

0 Kommentare