Gesellschaft

Piks-Zahl nach erstem Tag bescheiden
Impfwoche: Wurst und Ländler lassen viele Zuger kalt

  • Lesezeit: 4 min
  • Kommentare: 5
Auch Landammann Martin Pfister (Die Mitte. Sowohl politisch, als auch hier) macht sich ein Bild von der Impfaktion in Cham. Daneben Gemeinderätin Christine Blättler-Müller und der Arzt Pius Bürki.
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Auch Landammann Martin Pfister (Die Mitte. Sowohl politisch, als auch hier) macht sich ein Bild von der Impfaktion in Cham. Daneben Gemeinderätin Christine Blättler-Müller und der Arzt Pius Bürki. (Bild: zvg)

Weil die Impfquote stagniert, bläst der Bund diese Woche zur Offensive. Baar und Cham haben ihre Aktionen bereits hinter sich. Sie ziehen ein positives Fazit. Auch wenn die Zahl der Geimpften überschaubar bleibt und sich manche für anderes stärker interessierten als den ersten Piks.

Diese Woche heisst’s im ganzen Land: Kommet, und holet euch den Piks. Die nationale Impfwoche ist gestartet, und auch der Kanton Zug hat seine Gemeinden damit beauftragt, die Werbetrommel für die Corona-Impfung zu rühren. Nur: Funktioniert das überhaupt? Hat sich nicht schon längst impfen lassen, wer das wollte?

Als erste Zuger Gemeinden waren am Montag Baar und Cham dran mit ihren Impfaktionen. In Cham war das Volk zwischen 17 und 20 Uhr zum Feierabendimpfen eingeladen. «Insgesamt haben sich gestern bei uns zwölf Personen impfen lassen», fasst Silja Studer, die Bereichsleiterin Kommunikation bei der Gemeinde, zusammen. «Sowohl die Neo-Geimpften als auch Passantinnen und Passanten und Mitarbeitende der Verwaltung durften an einem Marronistand direkt vor dem Mandelhof frische Marroni beziehen – passend zum Herbst.»

Der Landammann auf Impftournee

Im Verlauf des Abends habe auch Landammann Martin Pfister die Chamer Aktion besucht. Genauso wie der Leiter des kantonalen Führungsstabs von Zug, Urs Marti, als Verantwortlicher der Impfaktionstage im Kanton. «Die Rückmeldungen der vorbeikommenden Personen waren insgesamt positiv», sagt Silja Studer abschliessend. Auch wenn man die genauen Gründe, warum sich die Leute genau bei diesem Anlass hätten piksen lassen, nicht eruiert habe.

«Die Impfaktion mit einer Ländlermusik, einer Wurst vom Grill und einem Getränk wurde geschätzt.» 

Silvan Meier, Gemeinde Baar

In Baar hat die Gemeinde grösseres Geschütz aufgefahren und gar ein kleines Fest organisiert (zentralplus berichtete). Wie ist dort die Impfbilanz? «Es haben sich elf Personen impfen lassen. Weitere Personen haben sich vom Impfteam über die Impfung, sowohl über die Erst- und die Boosterimpfung als auch über den Impfstoff informieren lassen», erklärt Silvan Meier, der Kommunikationsbeauftragte der Gemeinde Baar.

Daneben scheinen einige Menschen vom Wurstduft angelockt worden zu sein. «Neben den Erstimpfenden kamen rund 60 Gäste, die bereits geimpft waren und die Gelegenheit genutzt haben, um die Baarer Geselligkeit zu geniessen.» Dabei gewesen seien Gemeindepräsident Walter Lipp, Gemeinderat Zari Dzaferi, die Gemeindeschreiberin Andrea Bertolosi sowie verschiedene Geschäftsleitungsmitglieder und Angestellte der Gemeinde. Auch in Baar machte Regierungsrat Martin Pfister am Abend seine Aufwartung.

Baar findet: Der Aufwand hat sich gelohnt

Die Reaktionen seien sowohl von Erstgeimpften als auch von bereits Geimpften sehr positiv gewesen, sagt Silvan Meier. «Die Impfaktion mit einer Ländlermusik, einer Wurst vom Grill und einem Getränk wurde geschätzt.» Aus Sicht der Gemeinde habe sich der Aufwand gelohnt – nicht allein wegen der Impfungen, sondern auch im Hinblick darauf, ein Zeichen zu setzen und für die Impfung zu sensibilisieren.

