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Iiigitt Weisswürste? Verpacken wir die blassen Dinger in Teig!
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Die Mini-Weisswurst fristet in hiesigen Regalen – abseits der Oktoberfest-Zeit – ein trauriges Dasein. (Bild: wia)

Teil 3: Kochen mit unbeliebten Ladenhütern Iiigitt Weisswürste? Verpacken wir die blassen Dinger in Teig!

5 min Lesezeit 01.04.2020, 11:45 Uhr

Es ist ein Glück, dass unsere Lieblingsregale im Coop und im Migros gerade leer sind. So sind wir gezwungen, mal etwas Neues zu kochen. Eine Zuger Köchin erklärt uns, wie man die unbeliebtesten Lebensmittel in köstliche Menüs verwandelt.

Keine Panik, denkt man sich vor dem leeren Pastaregal. Bloss keine Panik. Denn obwohl auch in Zug in den letzten Wochen immer wieder Lebensmittelgestelle in Läden leergefegt waren, gibt es noch Esswaren in Hülle und Fülle. Insbesondere solche, die wir mit unserem Tomatenspaghetti-Tunnelblick bisher ignoriert haben. Zeit, hinzusehen.

Auf die Lebensmittel etwa, die trotz Krise niemand kauft. Warum? Weil sie uns fremd sind. Weil wir sie als Kind nicht gemocht haben. Weil wir uns an Bewährtes halten. Darum probieren wir nun Neues aus. Astrid Oehen, ihres Zeichens Küchenchefin des Restaurant Meating in Zug, hat uns bereits gezeigt, was man aus Büchsenpilzen herausholen kann (zentralplus berichtete), und wie man Jackfruit richtig lecker zubereitet (zentralplus berichtete). Nun wagen wir uns an weitere Ladenhüter.

Social Distancing? Nicht unter Crevetten

Was Schickes zur Vorspeise gefällig? Wie wär’s mit einem Crevetten-Cocktail? Denn etwas, was immer an Lager ist und leicht übersehen wird, sind Crevetten in Lake.

Ob sie wohl nicht gekauft werden, weil sie so unauffällig daherkommen?

Es braucht dafür:

1 Dose Crevetten in Lake
150 g Mayonnaise
2 EL Ketchup
½ EL Cognac
Wenig Cayennepfeffer
½ EL Zitronensaft
Salz und Pfeffer

Und so wird’s gemacht: Crevetten absieben, alle restliche Zutaten miteinander mischen und abschmecken.

Die Cocktailsauce zu den Crevetten geben, vermischen und abschmecken.

«Klassisch wird dazu Eisbergsalat und Brüsseler serviert, aber der Cocktail kann auch mit Nüsslisalat gemischt werden», sagt Astrid Oehen. Davon gibt’s nämlich momentan ebenfalls genug in den Läden.

Eine weitere Idee: «Die abgetropften Crevetten können auch in ein Risotto gegeben werden.» Dazu kann man dieses Rezept verwenden und die Champignons gegen Crevetten austauschen.

Wenn sich die Weisswurst in Schale wirft

Hand auf’s Herz: Wer mag Weisswürste wirklich? Abgesehen von den wenigen Malen im Oktober, an denen man sich bereits vor 11 Uhr zu betrinken beginnt und mangels Alternativen zur Weisswurst mit Brezel greift. Nun aber, mitten im Frühling, bleiben die Mini-Weisswürste im Regal liegen. Ein weiterer Grund dafür: «Der Preis ist ehrlich gesagt nicht sehr attraktiv», konstatiert Astrid Oehen.

Tatsächlich kosten diese fünf Würstli saftige 8 Franken. Machen wir das Beste daraus. Und zwar?

