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In Luzern knallt’s – in Zug bleibt man ruhig
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Harry Ziegler winkt ab: «Bei uns wird sich fast nichts ändern.» Ziegler ist Chefredaktor der Neuen Zuger Zeitung. (Bild: zvg )

Wechsel an NLZ-Spitze In Luzern knallt’s – in Zug bleibt man ruhig

2 min Lesezeit 17.02.2016, 19:00 Uhr

Nach dem Abgang von Thomas Bornhauser: Die Neue Zuger Zeitung soll der Neuen Luzerner Zeitung gleichgestellt werden. Aber was bedeutet das für das Lokalblatt wirklich?

Während in Luzern nach dem Abgang von Thomas Bornhauser grosse Aufregung angesagt ist, gibt man sich bei der «Neuen Zuger Zeitung» unbeeindruckt (zentral+ berichtete): «Für uns wird sich sehr wahrscheinlich nichts ändern», sagt Chefredaktor Harry Ziegler. «Mein Ansprechpartner wird in Zukunft Pascal Hollenstein sein, aber darüber hinaus gibt es für mein Team keine Änderungen.»

Das klingt entspannt in Anbetracht der Turbulenzen beim Medienhaus der «Neuen Luzerner Zeitung» − NLZ. Bei der NZZ-Mediengruppe, der die NLZ gehört, klingt es ähnlich: Die Umstrukturierung sei eine Stärkung der Neuen Zuger Zeitung, sagt Myriam Käser, die Leiterin der Unternehmenskommunikation. «Mit diesem Schritt erhält die Zuger Zeitung mehr Gewicht.»

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«Dazu fehlen die Erfahrungswerte»

Harry Ziegler, Chefredaktor Neue Zuger Zeitung

Das sieht auch Harry Ziegler so, auch wenn er dabei nicht sehr aufgeregt wirkt: «Ein Stück weit wird die Neue Zuger Zeitung wohl noch eigenständiger werden, aber dazu fehlen die Erfahrungswerte. Wir gehen diesen Prozess auf jeden Fall sehr offen an. Uns zeigt dieser Schritt auch die Wichtigkeit der Neuen Zuger Zeitung für die NZZ-Gruppe auf.»

Für die Neue Zuger Zeitung bedeutet der Wechsel offenbar eher interne Hierarchie-Umstrukturierung denn grundlegende Emanzipation von Luzern. Ob die Zeitung in Zukunft von Zürich oder von Luzern gesteuert wird, dürfte der Zuger Leserschaft einigermassen gleichgültig sein. Welche personellen Konsequenzen dieser Organisationswechsel mit sich bringt, ist noch offen. «Dazu kann ich noch nichts sagen», so Ziegler.

Neue politische Ausrichtung?

Allerdings könnte der Wechsel in der Führungsetage konkrete Folgen für die zukünftige Ausrichtung der Neuen Zuger Zeitung haben – immerhin hat Thomas Bornhauser, der ehemalige Chefredaktor der Neuen Luzerner Zeitung, auch die Ausrichtung der Neuen Zuger Zeitung massgeblich beeinflusst.

Vonseiten der NZZ sei jedenfalls keine Änderung geplant, sagt NZZ-Sprecherin Käser. «Die Zuger Zeitung hat viel Spielraum bei der Gestaltung ihres Blatts. Diese lokale und regionale Eigenständigkeit ist zentral – auch in Zukunft», sagt Käser. Es sei nicht Absicht, die Neue Zuger Zeitung neu auszurichten. Also kein Schwung in Richtung Qualitäts-NZZ-Journalismus – oder in Richtung ihrer politischen Positionierung? «Die Neue Zuger Zeitung ist eine eigenständige Zeitung mit einer klaren Positionierung und einer starken lokalen Verankerung», sagt Käser. «Es gibt keinen Grund, sie mit einer ganz anders positionierten Zeitung zu messen.»

Auch Harry Ziegler winkt ab: «Wir sind eine überkonfessionelle Zeitung, wie ich das immer nenne, eine Forumszeitung. Und das wird auch so bleiben.»

 

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