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Immer mehr Stadtluzerner verzichten auf ein eigenes Auto
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Einen Bogen nach Bundesbern schlagen: Die CVP will die Vorfinanzierung für den neuen Luzerner Bahnhof forcieren. (Bild: Gabriel Ammon/AURA)

44 Prozent setzen auf Velo, Bus oder Carsharing Immer mehr Stadtluzerner verzichten auf ein eigenes Auto

3 min Lesezeit 1 Kommentar 26.10.2017, 11:12 Uhr

In der Luzerner Kernstadt leben immer mehr Leute ohne Auto und sind dafür zu Fuss, mit dem Bus oder dem Velo unterwegs. Dennoch hat der Autoverkehr in der Agglomeration in den letzten fünf Jahren deutlich zugenommen. Die Gründe.

Die Pendler zwischen Land und Agglomeration Luzern sind nämlich länger unterwegs, wie das Monitoring des Gesamtverkehrs in Luzern zeigt. Wie am Donnerstag bekannt wurde legte eine Person im Kanton Luzern 2015 durchschnittlich 38,4 Kilometer pro Tag zurück, was einer Zunahme um rund 4,5 Kilometer seit 2005 entspricht.

Diese Steigerung der mittleren Distanz sei hauptsächlich auf die Zunahme bei der Bevölkerung des ländlichen Raums um 8 Kilometer zurückzuführen. In der Agglomeration und der Stadt stieg die mittlere Distanz seit 2005 um 0,3 respektive 0,7 Kilometer ebenfalls, jedoch nur noch leicht an.

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Vor allem die Autobahnen sind stärker befahren

Das spiegelt sich im Autoverkehr: Zwischen den Land- und den Agglomerationsgemeinden und zwischen den Agglomerationsgemeinden selbst werden steigende Autozahlen auf den Strassen verzeichnet. Die Zunahme auf den Autobahnen beträgt hier seit 2012 rund 7 Prozent, während auf den Kantonsstrassen eine Zunahme von rund 2 Prozent stattfand. 7 Prozent auf den Autobahnen heisst: 19’000 Fahrzeuge mehr.

So stark werden die Verkehrsverbindungen zwischen Stadt und Agglomeration täglich befahren (Autoverkehr):

 

Die Tabelle zeigt den durchschnittlichen Auto-Tagesverkehr (in Anzahl Personen) auf ausgewählten Verkehrsverbindungen zwischen Stadt und Agglomeration.

Die Tabelle zeigt den durchschnittlichen Auto-Tagesverkehr (in Anzahl Personen) auf ausgewählten Verkehrsverbindungen zwischen Stadt und Agglomeration.

(Bild: Tiefbauamt Luzern)

Die Landbevölkerung fährt also mehr mit dem Auto, während die Beliebtheit des öffentlichen Vekehrs (öV) stagniert, 15 Prozent der ländlichen Verkehrsteilnehmer bentzen Bus oder Bahn.

Stadt, Kanton und Verkehrsverbund Luzern untersuchen

Das Monitoring Gesamtverkehr Luzern 2017 ist ein Gemeinschaftsprojekt der Stadt Luzern, des Kantons Luzern und des Verkehrsverbunds Luzern. Es dokumentiert die Gesamtverkehrsentwicklung in verschiedenen Bezugsräumen. So zeigt es beispielsweise, wo wie viele Personen mit welchem Verkehrsmittel unterwegs sind und wie sich das Mobilitätsverhalten in der Stadt, in der Agglomeration und im Kanton Luzern unterscheidet. Alle fünf Jahre wird ein umfassender Bericht erarbeitet. Der neuste ist am Donnerstag erschienen.

44 Prozent der städtischen Haushalte verzichten auf ein Auto

Anders sieht es innerhalb der Agglo aus, wo der öV zwischen 2005 und 2015 häufiger frequentiert wurde. Die Anzahl der Passagiere nahm um 5 Prozent zu. In der Stadt Luzern selber sieht es nochmal viel besser aus für die Busse: Der Anteil des öV hat dort von 37 auf 42 Prozent zugenommen. Im Alltagsverkehr wurden 2015 insgesamt 45 Prozent aller Personenkilometer von der Stadtbevölkerung mit dem Auto zurückgelegt.

Der Anteil autofreier Haushalte in der Stadt hat zwischen 2005 bis 2015 von 37 auf 44 Prozent zugenommen und ist auf kantonaler Ebene konstant geblieben. Gleichzeitig stiegen in allen Gebieten des Kantons die Mitgliederzahlen von Mobility Carsharing deutlich an. Somit zeigen sich die Aus- wirkungen des globalen Trends weg vom Besitz hin zum «Sharing» zunehmend auch in Luzern.

So sind die Autos im Kanton verteilt:

Die Anzahl Personenwagen im Kanton: In der Stadt sind mit Abstand am wenigsten Fahrzeuge registriert.

Die Anzahl Personenwagen im Kanton: In der Stadt sind mit Abstand am wenigsten Fahrzeuge registriert.

(Bild: Tiefbauamt Luzern)

Kürzere Wege zwischen Wohnen und Arbeiten

Das Gesamtmonitoring des Verkehrs soll den Planern aufzeigen, welche Massnahmen sich in Zukunft aufdrängen. Für die Verfasser des neusten Berichts ist klar: Es brauche «weitere Anstrengungen, um kurze Wege zu fördern, damit beispielsweise am selben Ort gewohnt und gearbeitet werden kann.»

So setzten sich der Kanton und die Standortgemeinden mit der Entwicklung der Gebiete Luzern Süd, Nord und Ost für eine weitere Durchmischung und Verdichtung der Siedlungsgebiete in der Agglomeration ein.

Immer wichtiger werde zudem die regionale Zusammenarbeit. «Eine optimierte Abstimmung von Siedlung und Verkehr, wie im Agglomerationsprogramm Luzern als Ziel formuliert, ist dringend nötig und bedingt weiterhin grosse Anstrengungen aller Beteiligten», fordern sie weiter.

 

 

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1 Kommentare
  1. David Lehner, 26.10.2017, 13:20 Uhr

    Ich lege pro Tag im Durchschnitt zielich genau 19km zurück – und die “Wege” sind immer verschieden, denn sie entstehen in meiner Funktion als Techniker im Aussendienst.
    Wenn ich bedenke, was ich dabei trotzdem tagtäglich für Zeit verlöffle weil ich hinter irgendwelchen Shoppingfahrern, Rentnern und was weiss ich nicht allem im Stau stehe, dann glaube ich allerdings auch, dass es weitere Anstrengungen braucht.
    Aber nicht solche die alle Verkehrsteilnehmer schikanieren (wie sie ja seit langem en vogue sind in Luzern), sondern solche, die den Sinnlos-Verkehr beschränken!