Im Zuger Tierheim ist die Hölle los – aber nicht wegen Corona
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Jöö-Alarm: Zwei junge Büsis aus dem Tierheim Allenwinden. (Archivbild: Natalie Ehrenzweig)

Viele junge Katzen halten Team auf Trab Im Zuger Tierheim ist die Hölle los – aber nicht wegen Corona

2 min Lesezeit 30.07.2020, 20:30 Uhr

Schweizweit werden Tierheime mit Anfragen überrannt. Im Tierheim Allenwinden in Zug scheint das Dauerzustand zu sein.

«Bei uns ist die Hölle los», sagt Marlies Arnold und lacht. Sie ist Tierpflegerin im Tierheim Allenwinden. Doch Corona trägt keine Schuld am hektischen Treiben.

Schweizweit vermeldeten zwar viele Tierheime, dass sie von Anfragen überrannt werden, weil während des Lockdowns ein Vermittlungsstopp eingelegt wurde. Im Tierheim Allenwinden gebe es nicht «massiv mehr» Anfragen als vor Corona. Anfragen habe man Jahr für Jahr viele. «Einige kontaktieren uns bereits im Februar und zeigen Interesse an einer jungen Katze – und müssen sich dann noch monatelang gedulden.»

59 junge Büsis im Heim

Im Sommer sei im Tierheim Allenwinden immer viel los. Zu dieser Zeit gebären nämlich viele Katzenmütter. Verwilderte Katzen oder Bauernhofkatzen können dem Tierheim gebracht werden, wo sie dann für einen kleinen Beitrag kastriert werden. Diese Kastrationsaktion ist nötig, weil sich Katzen rasend schnell vermehren können – eine Katze kann zweimal im Jahr Nachwuchs bekommen.

«Ende April und Anfang Mai kam ein Wurf nach dem anderen auf die Welt», sagt Marlis Arnold. 59 junge Büsis hat das Tierheim bis jetzt bei sich aufgenommen. Das sind massiv mehr Katzen als noch im Vorjahr (zentralplus berichtete). Die meisten der kleinen Vierbeiner haben ein neues Herrchen oder Frauchen gefunden – 15 Katzen suchen noch ein neues Zuhause.

Auf den Lockdown-Spaziergängen verwilderte Büsis gesehen

Doch warum dieses Jahr die vielen jungen Büsis? «Viele Katzen schienen dieses Jahr früher trächtig zu sein als die Jahre zuvor», sagt Marlies Arnold. Auffallend seien zudem die vielen Meldungen, dass verwilderte Katzenpopulationen gesichtet wurden.

Diese hat das Tierheim dann gefangen, um die Katzen zu kastrieren. Bei der Untersuchung stellte sich zum Teil heraus, dass die Katzen bereits trächtig waren. «Ich vermute, dass viele zu Zeiten von Corona mehr Zeit hatten, durch Zug zu laufen und man so vermehrt wilde Katzen gesehen hat.»

Ein Büsi gegen die Einsamkeit?

Tierschützerinnen befürchteten, dass sich viele während des Lockdowns ein Tier zulegen würden, weil sie sich einsam fühlten – und danach das Tier wieder loswerden wollen würden. Im Tierheim Allenwinden hat man aber kein einziges Tier aufgenommen, das sein Frauchen oder Herrchen erst kürzlich erworben hat. Befürchtet Arnold, dass das noch kommen wird? «Ich sehe das nicht so, dass sich viele aus Langeweile und zum Zeitvertreib ein Tier zugetan haben.»

Generell ist man im Tierheim immer darauf bedacht, potenziellen Interessenten in Gesprächen auf den Zahn zu fühlen und Tiere nur an Menschen zu vermitteln, die sich auch den Pflichten bewusst sind. «Das gelingt uns auch sehr gut.»

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