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Im Baarer Wald ist ein schwindelerregendes Projekt geplant
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Bald dürfte ein hölzerner Steg mitten durch den Baarer Wald führen. (Bild: zvg)

Korporation baut 28-Meter-Holzturm Im Baarer Wald ist ein schwindelerregendes Projekt geplant

4 min Lesezeit 24.02.2020, 17:15 Uhr

Tiere beobachten, während man auf einem eleganten Holzsteg durch die Bäume schreitet? Im Baarer Wald zwischen Lorzendamm und Burgmatt ist ein aufregendes Projekt geplant, das nicht nur schön, sondern auch nützlich sein soll.

An Baumwipfeln vorbeischlendern, aus luftiger Höhe auf den moosigen Waldboden gucken, wenn man Glück hat, sieht man vielleicht sogar ein Reh. Ein Projekt der Korporation Baar-Dorf soll genau das ermöglichen. Damit soll das «naturnahe Walderlebnis für die erholungssuchende Bevölkerung» gefördert werden. Dies konkret mit dem «innovativen und einzigartigen Projekt eines Verbindungsstegs mit Treppenanlage und Aussichtsplattformen».

So soll den Besucherinnen und Besuchern eine neue Perspektive eröffnet werden, denn der gesamte Verbindungssteg wird auf einer Höhe zwischen drei und 22 Metern oberhalb des Waldbodens geführt.

Vom Buebegunte bis zum Vogelwinkel

Gemäss Beschrieb der Korporation soll der Schlaufensteg ein «einzigartiges Leuchtturmprojekt zwischen den bisher nicht direkt verbundenen Erholungsgebieten Buebegunte und dem Gebiet Vogelwinkel» werden.

Schlaufensteg heisst das Projekt, weil sich der Weg mittels Schlaufentreppen auf den Hügel schlängelt.

Wer hier nur Bahnhof versteht: Es handelt sich um die Gegend beim Höllwald, gleich hinter dem Lorzendamm. Diese soll mittels Treppen und Steg verbunden werden mit der Oberallmend, also dem Gelände oberhalb der Burgmatt.

Das Projekt soll mit Schweizer, wenn möglich gar Zuger Holz gebaut werden und ganzjährig begehbar sein.

Damit die Türme überhaupt entstehen können, müssen knapp 200 Quadratmeter Wald gerodet werden. Zu diesem Zweck liegt derzeit ein Gesuch bei der Gemeinde Baar auf.

Vom Lorzendamm (oben) hinauf zur Oberallmend führt der Weg.

Ein Kardiologe will Baarer Herzen trainieren

Die ursprüngliche Idee eines Treppenprojekts stammt gemäss Beschrieb von einem Baarer Kardiologen, welcher nach einem geeigneten Gebiet für ein intensives Herz-Treppentraining gesucht habe und deshalb auf die Korporation Baar-Dorf zugegangen ist.

Die Korporation begeisterte sich auf Anhieb für diese Idee und entwickelte das angedachte Treppenprojekt gar weiter zu einem attraktiven Verbindungssteg.

Auch für die Architekten ein aussergewöhnliches Projekt

Das Projekt «Schlaufensteg» wird vom Architekturbüro 2Eck Architekten in Baar geplant. Der Projektverantwortliche Olivier Kübler erklärt gegenüber zentralplus: «Dass wir von der Korporation Baar-Dorf für den Wettbewerb eingeladen wurden, hat uns riesig gefreut. Insbesondere, da wir noch nie einen solch speziellen Architekturauftrag bearbeiten durften.»

Kübler ergänzt: «Wir haben schnell gemerkt, dass es sich um eine sehr spannende und gut überlegte Projektidee handelt. Als wir begannen, uns mit der Aufgabenstellung detaillierter zu befassen, hat uns das Projekt gepackt. Der Schlaufensteg wird zu einer attraktiven Wegverbindung in luftiger Höhe und bietet durch die Schlaufentreppen und die Aussichtsplattformen ein besonderes Erlebnis.»

Die Umsetzung des Holzbaus sei wirtschaftlich und sorgfältig geplant, da sich viele der Elemente wiederholen würden und demnach bereits vorgefertigt geliefert werden könnten. «Die Detailplanung benötigt etwas mehr Zeit, da das Projekt eine nicht zu unterschätzende Grösse hat und in 3D gezeichnet wird», so Kübler.

28 Meter hoch soll der Treppenturm Buebegunte werden.

Ein 28-Meter-Turm

«Eyecatcher» des Baus soll der rund 28 Meter hohe Treppenturm werden. «Der Verbindungssteg ist einladend angelegt und garantiert durch die Schlaufentreppen ein besonderes Erlebnis», so schreibt die Korporation im Kurzbeschrieb.

Gemäss dieser seien der Baarer Gemeinderat, das Amt für Wald und Wild des Kantons Zug, das Amt für Raum und Verkehr sowie die Kantonale Denkmalpflege bereits frühzeitig über das Projekt informiert worden. «Alle stehen dem Vorhaben offen gegenüber. Die mit diesem Projekt verbundene Aufwertung im Erholungswald stösst generell auf grosses Interesse und wird grundsätzlich begrüsst», heisst es weiter.

Oberhalb der Burgmatt ist ein kleinerer Turm geplant, der Anfang oder Ende des Stegs bildet.

Gemäss Plan soll Ende 2020 gebaut werden

Die Geländer des Stegs sollen mit einem Holzhandlauf versehen werden. «Ein Maschendrahtgitter bietet die notwendige Absturzsicherung und gewährt gleichzeitig Schutz vor herabfallenden Gegenständen.» Sowohl der Treppenturm als auch die Aussichtsplattform werden auf einem stabilen Betonfundament gebaut. Der Verbindungssteg liege auf schräg nach aussen geneigten Stützen, die ihrerseits mittels bodenschonender Metallanker ins Terrain gebohrt werden.

Wenn alles rundläuft, könnte Ende dieses Jahres mit dem Bau begonnen werden.

Waldweg und Schlaufensteg sollen sich nicht in die Quere kommen, sondern vielmehr ergänzen.

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