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Kanton Luzern schliesst Unterkünfte Immer weniger unterirdische Asylzentren

2 min Lesezeit 15.10.2016, 08:26 Uhr

Weil weniger Asylbewerber als geplant in den Kanton Luzern kommen, hebt der Kanton 350 Asylplätze auf. Trotzdem muss der Kanton gleichzeitig neue Plätze schaffen. Dafür gibt’s eine einfache Erklärung.

Der Kanton Luzern hebt reihenweise Asylunterkünft auf – oder sie werden gar nicht erst in Betrieb genommen. Beispiele sind die Zivilschutzanlagen in Ruswil und Buchrain, die bereits Ende Jahr statt erst im Sommer 2017 schliessen. Eine Anlage in Schötz wird gar nicht erst eröffnet. Und in Nebikon, Meggen und Eschenbach haben die Unterkünfte bereits zu. Insgesamt hebt der Kanton Luzern in den nächsten Monaten gesamthaft 350 unterirdische Unterkunftsplätze auf.

Leo Müller, CVP-Nationalrat und Ruswiler Gemeindepräsident, sagt gegenüber der «Luzerner Zeitung», man habe das Zentrum ohne Zwischenfälle gut führen können. Wegen der Schliessung entgehen der Gemeinde rund 50’000 Franken. Müller sagt: «Die Finanzen waren weder für die Eröffnung noch für die Schliessung ein Argument.»

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Grund für die Schliessungen der Unterkünfte: Es kommen weniger Asylsuchende in die Schweiz als geschätzt. Die Balkanroute ist zu, dafür verzeichnen Länder wie Italien mehr Asylsuchende. Der Bund wies dem Kanton Luzern im September nur 77 Asylsuchende zu – im Vorjahr waren es im gleichen Monat 248.

Trotzdem neue Zentren

Trotzdem sagt Silvia Bolliger, Abteilungsleiterin Asyl- und Flüchtlingswesen des Kantons Luzern, dass die Zahl der Asylsuchenden nicht abgenommen habe. Sie begründet dies damit, dass der Bund mit der Behandlung der Asylverfahren in Verzug sei und es daher einen Rückstau im Kanton Luzern gebe. Die betroffenen Personen bleiben bleiben also im Kanton, bis ihr Gesuch vom Bund bearbeitet worden ist.

Laut Bolliger muss der Kanton also trotz rückläufigen Flüchtlingszahlen neue Betten schaffen. «Im Schnitt brauchen wir 40 neue Plätze pro Monat», so Bolliger gegenüber der LZ. In den Gemeinden Oberkirch, Geuensee und Buttisholz werden auf Anfang November rund 220 oberirdische Zentrumsplätze geschaffen – vorerst als Reserve.

Aktuell gibt es im Kanton Luzern 910 Zentrumsplätze, davon sind 750 belegt. Seit Anfang 2016 sind im Kanton Luzern 1800 Personen im Asylverfahren. Zudem zählt der Kanton 2500 vorläufig Aufgenommene und Flüchtlinge. Diese sind mehrheitlich in Wohnungen untergebracht.

Gemeinden müssen auch weiterhin Wohnungen zur Verfügung. «Die Verteilung der Asylsuchenden in die Gemeinden entspricht genau dem Verlauf der aktuellen Prognosen», sagt Bolliger.

 

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