Im Zuger Paradies sinken die Steuern 2021 kaum noch
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Der Kanton Zug senkt die Steuern. (Bild: Emanuel Ammon/ Aura)

Nur Kanton will die Steuern wegen Corona senken Im Zuger Paradies sinken die Steuern 2021 kaum noch

3 min Lesezeit 04.01.2021, 05:00 Uhr

Im Kanton Zug kennt die Entwicklung der Steuern nur eine Richtung: nach unten. Das bleibt auch im neuen Jahr so. Wobei auf gemeindlicher Ebene die Talsohle vereinzelt erreicht sein könnte, wird man in Baar gar wieder stärker zur Kasse gebeten.

Der Kanton Zug tut, was sonst niemand in der Schweiz tut. Er senkt den Steuerfuss von diesem Jahr an befristet auf drei Jahre von 82 auf 80 Prozent. Dies ist allerdings die einzige massgebliche Steuersenkung, die 2021 im milden Steuerklima des Zugerlands ansteht. Und sie ist auch noch nicht einmal sicher. Sollte der eher unwahrscheinliche Fall eintreten, dass die Stimmbürgerinnen dem Referendum der Linken an der Urne zustimmen, wird die Steuersenkung rückwirkend annulliert.

In den elf Zuger Gemeinden kam es in den letzten Jahren zu teils massiven Steuersenkungen – so hat etwa Risch binnen dreier Jahre den Steuerfuss um 6 Prozent gesenkt. Damit ist erst einmal Schluss, nun ist Konstanz angesagt. Die meisten Gemeinden haben fürs kommende Jahr einen kleinen Überschuss oder Fehlbetrag budgetiert und behalten den aktuellen Steuersatz bei.

Baar streicht den Steuernachlass

So auch die Gemeinde Baar, wo die allerwenigsten Steuern im Kanton fällig werden. 53 Prozent waren es 2020, 53 Prozent werden es auch kommendes Jahr sein. Dennoch müssen die Einwohner der flächengrössten Zuger Gemeinde tiefer in die Tasche greifen. Denn 2020 war wegen der guten Ertragslage ein Rabatt von 4 Prozent gewährt worden.

So waren am Ende noch 50,88 Prozent Gemeindesteuern auf den kantonalen Einheitssatz fällig. Im kommenden Jahr indes rechnet Baar aber mit roten Zahlen – infolge rückläufiger Steuererträge bei einem gleichzeitig ansehnlichen Investitionsbedarf. Daher gibt’s heuer keinen Nachlass.

Hünenberg gibt rote Laterne ab

Andere Gemeinden budgetieren 2021 ebenfalls einen Fehlbetrag, halten aber an den Nettosteuern fest. Schlusslicht Hünenberg, das bisher mit 70 Prozent offiziell den höchsten Steuersatz im Kanton aufwies, tut etwas für eine wirtschaftsfreundlichere Aussenwahrnehmung.

Wurde bisher zum Steuersatz von 70 Prozent zusätzlich ein Rabatt von 5 Prozent gewährt, so wird dies nun in zum dauerhaften Steuersatz von 65 Prozent umgewandelt – und damit zur formal einzigen kommunalen Steuersenkung im Kanton. Hünenberg rechnet fürs kommende Jahr mit einem Defizit von einer Dreiviertelmillion.

Andere Gemeinden bleiben vorsichtig. So hält Neuheim bei einem Steuerfuss von 65 Prozent weiter an einem vierprozentigen Rabatt fest, Menzingen gewährt zwei Prozent Abzug von den 67 Prozent.

Kirchensteuern sinken

Die grösste Nettozahlerin des kantonalen Finanzausgleichs, die Stadt Zug, hält die Steuern konstant bei 54 Prozent, am zweitwenigsten im Kanton.

Steuererleichterungen kann es nicht nur auf Gemeinde- und Kantonssteuern geben, sondern auch auf Kirchensteuern. Und hier geht’s vereinzelt weiter runter. Die evangelisch-reformierte Kirche erhebt in der Regel weniger Steuern als die katholischen Kirchgemeinden, aber die holen auf. So sind etwa die katholischen Kirchensteuern in Unterägeri in kurzer Zeit von 13 auf 9 Prozent im kommenden Jahr gefallen.

Unterschiedliche Hundesteuern

Beträchtliche Unterschiede gibt’s auch bei den Hundesteuern. In der Stadt Zug etwa, wo die Vierbeiner beispielsweise auch in den Badis willkommen sind, hat das Parlament die Steuer jüngst komplett abgeschafft.

Anders in einzelnen Gemeinden des Berggebietes. In Neuheim kostet das Halten eines Hundes 60 Franken pro Jahr, in Menzingen gar 90 Franken. Einzig für Hofhunde wird der zu entrichtende Beitrag auf einen symbolischen Obolus verringert.

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