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In der Schüür sah Noan rosa
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  • Rezension
Hier noch ohne rosarote Brille: Noan in der Schüür in Aktion. (Bild: Salome Senn)

Luzerner Mundartmusiker feierte Plattentaufe In der Schüür sah Noan rosa

2 min Lesezeit 15.11.2019, 15:28 Uhr

Noan alias Matthias Kunz verdiente sich in den vergangenen zwei Jahren seine Sporen als Vorband von Musikern wie Kunz, Baschi oder Adrian Stern ab. Nun präsentierte der 31-Jährige sein Album «Rosaroti Brülle».

Bereits der erste Song sprühte nur so vor Energie. Schon nach wenigen Minuten gab es wohl kaum mehr einen Fuss im Raum, der nicht wenigstens mitgewippt hätte. Als Noan dann den Titelsong seines gleichnamigen Albums spielte, war die Stimmung richtig aufgeheizt.

Die Band griff nach rosaroten Sonnenbrillen im 80er-Jahre-Look. Diese Brillen galt es, sich zu «ertanzen», denn, so Noan, «die Welt sieht mit diesen Brillen einfach schöner aus». Er mischte sich selbst unter das Publikum, animierte die Leute mitzusingen- und -tanzen und sorgte für gute Stimmung. Diese war auch bei der Band zu spüren: Der Bassist hüpfte zeitweilen wie ein Gummiball auf und ab.

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Tanzbar, aber auch nachdenklich

Doch nebst stimmungsvollen Songs zum Mittanzen hatte Noan auch anderes auf Lager. Die Schnulze über das zerbrochene Herz durfte nicht fehlen und mit Lyrics wie «Ich sitze da wie es abgloffnigs Joghurt» kommt er den Tatsachen der Welt wieder etwas näher.

Die fast schon kitschige Stimmung verstand er jedoch beinahe durchgehend aufrechtzuerhalten. Das Album ist ein buntes Gemisch aus Sounds verschiedener Stilrichtungen. Von Reggae zu Synth-Pop über Rock bis zu 80ern ist von allem eine Prise dabei. «Musik ist ein unendlich grosser Spielplatz für Ideen», wie Noan sagt. Dass er sich auf diesem Spielplatz richtig austobt, war in der Schüür unschwer zu erkennen.

Musik in den Adern, aber bitte mit Sahne

Dieser Spielplatz mag wohl auch schon derjenige seiner Kindheit gewesen sein. Als Sohn eines Chorleiters und einer Konzertpianistin war ihm schon früh der Zugang zur Musik eröffnet.

Es ist aber nicht zuletzt auch sein authentisches Auftreten und sein sympathisches Lächeln, womit er sein Publikum begeistern kann. Mag die Gesamtheit seines Albums vielleicht ein etwas zu dick aufgetragenes Sahnehäubchen haben, so ist es die Freude an der Musik, die er versprüht und die zuletzt auch entscheidend ist.

Audiodelikt und Mandrin im Vorprogramm

War Noan bis vor Kurzem selbst noch als Vorband unterwegs, hatte er am Donnerstag nun selbst eine dabei. Audiodelikt aus Zürich kamen in die «Schüür», um das Publikum vorweg in Stimmung zu bringen. Sie brachten «fätzige» Mundart-Songs mit und überzeugten nicht zuletzt dank Posaune und Saxophon in der Bandbesetzung.

Leider war der Saal etwas leer und die Stimmung verteilte sich nur zäh im Raum. Nach ihrem Auftritt erzählte der Künstler «Mandrin» einige Geschichten zu ruhigen Gitarrenklängen, bis schliesslich Noan die Leute richtig zum Tanzen brachte.

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