Vreni Völkle informiert über den Corona-Ausbruch im Sälischulhaus Luzern.
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Vreni Völkle informiert über den Corona-Ausbruch im Sälischulhaus Luzern. (Bild: zvg)

Maskenpflicht im Kindergarten Im Schulhaus Säli Luzern häufen sich die Corona-Fälle

3 min Lesezeit 12 Kommentare 22.11.2021, 16:00 Uhr

Neun Schülerinnen, die im Säli zur Schule gehen, sind positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Am Montagmorgen fand deshalb ein Ausbruchstesting statt. Bis die Resultate vorliegen, gilt im Schulhaus Maskenpflicht – auch für Kindergärtler.

Der Ausbruch begann am Montag vor einer Woche. Danach wurden jeden Tag weitere Fälle gemeldet. «Bereits am Dienstag hat die Schulleitung deswegen mit mir Kontakt aufgenommen», bestätigt Vreni Völkle, Rektorin der städtischen Volksschule. «Wir waren uns rasch einig, dass es vermutlich Sinn machen würde, ein Ausbruchstesting durchzuführen.»

Umgehend nahm Völkle deshalb Kontakt mit einem Testcenter in der Region auf. Dieses war letzte Woche allerdings sehr stark ausgelastet. «Wir kamen deshalb überein, die Anweisungen des kantonalen Contact Tracings abzuwarten», sagt die Rektorin. Es ist kein Geheimnis, dass dieses derzeit wieder stark gefordert ist – wenn nicht gar überfordert. «Am Donnerstag kam die Anweisung der Dienststelle für Gesundheit und Sport, dass das Ausbruchstesting am Montagmorgen durchgeführt wird.»

Maskenpflicht: Eine kurzfristige Sicherheitsmassnahme

Am Montagvormittag schliesslich wurden die Tests bei denjenigen Kindern durchgeführt, bei denen die Eltern ihre Zustimmung gegeben haben. Seither gilt im Schulhaus eine Maskenpflicht vom Kindergarten bis zur sechsten Klasse. «Das ist eine kurzfristige Sicherheitsmassnahme», so die Rektorin. «Da wir nicht wissen, ob es weitere positive Fälle gibt, wollen wir verhindern, dass die Kinder in der Zwischenzeit allfällige Ansteckungen weitergeben», so Völkle.

Die Maskenpflicht gilt sicher bis am Dienstag, wenn die Testergebnisse vorliegen. Wegen der Inkubationszeit wird aktuell diskutiert, sie eventuell bis Ende Woche zu verlängern, um die Verbreitung des Virus im Schulhaus einzudämmen. «Diese kurzfristige Massnahme hat keinen Widerstand ausgelöst, wie mir die Schulleitung versichert hat», sagt Völkle. Nur eine negative Rückmeldung habe es seitens der Eltern gegeben. «Wenn wir die Maskenpflicht ab dem Kindergarten angeordnet hätten, ohne dass positive Fälle festgestellt worden wären, sähe das sicher anders aus», meint sie. «Da aber Covid-Fälle vorliegen, sind die meisten Eltern sehr auf die Sicherheit bedacht und tragen die Massnahmen mit.»

Haben die Behörden zu langsam reagiert?

Auf Twitter haben sich vereinzelt Stimmen zu Wort gemeldet, die kritisieren, dass es viel zu lange gedauert habe, bis die Schule reagiert hat. «Man kann sicher von einer kleinen Verzögerung sprechen», räumt denn auch Völkle ein. «Im Hintergrund liefen die Vorbereitungen aber auf Hochtouren.»

Die Testergebnisse werden morgen direkt den Eltern mitgeteilt. Fallen diese positiv aus, muss das betroffene Kind daheim bleiben – und die Angehörigen müssen allenfalls in Quarantäne. «Wenn in einer Klasse mehrere positive Fälle registriert werden, wird das Contact Tracing über eine Klassenquantäne entscheiden», kündigt Völkle an. Die Eltern werden diesfalls möglichst frühzeitig informiert.

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12 Kommentare
  1. Waldemar Schmidt, 23.11.2021, 17:58 Uhr

    Das Rektorat wusste ganz genau, dass die Fallzahlen im Schulhaus stiegen, auch letzte Woche. Die Schulleitung soll auf die Warnung der Elterngruppe (vor Wochen!) hin teilnahmslos reagiert haben, mit der Maske unter der Nase. Frau Völkle wie auch die Schulleitung reagierten vor Wochen eher irritiert und unfreundlich auf die Bitte der Eltern, das Testregime im Schulhaus einzuführen. Und jetzt? Wie viele im Umfeld der Kinder haben sich in der Zwischenzeit angesteckt? Wie viele landen davon im Spital? Wie viele Impfdurchbrüche? Wir wissen es nicht genau. Aber durch besseres Zuhören und entsprechende Massnahmen hätten jene geschützt werden können, die jetzt arg leiden oder sogar sterben. Diese Seite fehlt in der Berichterstattung.

