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Im Göbli sollen die Zuger Notzimmer konzentriert werden
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So sehen die Notzimmer an der Zeughausgasse aus. (Bild: wia)

Neubau für 25-30 Zimmer geplant Im Göbli sollen die Zuger Notzimmer konzentriert werden

4 min Lesezeit 23.12.2018, 05:51 Uhr

Die Notzimmer in der Stadt Zug werden weniger und weniger. Nun sollen im Göbli mindestens 25 neue Zimmer für Personen ohne Dach über dem Kopf entstehen. Es liegen vier mögliche Projekte auf dem Tisch, die rund 4,5 Millionen Franken kosten sollen.

In der Stadt Zug ist genügend Platz Mangelware. Dies gilt nicht nur für Wohnraum, sondern auch für Notzimmer. In solchen sind Personen untergebracht, welche keine Unterkunft haben, sowie Personen und Familien, die vor einer polizeilichen Ausweisung aus ihrer Mietwohnung stehen und keine Anschlusslösung in Sicht haben. Stand heute sind sämtliche rund 20 Notzimmer besetzt.

Es werden immer weniger Notzimmer

An der Kirchenstrasse sind bereits sieben Notzimmer weggefallen. Ende 2019 müssen weitere sieben Notzimmer an der Zeughausgasse geräumt werden (zentralplus berichtete).

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Kommt hinzu, dass die zehn Notzimmer auf dem Areal des früheren Kantonsspitals keine dauerhafte Lösung sind – auch wenn der Ende 2019 auslaufende Mietvertrag mit dem Kanton wohl nochmals verlängert werden kann, wie der GGR mitteilt.

Bleiben noch die vier Notzimmer für Frauen am Lüssiweg sowie eine Notwohnung an der Göblistrasse. Das Platzproblem spitzt sich also immer mehr zu. Es muss eine Ersatzlösung für rund 25 Notzimmer gefunden werden. Dass das Platzproblem in Zug gelöst werden muss, darüber ist man sich weitgehend einig.

Erfolglose Suche

Sich des Engpasses bewusst, machte sich die Stadt Zug auf die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten für neue Notzimmer – vergeblich. Unter anderem war einst vorgesehen, an der Zugerbergstrasse neue Notzimmer zu bauen.

So sieht die Zugerbergstrasse 10 heute aus – perfekte Projektionsfläche für Architekturstudenten. Das Ergebnis sehen Sie unten.

Hier an der Zugerbergstrasse 10 war geplant, neue Notzimmer zu bauen.

(Bild: zvg)

Nun greift der Stadtrat auf ein Grundstück zurück, das man vor gut fünf Jahren in einem Tauschgeschäft mit der Korporation Zug als Reservefläche erworben hat. Es handelt sich um ein Grundstück im Gebiet Göbli, wo dereinst auch der neue Ökihof stationiert sein soll (zentralplus berichtete).

Das Areal liegt nördlich des Parkhauses von V-Zug Immobilien, welches in Projektierung ist. Östlich des Grundstücks verläuft die sich im Bau befindende Verlängerung der Industriestrasse mit Anschluss an die Tangente Zug/Baar.

Rund die Hälfte der Fläche wird gebraucht

Das Grundstück ist 2’599 Quadratmeter gross, wobei die Notzimmer nicht die gesamte Fläche beanspruchen werden. Es wird mit Geschossflächen von 1’200 bis 1’400 Quadratmetern gerechnet. Der Rest könne zu einem späteren Zeitpunkt für weitere Nutzungen weiterentwickelt werden, wie die Stadt mitteilt. Es wird explizit darauf hingewiesen, dass zurzeit keine Asylunterkunft vorgesehen sei.

In den neuen Notzimmern sollen in erster Linie Einzelpersonen untergebracht werden können. Ziel ist jedoch, dass man die Zimmer teilweise auch zu grösseren Einheiten zusammenlegen kann, damit sie von Paaren oder Familien belegt werden können.

«Einfach und zweckmässig»

Jeweils geschossweise vorgesehen sind Küchen sowie Aufenthalts- und Nebenräume, welche gemeinsam genutzt werden. Total sind 25 bis 30 Einerzimmer geplant, dazu jeweils drei bis fünf Gemeinschaftsküchen und Aufenthaltsräume sowie je fünf bis sieben Duschen und WCs.

Die Notzimmer sollen neben die Tangente Zug/Baar kommen. In unmittelbarer Nähe ist der Ökihof geplant.

Die Notzimmer sollen neben die Tangente Zug/Baar kommen. In unmittelbarer Nähe ist der Ökihof geplant.

(Bild: Zugmap/GIS Kanton Zug)

Hinzu kommen weitere Räume wie eine Waschküche für die Bewohner. Der geplante Innenausbau wird von der Stadt als «einfach und zweckmässig» beschrieben.

So viel zu den Zahlen, was die neuen Notzimmer anbelangt. Doch wie soll der Bau konkret aussehen? Um dies herauszufinden, beauftragte das Stadtzuger Baudepartement diesen Sommer vier Architekturbüros mit einer Machbarkeitsstudie zum Bau, der als langjährige Lösung daherkommen soll und nicht etwa als Provisorium.

Wie hoch soll’s denn sein?

Drei der vier Studien sehen das Gebäude als länglichen Baukörper entlang der verlängerten Industriestrasse vor. Das Gebäude wäre bei diesem Szenario zwischen neun und zwölf Meter hoch.

Die vierte Studie situiert das Gebäude als Solitär, also freistehend, ganz am südlichen Rand des Grundstücks. Vorgesehen ist dabei eine Höhe von 22 Metern. Dafür würde vergleichsweise sehr wenig Grundstückfläche benötigt.

Es gilt, die Vor- und Nachteile der verschiedenen Vorschläge abzuwägen und die konkrete Machbarkeit samt Kostenrahmen auszuloten. Dies ist für den Beginn der Projektierungsphase vorgesehen, sprich Ende 2019.

GGR gibt grünes Licht

Der Stadtrat hat aufgrund der Machbarkeitsstudien bereits eine grobe Schätzung der Anlagekosten erstellt: Genannt werden 4,5 Millionen Franken. Als Projektierungskosten sind 440’000 Franken vorgesehen.

Über die Vorlage wird im GGR voraussichtlich am 19. März beraten. Unmittelbar danach sollen die Projektierungsarbeiten in Angriff genommen werden.

Als möglicher Baubeginn wird der Herbst 2020 angepeilt. In Betrieb genommen werden können die neuen Notzimmer frühestens Ende 2021. Bis dahin ist in den Notzimmern Zusammenrücken angesagt.

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