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In Baar betreiben Behinderte nun ein Gasthaus
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Zuwebe-Mann Abduvali Numanov freut sich auf seine Arbeit im neuen Restaurant. (Bild: zvg)

Aus Hapimag-Kantine wird das Restaurant «Story» In Baar betreiben Behinderte nun ein Gasthaus

3 min Lesezeit 09.01.2019, 13:14 Uhr

Früher betrieb die Zuwebe im Baarer Neuhof-Quartier die Kantine für den Ferienanbieter Hapimag. Am Mittwoch hat die Behindertenwerkstätte am selben Ort nun ein öffentliches Restaurant eröffnet – das «Story». Doch der Erfolg mit dem Gastronomiebereich stellt die Zuwebe auch vor Probleme.

Die Zentralküche der Zuwebe in Inwil bei Baar platzt aus allen Nähten. Grund: Der Erfolg, den die Institution mit Verpflegung und Gastfreundschaft hat. Die Zuwebe kann seit vergangenem Sommer auch die Mittagstische der Gemeinde Baar beliefern.

«Ausserdem kochen wir auch für uns selber, und unsere anderen Angebote werden immer zahlreicher» sagt Jeannine Lütolf. Sie ist Sprecherin der Zuwebe, die einst als «Zuger Werkstätten für Behinderte» gegründet wurde und sich heute als «Einrichtung für Menschen mit Beeinträchtigungen» versteht, welche unter anderem auch ein Wohnheim führt.

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Schaufenster für die Öffentlichkeit

Der Gastrobereich sei aus zwei Gründen interessant für die Zuwebe. Zum einen gäbe es in der Gastronomie vielfältige Tätigkeiten, um Menschen mit Beeinträchtigungen zu integrieren. «Zum anderen ist es auch ein attraktives Angebot, mit dem die Zuwebe Einnahmen erzielen kann», so Lütolf.

Und die werden nun im Baarer Neuhof-Quartier erwirtschaftet. Dort führte die Zuwebe früher das Personalrestaurant für den Ferienanbieter Hapimag, der nach Steinhausen gezogen ist.

Leichte Kost für Bürolisten

Am Mittwoch nun hat die Zuwebe am selben Ort das Restaurant «Story» eröffnet: ein modernes Selbstbedienungs- und Take-away-Restaurant, das ein vielseitiges Pausen- und Mittagsangebot anbietet – von knackigen Salaten über Tagesmenüs, Gerichte aus dem Wok, Piadinas, aber auch Naschereien für zwischendurch. Ausserdem wird dort die neue Zentralküche der Zuwebe untergebracht.

Das Lokal will mehr sein als eine Kantine für die steigende Zahl von Leuten, die im Quartier arbeiten. In warmen Farben gehalten, verspielt mit vielen verschiedenen Sitzgelegenheiten eingerichtet, soll das «Story» auch Ort für ein kurzes Meeting oder eine kreative Kaffeepause sein. «Ein Raum, der Kontakte ermöglicht, Begegnungen fördert und vielleicht ganz neue Geschichten schreibt», wie Antonio Gallego, Vorsitzender der Geschäftsleitung Zuwebe ausdrückt.

Gegen 30 Angestellte

Ausserdem soll es ein Lokal sein, das Gäste anzieht, die nur wegen der Zuwebe kommen. Denn die ist mit vielen Leuten vor Ort: 19 Personen mit einer geistigen oder psychischen Beeinträchtigung arbeiten dort – vier von ihnen sind Lehrlinge. Bei ihrer Arbeit werden sie ausserdem von zehn Gastronomiefachleuten begleitet.

Blick ins Innere des «Story».

Blick ins Innere des «Story».

(Bild: zvg)

Eingerichtet wurde das Lokal mit der Unterstützung der Baarer Generalunternehmung Alfred Müller. Denn ein Restaurant, in dem Behinderte arbeiten, muss speziell ausgerüstet werden.

Zuwebe arbeitet mit Küchenchef vom Brändi

Das gilt auch für die speziell grosszügige Produktionsküche, welche die Zuwebe nun beim Restaurant im Neuhof-Quartier betreibt. Die bisherige Küche in Inwil bleibt zwar in Betrieb. Aber ein Grossteil der Gastronomieaufträge wird aber ab sofort am neuen Standort produziert.

Personell hat die Zuwebe übrigens schon vor einer Weile aufgerüstet. Seit rund fünf Jahren schwingt Küchenchef Ruedi Hager das Zepter am Herd. Er hat Erfahrung in der Grossküche – er war von der bekannten Luzerner Stiftung Brändi zur Zuwebe gekommen.

Beiz im Wachstumsquartier

Weil im Neuhof-Quartier eifrig gebaut wird und immer neue Arbeitsplätze hinzukommen, ist man bei der Zuwebe optimistisch, mit dem Angebot erfolgreich zu sein. Und auch beim Hauseigentümer, der Alfred Müller AG, findet man: «Das Restaurant Story steigert nicht nur die Attraktivität unserer Liegenschaften an der Neuhofstrasse, sondern jene des ganzen Quartiers», wie Geschäftsleitungsmitglied Michael Müller sagt.

Zu überprüfen ist die Aussage ab sofort, jeweils von Montag bis Freitag von 7.30 bis 16 Uhr.

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