Weisswurst im Blätterteig

Für zwei Personen nimmt man dafür:

1 viereckiger Blätterteig
½ Zwiebel oder Schalotte
1 TL Butter
1 EL Apfelessig
1 TL brauner Zucker
Salz, Pfeffer
1 EL Öl
2 Stück Weisswurst
1 EL Eigelb mit wenig Wasser oder Milch vermischt

So geht’s: Schalotten oder Zwiebeln schälen und fein hacken. Weisswürste längs halbieren.

Öl in einer kleinen Pfanne erhitzen und die Weisswürste unter Wenden zirka 5 Minuten braten. Wurst aus der Pfanne nehmen und abkühlen lassen.

Dann die Butter in die Pfanne geben und die Schalotten 3 bis 4 Minuten darin andünsten, Essig und Zucker dazugeben und zirka 10 Minuten karamellisieren lassen. Danach mit Salz und Pfeffer würzen und etwas abkühlen lassen.

Den Blätterteig in vier Quadrate schneiden. Jedes Teigquadrat mit den karamellisierten Schalotten bestreichen, dabei zirka einen halben Zentimeter Rand freilassen. Auf jedes Quadrat eine halbe Weisswurst legen, in den Teig einrollen und auf ein Blech mit Backpapier legen. Oberfläche leicht einritzen und mit Eigelb bestreichen.

Im vorgeheizten Backofen bei Umluft 200 Grad rund 15 bis 20 Minuten backen. Kurz abkühlen lassen und geniessen!

Der Grund, dass die Digestives liegenbleiben, dürfte wohl der Preis sein.

Noch nicht satt? Das ist gut. Für das folgende Dessert braucht’s nämlich noch etwas Platz im Bauch. Unserer Beobachtung nach gibt’s beim Lebensmittelhändler derzeit Ananas in Hülle und Fülle. Und während bei den meisten Keksen das Barometer auf Hamsterkauf steht, hat es von den Mc-Vitie’s-Digestives meist genug. – Grund dürfte auch hier der stolze Preis sein. Doch in schwierigen Zeiten gönnen wir uns etwas Gutes, wenn auch etwas Aufwändiges: einen Ananas-Cheese-Cake!

Wie wir die miese Laune überwinden

Für dieses Rezept braucht es eine 24-Zentimeter-Springform. Ausserdem für den Boden:

200 g Mc-Vitie’s-Keks
90 g zerlassene Butter
1 EL feinster Zucker

Die Kekse zerkrümeln (zum Beispiel mit Mixer). Den Zucker und die zerlassene Butter dazugeben und alles gut vermischen. Die Masse in die Kuchenform geben und auf dem Boden fest andrücken.

Weiter geht’s mit der Frischkäse-Masse:

400 g Doppelrahmfrischkäse (z.B. Philadelphia)
130 g Zucker
3 Eier
1 EL Maizena
1 Zitrone, nur abgeriebene Schale

Das Ananaspüree besteht aus:

100 g Ananas
1 EL Zucker

Die Ananas mit dem Zucker und wenig Wasser aufkochen und pürieren. Etwas Ananas wird zudem in kleine Würfel geschnitten.

Nun den Frischkäse und alle Zutaten bis und mit Zitronenschale mit den Schwingbesen eines Handrührgerätes gut verrühren. 3 Esslöffel der Masse mit dem Fruchtpüree verrühren. Restliche Frischkäsemasse auf dem Guetzliboden verteilen. Ananasmasse löffelweise darauf verteilen, mit einer Gabel marmorieren.

Das Ganze wird während 45 Minuten in der Mitte des auf 180 Grad vorgeheizten Ofens gebacken. Herausnehmen, etwas abkühlen, den Rand der Form entfernen, Cheesecake auf ein Gitter schieben, auskühlen. Mit den Ananaswürfeln garnieren.

Häufig sitzt man nicht als Grossfamilie in der Quarantäne und hat deshalb etwas gar viel Torte zu tilgen. Als nette Geste könnte man den Kuchen mit der Nachbarschaft teilen. Oder mit den Grosseltern, für die man einkauft.

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