In Horw wird eine Stadt aus dem Boden gestampft
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Mit dem neuen Bushof und zusätzlichen Bahnverbindungen soll das Pendeln zwischen Horw und Luzern ab 2022 attraktiver werden. (Bild: zvg)

Startschuss für ein 600 Millionen-Projekt In Horw wird eine Stadt aus dem Boden gestampft

4 min Lesezeit 16.09.2015, 13:00 Uhr

In Horw soll künftig ein neuer Stadtteil entstehen – inklusive einem neuen Bus- und Bahnhof für 27 Millionen Franken. Noch ist jedoch unklar, wie viel davon die Gemeinde selbst zu tragen hat. 

«Mit dem Spatenstich zur Realisierung des ersten Gebäudes auf dem Baufeld H2 wird das Projekt Realität», freut sich der Horwer Gemeindepräsident Markus Hool am Mittwochvormittag. «‹Horw Mitte› sei mit einem Investitionsvolumen von 600 Millionen Franken sowohl für die Gemeinde Horw als auch die Region Luzern Süd «ein bedeutendes Projekt, das auch für den ganzen Kanton Luzern bezüglich Wertschöpfung äusserst wichtig ist».

Das Gebiet, das künftig bebaut wird, umfasst insgesamt rund 110’000 Quadratmeter Land zwischen dem heutigen Zentrum der Gemeinde Horw und dem Autobahnzubringer zur A2, was einer Grösse von rund 15 Fussballfeldern entspricht. Der grösste Teil, der mehr als 40 Parzellen umfasst, ist im Besitze von rund 20 privaten Grundeigentümern. «Die Gemeinde hat in den letzten Jahren viel Energie in die Entwicklung des Bebauungsplans und bereits 1,5 Millionen Franken für Vorinvestitionen getätigt», so Hool weiter. Der Gemeinderat sehe das Projekt als einmalige Chance, an einer gut erschlossenen Lage eine Vielzahl neuer Wohnungen und Arbeitsplätze zu schaffen.

520 Wohnungen und 1’700 Arbeitsplätze geplant

Zahlreiche private Grundeigentümer seien bereits an der Planung ihrer Bauvorhaben. Geplant sind insgesamt rund 520 Wohnungen und 1’700 Arbeitsplätze. Die ersten 54 Wohnungen, die derzeit im Rahmen des Bauprojekts «Aqua» auf der Ostseite des Bahnhofs entstehen, sollen im April 2017 bezugsbereit sein.

«Mit einem neuen Bushof wird sich das heutige Bahnhofareal in den nächsten Jahren grundlegend verändern.»
Romeo Degiacomi, Gemeinde Horw

Das Herzstück des neuen Stadtteils «Horw Mitte», welches in den nächsten Jahren etappenweise realisiert wird, ist jedoch das Bahnhofprojekt. Der Grundstein zur Realisierung des Projekts wurde bereits im Jahr 2012 gelegt, als der Luzerner Regierungsrat den Bebauungsplan genehmigte. 

Neuer Bahnhof als Herzstück

Des weiteren soll auch der Bahnhof Horw für rund 27 Millionen Franken ausgebaut und erweitert werden. Der Horwer Gemeinderat beabsichtigt, zusammen mit der Zentralbahn, ein entsprechendes Bauprojekt auszuarbeiten. «Mit einem neuen Bushof wird sich das heutige Bahnhofareal in den nächsten Jahren grundlegend verändern», erklärt Romeo Degiacomi, Sprecher der Gemeinde Horw.

«Das Reisen und Pendeln zwischen Horw und Luzern soll attraktiver werden.»

Romeo Degiacomi

Der Ausbau des Bahnhofs sei wichtig für die Entstehung des neuen Stadtteils «Horw Mitte». «Mit stündlich bis zu sechs Zugverbindungen in beide Richtungen soll das Reisen und Pendeln zwischen Horw und Luzern mit dem öffentlichen Verkehr attraktiver werden», so Degiacomi weiter. Zum Vergleich: Heute sind es lediglich vier Verbindungen. Zudem ist die heutige Umsteigesituation zwischen Bus und Bahn nicht optimal.

«Mit dem neuen Bushof entsteht ein kundenfreundlicher Bus-Hub und die Umsteigewege zwischen Bus und Zentralbahn werden verkürzt», erklärt Degiacomi. Zusätzliche Veloabstellplätze, ein Infopoint, neue Restaurants und Shops sollen das Angebot auf dem Bahnhofareal ergänzen. Die Inbetriebnahme von Bahn- und Bushof ist für Mitte 2022 vorgesehen. 

Kostenverteilung noch nicht klar

Für die Planung und Realisierung von Bahnhof und Bushof Horw sind die Zentralbahn (zb) und die Gemeinde Horw zuständig. Die Kosten für das Gesamtprojekt belaufen sich auf 27 Millionen Franken und werden von Bund, Kanton Luzern und der Gemeinde Horw getragen. Der Bau des Bus-Hubs Horw und die bessere Verknüpfung von Bahn und Bus sind Bestandteile des Agglomerationsprogramms des Kantons Luzern und Teil der ÖV-Strategie «Agglomobil due» des Verkehrverbunds Luzern.

Der Bund beteiligt sich an den Infrastrukturkosten mit rund 17,3 Millionen Franken und leistet weitere 2,8 Millionen Franken ans Agglomerations-Programm. Die Gemeinde Horw und der Kanton Luzern übernehmen zusammen Kosten in der Höhe von rund 6,7 Millionen Franken, deren Verteilung allerdings noch nicht geklärt seien, wie Degiacomi gegenüber zentral+ erklärt. Die Gemeinde Horw rechne jedoch mit einem Kostenanteil von 1,4 bis 1,8 Millionen Franken.

Planungskredit von 400’000 Franken

Der Horwer Gemeinderat beantragt beim Einwohnerrat einen Planungskredit von 400’000 Franken für den Ausbau des Bahnhofs Horw. Dieser ist bestimmt für die Ausarbeitung des Bauprojekts für den Bahnhofplatz, den Bushof und die Anpassungen der bestehenden Personenunterführung Bahnhof. Nach Genehmigung des Kredits erarbeiten Zentralbahn und Gemeinde das Bauprojekt. Die Federführung liegt bei der Gemeinde. Das anschliessende Plangenehmigungsverfahren untersteht dem Eisenbahngesetz.

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