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  2. Westly, 23.11.2021, 10:08 Uhr

    Der Bericht ist unkritisch und ungenau. Ob die Situation wegen Überforderung oder wegen Verharmlosung ausser Kontrolle geriet weiss ich nicht. Wahr ist aber:
    – Es waren mehr bestätigte Fälle. Mind. 20
    – Die Schulleitung und die Behörden haben passiv, konservativ und zu spät reagiert
    – Sie haben somit die Sicherheit und Gesundheit der Betroffenen und deren Umfeld gefährdet
    – Es wurde nicht nur viel zu spät reagiert, sondern es wurde auch nicht richtig kommuniziert, damit direkt oder indirekt Betroffene und vor allem Risikogruppen hätten geschützt werden können

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    1. Redaktion Lena Berger, 23.11.2021, 15:02 Uhr

      Danke für die kritische Rückmeldung. Ich habe beim Rektorat nachgefragt und kann deshalb folgendes ergänzen: Die Angabe der Fallzahlen bezog sich auf letzte Woche, 17. November, da waren es neun gemeldete Fälle. Inzwischen dürfte die Zahl höher liegen, genaueres wird wohl heute noch bekannt, wenn die Testergebnisse vorliegen.

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  3. Mutter, 23.11.2021, 09:12 Uhr

    Als betroffene Mutter möchte ich hier berichtigen, daß die Anzahl positiv getesteter Kinder viel, viel höher ist.
    Zudem hat eine Gruppe Eltern die Schulleitung bereits vor einigen Woche schriftlich kontaktiert, auf die Situation hingewiesen und um Maßnahmen gebeten. Geschehen ist nichts. Nun haben wir das Ergebnis!
    Doch das Problem liegt auch tiefer begraben. Solange gesamtschweizerisch keine Maßnahmen zum Schutz der Primarschüler beschlossen werden, sind auch den Luzernern die Hände gebunden. Trotzdem hätte Eigeninitiative und den Mut zum Alleingang das Säli besser dastehen lassen!

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  4. Roli Greter, 22.11.2021, 22:41 Uhr

    Waren es positive Tests oder effektive Erkrankungen ?

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    1. Karl-Heinz Rubin, 23.11.2021, 03:48 Uhr

      Herr Greter
      Darf ich Sie fragen, was ganz genau schon bei Ihnen getestet wurde?
      Evtl. sind da ja ein paar Sachen die nicht natürlichen Ursprungs sind.

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    2. Alain, 23.11.2021, 07:45 Uhr

      Bei etwa jedem 15ten Kind kommt es zu Langzeitfolgen, ihr Kommentar ist respektlos und unangebracht.

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      1. Roli Greter, 23.11.2021, 09:14 Uhr

        @Karl-Heinz Rubin
        Reicht es aus wenn man laborbestätigt viele Antikörper durch natürliche Infektion nachweisen kann?

        @Alain
        Wenn Sie meine Frage beantworten können wäre das sehr hilfreich. Asymptomatische, positive Tests sind für die Immunisierung etwas Positives, daher wäre es doch erfreulich wenn die Kinder möglichst viele Antikörper bilden könnten. Dies stärkt das Immunsystem.

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  5. Larvente, 22.11.2021, 21:23 Uhr

    Wer berichtet hier? Ist das die Tochter von ehemals Lehrer Berger aus dem Sälischulhaus?
    Da wusste das Rektorat wo andocken um sich gut dar zu stellen.

    Es lief aus Sicht der Eltern ganz anders ab.

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    1. Redaktion Lena Berger, 23.11.2021, 10:23 Uhr

      Wie lief es denn aus Sicht der Eltern ab? Wenn es da Diskrepanzen gibt, interessiert mich das natürlich. Aber eines muss ich klar sagen: Der Vorwurf, das Rektorat hätte bei mir «angedockt», weil mein Vater (inzwischen pensioniert und in einen anderen Kanton gezogen) Einfluss genommen hat, ist einfach nur lächerlich. Ich bin eine 35-jährige Frau und lasse mir ganz sicher nichts von meinen Papi diktieren. Wie man auf so eine Idee kommen kann… Finde das unglaublich. Auf die Geschichte gestossen sind wir über den Tweet eines Leser gestossen, der die Meinung vertrat, die Schulleitung hätte zu langsam reagiert. Wir haben dann das Rektorat mit diesem Vorwurf konfrontiert.

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  6. Samuel Bättig, 22.11.2021, 20:34 Uhr

    Warum nicht sofort in allen Schulen eine Maskenpflicht für alle Schüler der Primar ? Diese Altersgruppe ist zurzeit der Treiber der Pandemie und verursacht einen Grossteil der Fälle. Bitte die Maskenpflicht einführen, bevor die Zahlen weiter explodieren.

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    1. Alain, 23.11.2021, 07:47 Uhr

      Wir müssen beobachten. Um sicher zu sein, dass sich Kinder anstecken können. Wir haben noch nicht genügend Daten – die Daten aus dem Ausland sind leider im Faxgerät steckengeblieben.

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