Im «Elefant» in Baar gibt’s neben Kultur japanische Knödel
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Mirjam Matter (l.) und Patrizia Willi vom Team «Elefant» freuen sich bereits sehr auf den Winter. (Bild: wia)

Im Winter wird der Treffpunkt eröffnet Im «Elefant» in Baar gibt’s neben Kultur japanische Knödel

5 min Lesezeit 07.09.2021, 14:26 Uhr

In Baar ist seit einem Jahr eine neue Kulturbeiz angekündigt. Einige Hürden hat das Team nun elegant übersprungen. So wurde das Finanzziel von einer Viertelmillion erreicht. Nun ist auch klar, womit sich die Gäste des «Elefant» dereinst die Bäuche vollschlagen werden.

Bis ein Elefant geboren wird, dauert es ganz schön lange. Satte 22 Monate schleppt eine Elefantenkuh ihr Kalb im Bauch herum, bevor es das Licht der Welt erblickt. Die Macher des geplanten Baarer Treffpunkts Elefant können mittlerweile vermutlich nachfühlen, wie sich eine schwangere Elefantenkuh fühlt. Denn: Geduld ist gefragt.

Ursprünglich war geplant, dass das Kulturlokal Ende Sommer 2021, also ungefähr jetzt, seine Türen öffnet. Doch nach wie vor sind die Fenster des Lokals an der Dorfstrasse abgeklebt. Der Grund: unvorhergesehene bauliche Hürden verzögern das Projekt. Der Vorstand rechnet aktuell mit der Eröffnung im Winter. Ein genaues Datum gibt es noch nicht.

Nun geht’s an die Feinjustierung

«Aktuell werden im Gebäude an der Dorfstrasse noch die nötigen Rohbauarbeiten erledigt. Dabei merken wir immer wieder, dass es sich um ein altes Haus handelt. Eine Umnutzung der ehemaligen Konditorei ist aufwendig, es gibt einigen Papierkram zu erledigen, zudem sind mehrere Player involviert, was die Sache zusätzlich in die Länge zieht», erklärt die Medienverantwortliche Patrizia Willi im Interview. Zwar brauche das Team einen langen Atem, doch hätten die Verzögerungen auch positive Seiten. «Nun können wir uns auf die inhaltliche Feinjustierung konzentrieren. Nicht nur, was das Kulturprogramm angeht, sondern auch in Sachen Gastronomie.»

Hier kommt Mirjam Matter ins Spiel. Die gebürtige Baarerin liess 60 Bewerber hinter sich und wurde im Frühsommer zur künftigen Geschäftsleiterin gewählt. Zwar beginnt Sie ihre Vollzeitstelle erst im November, doch bereits jetzt setzt sie sich nebenamtlich für den «Elefant» ein, denn zu tun gibt es einiges. «Einige Lieferanten sind bereits gefixt, andere werden wir in den kommenden Monaten finalisieren. Ausserdem bin ich daran, den Arbeitsplan aufzubauen, um zu sehen, wie viel Servicepersonal wir künftig benötigen werden», sagt Matter, die über mehrere Jahre Gastroerfahrung verfügt. «Weiter erarbeiten wir im Moment die erste Quartalsplanung.»

Ausstellungen, Konzerte und ab und zu eine Party

Im «Elefant» soll nämlich nicht nur getrunken und gegessen werden. «Es sollen grössere und kleinere Events wie beispielsweise Konzerte stattfinden und hie und da wird sicher eine Party oder eine Ausstellung stattfinden. Dennoch wollen wir ein Ort sein, wo man in Ruhe mit Freunden ein Bier trinken kann», so die 28-Jährige.

Willi ergänzt: «Wir haben es uns auf die Fahne geschrieben, dass wir das Dorf beleben wollen. So werden wir sicher auch an der Fasnacht oder beim Dorffest präsent sein.» Auch eine kleine Aktion an der Baarer Chilbi 2021 ist geplant.

«Nur weil man drinnen tanzen kann, heisst das nicht automatisch, dass man das draussen hört.»

Mirjam Matter, Geschäftsleiterin des «Elefant»

Partys und Konzerte, mitten im Baarer Dorf? Was werden bloss die Nachbarn sagen? Matter beschwichtigt: «An den Wochenenden haben wir jeweils nur bis um 24 Uhr geöffnet. Zudem gilt auch für uns eine bestimmte Dezibelbegrenzung. Nur weil man drinnen tanzen kann, heisst das nicht automatisch, dass man das draussen hört.»

Patrizia Willi weist ausserdem darauf hin, dass es im Zuge der aktuell laufenden Bauten auch eine Schallisolierung gebe. «Wir haben also entsprechende vorbeugende Massnahmen eingeleitet», erklärt die 41-Jährige.

In diesem Haus im Baarer Dorf soll bald der «Elefant» eröffnet werden.

Bagels, Knödel und Ravioli aus der Region

Kommen wir zurück zum Essen. Was wird den Gästen denn aufgetischt im Elefant? «Das kommt auf die Tageszeit an», sagt Matter schmunzelnd. «Wir haben bereits am Morgen geöffnet. Da werden wir unter anderem Bagels mit Konfitüre servieren, auch gibt es süsses Gebäck wie Cinnamon Rolls zu kaufen. Mittags wird es Salat, Suppe sowie gefüllte japanische Knödel geben.» Die Bagels bleiben auch über Mittag auf der Karte, dies jedoch in anderen Variationen. «Auch bieten wir Ravioli an, welche lokal produziert werden.»

«Die Spenden sind für uns eine ideologische Bestätigung. Ein Zeichen dafür, dass sich viele Leute auf dieses Lokal freuen.»

Patrizia Willi, Medienverantwortliche beim «Elefant»

Ziel sei es, mittags jeweils ein Wochengericht anzubieten. «Dazu laufen aktuell noch Abklärungen.» Abends sind keine warmen Menüs geplant, «schliesslich wollen wir die umliegenden Restaurants nicht torpedieren, sondern ergänzen». Hunger haben sollen die Gäste dennoch nicht. «Darum bieten wir abends Plättli an. Das Fleisch und der Käse dafür werden jeweils frisch ab Theke geschnitten», erklärt Matter.

Eine Viertelmillion ist bereits gesammelt

Erst kürzlich hatte der «Elefant»-Vorstand – alle zehn Mitglieder arbeiten ehrenamtlich für das Projekt – positive Nachrichten zu vermelden. Das Finanzziel von 250’000 Franken konnte erreicht werden. Dies zum einen durch die Unterstützung vieler einzelner Privatpersonen, zum anderen aber auch mit Hilfe von Geldern aus Stiftungen und Firmen sowie von Behörden. «Mit diesem Betrag sind wir fürs Erste auf der sicheren Seite», sagt Willi. Ein Meilenstein, nicht nur in finanzieller Hinsicht. «Vielmehr ist es auch eine ideologische Bestätigung, ein Zeichen dafür, dass sich viele Leute auf dieses Lokal freuen.»

«Wir werden uns keinesfalls auf 1000er-Noten ausruhen.»

Patrizia Willi

Sie ergänzt: «Gleichzeitig steckt hinter dieser Unterstützung auch ein Auftrag, den wir ernst nehmen. Wir möchten verantwortungsvoll mit dem Vorschussvertrauen umgehen, das man uns geschenkt hat und werden uns keinesfalls auf 1000er-Noten ausruhen.»

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