In Luzern gehen mehr als 80 Stellen verloren
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Swisscom-Gebäude zwischen Geissensteinring und Tribschenstrasse: Künftig arbeiten hier 80 Mitarbeiter weniger. (Bild: zentral+/lwo)

Massenentlassung bei Swisscom In Luzern gehen mehr als 80 Stellen verloren

3 min Lesezeit 04.02.2016, 13:30 Uhr

Die Swisscom spart 300 Millionen. Die Folge: 700 Personen verlieren ihren Job, sechs Call Center werden geschlossen – auch jenes in Luzern. Für diese 80 Mitarbeiter besteht Hoffnung. Für andere nicht.

Die Swisscom erzielte letztes Jahr einen Gewinn von 1,4 Milliarden Franken – ein Fünftel weniger als im Vorjahr. Deshalb will der Konzern bis 2020 300 Millionen Franken sparen und schliesst sechs Call Center – darunter auch jenes in Luzern. Das teilte die Swisscom mit. Im Call Center am Geissensteinring beschäftigte die Swisscom bisher rund 80 Angestellte.

Mitarbeiter müssen nach Olten

Die meisten von ihnen werden in Zukunft einen um 40 Minuten längeren Arbeitsweg (mit dem Zug) haben: Sie werden wohl in Olten weiter beschäftigt. «In den meisten Fällen ist der Wechsel an einen neuen Standort aufgrund des Arbeitsweges zumutbar», sagt dazu Swisscom-Mediensprecherin Sabrina Hubacher. Wenn für Einzelne der Arbeitsweg sehr lang werde und diese deshalb nicht nach Olten mitzügeln möchten, kommt ein Sozialplan zum Einsatz. Wie viele dies betrifft, gibt Swisscom nicht an.

Ein Teil der Call-Center-Mitarbeiter wird sich aber auf einen neuen Arbeitgeber einstellen müssen. «Es ist geplant, in Zukunft mehr Call-Center-Jobs zu outsourcen», bestätigt Swisscom-Mediensprecherin Sabrina Hubacher. Dies betreffe vor allem einfache Kundenanfragen. Giorgio Pardini von der Gewerkschaft Syndicom (sowie Luzerner SP-Kantonsrat) schätzt, dass schweizweit rund 100 Call-Center-Mitarbeitende keine Beschäftigung «innerhalb der Swisscom» mehr finden. Die Arbeitsbedingungen für die ausgelagerten Mitarbeiter seien jedoch weiterhin gut, so Pardini: «Die Firma, die die Leute übernimmt, hat kürzlich einen Gesamtarbeitsvertrag unterschrieben.»

Call Center zu klein

Einige der Call Center seien zu klein, begründet Swisscom-Mediensprecherin Sabrina Hubacher die Schliessungen: «Diese können deshalb nicht mehr rentabel geführt werden.» Das Luzerner Call Center werde nicht geschlossen, weil hier spezifische nicht mehr benötigte Aufgaben erfüllt würden. Der Grund liege unter Anderem darin, dass im Kanton Luzern verhältnissmässig viele Mitarbeitende beschäftigt würden. Rund 520 Mitarbeitende werden weiterhin für die Swisscom in Luzern arbeiten.

Die Swisscom wird die Zahl der Call Center von 14 auf 8 reduzieren. Auch jenes in Luzern wird geschlossen.

Die Swisscom wird die Zahl der Call Center von 14 auf 8 reduzieren. Auch jenes in Luzern wird geschlossen.

(Bild: zvg)

Entlassungen in Luzern

Laut Mitteilung werden bei der Swisscom bis zu 700 Leute entlassen. Wenn also nicht bei den Call Centern – wo sonst? Diese Stellen fielen in den «unterstützenden Bereichen» weg, sagt Mediensprecherin Sabrina Hubacher: «Das betrifft Administration, Strategie, Kommunikation, Personal, Finanzen und so weiter.» Diese 700 Entlassungen würden auch Luzern treffen. Wie viele Jobs hier in welchen Bereichen gestrichen würden, könne man aber noch nicht sagen.

Giorgio Pardini war als Sozialpartner in die Abfederung der Massenentlassung miteinbezogen. Er rechnet damit, dass die wegfallenden Stellen vermutlich zu einem guten Teil durch Frühpensionierungen und interne Versetzungen abgebaut werden können: «Es herrscht bei der Swisscom im Moment ein Einstellungsstopp, damit die Leute auf die frei werdenden Stellen wechseln können.»

70 Millionen Franken für Sozialplan

Für die entlassenen Mitarbeiter stehe ein gut ausgebauter Sozialplan bereit, teilt die Swisscom mit. Auch Gewerkschafter Pardini bezeichnet den Sozialplan gegenüber zentral+ als «sehr gut». Die Kosten für den Sozialplan belaufen sich auf 70 Millionen Franken.

Insgesamt hatte die Swisscom schweizweit am 31. Dezember 2015 einen Bestand von knapp 19’000 Vollzeitstellen. Das sind 3,8 Prozent mehr als im Vorjahr.

Internet macht Call Center überflüssig

Dass es in den Call Center weniger Leute brauche, sei verständlich, findet Giorgio Pardini: «Heute schauen die Leute im Internet, wie ihr neues Handy funktioniert.» Dass sich die Technologie verändere, könne man auch als Gewerkschafter nicht negieren: «Auch wir wollen keine Elektro-Lok mit zwei Kohleheizern.» Deshalb drängten die Gewerkschaften seit Langem darauf, dass die Call Center ihre Mitarbeiterinnen stetig weiterbildeten. «Bei der Swisscom arbeiten im Call Center inzwischen keine unqualifizierten Leute mehr.» Und: «Im Gegensatz zur Konkurrenz lagert die Swisscom ihre Call Center nicht ins Ausland aus.»

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