Wer trägt eigentlich die Kosten für Ländlermusik und Wurst? «Diese werden von Kanton oder dem Bund übernommen. Wir können unsere Aufwendungen dem Kanton weiterverrechnen», sagt Meier.

«Wenn man durch die Impfwoche in Zug zwei, drei Hospitalisationen vermeiden kann, dann hat man schon etwas erreicht.»

Aurel Köpfli, Kanton Zug

Und dieser? Aurel Köpfli, der Medienverantwortliche der kantonalen Gesundheitsdirektion sagt dazu: «Der Bund kommt grundsätzlich für die Kosten der Impfoffensive auf, gemäss unseren Abklärungen auch für diese Aktion. Bekannt ist jedenfalls, dass für die Impfwoche ein Budget von 100 Millionen Franken gesprochen wurde.»

Interesse an der Booster-Impfung und Smiley-Gebäck

Von Seiten Kanton sei es noch etwas früh für ein Zwischenfazit zur Impfwoche. Noch gebe es erst wenige Zahlen. Köpfli sagt: «Doch haben wir nicht mit einem riesigen Andrang gerechnet. Wir sind klar der Ansicht, dass jede Impfung zählt. Wenn man durch die Impfwoche in Zug zwei, drei Hospitalisationen vermeiden kann, dann hat man schon etwas erreicht.»

In Menzingen und in Hünenberg wurde im Verlauf des Dienstags geimpft. Christian Bollinger, Leiter Soziales und Gesundheit in Hünenberg, sagt auf Anfrage: «Bei uns läuft die Aktion seit Mittag. Seither haben sich elf Personen impfen lassen. Aufgefallen ist, dass mehrere Personen interessiert gewesen wären an einer Drittimpfung. Diese mussten wir leider vertrösten, im Rahmen der Impfwoche ist diese nicht möglich.»

Auch in Hünenberg winkt für die Neo-Geimpften ein «Goodie». «Zwar sind wir der Ansicht, dass die Impfung respektive der Schutz vor schweren Verläufen sowie die verringerte Ansteckungsgefahr Grund genug sind, um sich im Rahmen dieser Impfwoche piksen zu lassen.» Dennoch habe man ein kleines Café eingerichtet, sagt Christian Bollinger. «Zudem erhält jede geimpfte Person ein Süssgebäck-Smiley.»

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5 Kommentare
  1. Ungeimpfte Gesunde, 10.11.2021, 17:13 Uhr

    Wer das Tabuwort «Flop» für diese Impfwoche ausspricht, wird wohl zwangsgeimpft werden. Von Corona-General Berset höchstpersönlich. Faites attention!

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  2. mebinger, 10.11.2021, 10:33 Uhr

    Habt ihr wirklich das Gefühl, ich gefährde meine Gesundheit, damit ihr in die Ferien könnt?

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  3. Baarer Einwohner, 09.11.2021, 20:09 Uhr

    Ich frage mich ja wieso die 3G Chilbi in Baar welche einen Teil der Bevölkerung ausschliesst und somit Steuergelder verschwendet und leute Diskriminiert nicht Thematisiert wird
    https://www.baar.ch/aktuellesinformationen/1381715
    Gerne würde ich Ihren Artikel darüber lesen, ich bin dazu sowohl beim Gemeinderat sowie dem Verwaltungsgericht vorstellig geworden.
    Den eine Durchführung im kleineren rahmen max 500pers ohne Zertifikat oder für Baarer Bürger/Steuerzahler eine kostenlose Testmöglichkeit hätte niemanden ausgeschlossen und für die von «der Mitte» welche ja auch in Baar in der Exekutive vertreten ist propagierte «Einung» der Bevölkerung mit einem Fest «für Alle» ermöglicht.

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    1. Fertig gejammert, 10.11.2021, 10:25 Uhr

      Es wird ja niemand ausgeschlossen. Sie müssen sich nur testen lassen.

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      1. Baar-a-Balla, 11.11.2021, 13:09 Uhr

        Also die Jugendlichen (ab Alter 16) die auf die Chilbi Bahnen möchten, müssen entweder geimpft, genesen oder aber getestet werden. Eine Gruppe, deren Risiko sehr gering ist.

        Auf dem Weihnachtsmarkt, wo sich wohl eher die Älteren (mit höherem Risiko) aufhalten und es oftmals Gedränge gibt gelten KEINE Regeln.

        Wie erklären Sie das einem Jugendlichen?

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