In Baar entstehen 68 Wohnungen – hübsche Aussicht inklusive
  • Gesellschaft
Die Mehrfamilienhäuser sollen in unmittelbarer Nähe zu bestehenden Bauten entstehen. (Bild: wia)

Fünf Mehrfamilienhäuser sind geplant In Baar entstehen 68 Wohnungen – hübsche Aussicht inklusive

3 min Lesezeit 2 Kommentare 14.07.2020, 13:40 Uhr

Baar wächst weiter. Auf der Gemeinde liegen derzeit Pläne für den Bau von fünf Mehrfamilienhäusern auf. Der Widerstand aus der Nachbarschaft dürfte jedoch schon vorprogrammiert sein.

Nomen ist in diesem Fall tatsächlich Omen: Wer in einer der Villen am Baarer Panoramaweg wohnt, hat freie Sicht auf die Alpen.

Einigen Anwohnern dürften aber die aktuellen Baupläne Unbehagen bereiten. Im Süden des Panoramawegs stehen derzeit Baugespanne. Sie künden an, dass mit neuen Häusern die liebgewonnene Aussicht verbaut werden könnte.

Gemäss derzeit aufliegendem Bebauungsplan sollen hier fünf Mehrfamilienhäuser entstehen und insgesamt 68 Wohnungen. Bisher finden sich am Panoramaweg zumeist Einfamilienhäuser.

So dürfte die Neuüberbauung am Panoramaweg in Baar aussehen.

Bereits im Jahr 2017 wurde ein Studienauftrag Panoramaweg durchgeführt. Dies gemäss Gemeinde Baar «mit dem Ziel, ein optimiertes, jedoch architektonisch hochstehendes Bebauungs- und Freiraumkonzept» über die betreffenden Grundstücke zu erlangen.

Den entsprechenden Architekturwettbewerb gewann die Wild Bär Heule Architekten AG, welche nun das aktuelle Richtprojekt vorlegt.

Damals ging die Grundeigentümerin, die Victoria Liegenschaften AG aus Baar, jedoch von einer Arealbebauung aus. «Aufgrund der geänderten gesetzlichen Rahmenbedingungen seit dem Inkrafttreten des revidierten Planungs- und Baugesetz, ist dem Projekt nun ein einfacher Bebauungsplan zugrunde zu legen», so die Gemeinde.

Visualisierung der Überbauung am Geissbüel.

Für die Gemeinde hat das neue Gesetz den Vorteil, dass sie mehr Mitspracherecht hat, respektive kann sie damit verhindern, dass es zu architektonischem Wildwuchs kommt.

Doch zum konkreten Projekt. Geplant sind fünf Mehrfamilienhäuser, welche sich aufgrund der Topografie in ihrer Höhenlage unterscheiden.

In einer ersten Etappe sind in vier Mehrfamilienhäusern 55 Wohnungen geplant. Ein bestehendes Gebäude wird ausserdem abgerissen. Dort entsteht das fünfte Haus mit 13 Wohnungen.

Die geplante Überbauung von oben.

Die Bauten bestehen jeweils aus drei Wohngeschossen und einem Attikageschoss. Zwei der Bauten verfügen zudem dank der Hanglage über ein bewohnbares Untergeschoss. Zum angrenzenden Geissbüelbach mit seinem bewaldeten Bachbett soll gemäss Gemeinde ein angemessener Abstand gewahrt werden.

Die Erschliessung erfolgt über die Ägeristrasse. Ein von der Gemeinde in Auftrag gegebenes Verkehrsgutachten kommt zum Schluss, dass mit der Realisierung der Überbauung keine negativen Auswirkungen auf die umliegenden Verkehrswege zu erwarten seien.

Noch ist die Fläche zwischen Geissbüelbach und Roter Trotte frei.

Die Dächer sollen begrünt werden. Welche Farbe die Metallfassade dereinst haben wird, sei noch nicht abschliessend definiert. Ein Punkt, welcher in der Baubewilligung noch abschliessend bestimmt werde. Was jedoch bereits klar ist: Dezent soll es werden. Die öffentliche Planauflage findet bis am 10. August statt.

Die Architekten schreiben zum Projektbericht: «Der einfache Bebauungsplan Panoramaweg ermöglicht es, dass die betroffenen Grundstücke umsichtig und qualitätsvoll überbaut werden und das Bauland haushälterisch genutzt wird.» Auch die gemeindliche Planungskommission hat den Bebauungsplan einstimmig verabschiedet. Ob auch die heutigen Bewohner des Panoramawegs dem Projekt so positiv entgegensehen, ist zu bezweifeln.

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2 Kommentare
  1. Michi Weber, 14.07.2020, 20:57 Uhr

    So traurig es ist: Die Zuger wollen es ja nicht anders. Sie wählen jene, die ihnen Steuersenkungen versprechen, die ihnen nichts bringen, und schier unbegrenztes Wachstum.

  2. igarulo, 14.07.2020, 18:31 Uhr

    Der Kanton Zug wird weiter aufgefüllt. Wie auch die Schweiz. Die goldene Nase bekommen die Immobilientycoone und die vielen Bauunternehmer. Der systemrelevante Arbeiter steht im Stau am See oder in der Schlange vor den Grillplätzen des überfüllten Zugerbergs. Oder die bestehenden Häuser werden eingeklemmt zwischen „umsichtig und qualitätsvollen Überbauungen“ und dem „haushälterischen benutzt Werden von Bauland“. Man mag die schönfärberischen Floskeln der Baulobby nicht mehr hören. Sie gleichen immer mehr denjenigen der Politiker. Besser wäre: Wir zerstören lebenswerte Quartiere und leben gut davon.

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