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«Ich weiss noch nicht, wie es mit dem Hof weitergehen soll»
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Landwirt Kaspar Hofer fürchtet um seine Existenz. (Bild: Screenshot Tele Züri)

Schweinebauer aus Meggen bei «Tele Züri» «Ich weiss noch nicht, wie es mit dem Hof weitergehen soll»

2 min Lesezeit 1 Kommentar 24.06.2019, 20:49 Uhr

Das Schicksal von Kaspar Hofer aus Meggen bewegt weit über Luzern hinaus. Der Schweinebauer, dessen Existenz auf dem Spiel steht, war am Montag zu Gast in der Sendung «Talk Täglich». Er sprach über seine Situation und die Unsicherheit im Hinblick auf die Zukunft. Auch sein Kontrahent kam zu Wort.

Familie Hofer bewirtschaftet seit sieben Generationen den Hof Hochrüti in Meggen. Die Stallungen stehen allerdings zu nahe am Wohngebiet und müssen gemäss Kanton abgerissen werden. Ein Nachbar störte sich besonders am Geruch der Schweine (zentralplus berichtete).

Das bewegt viele: Die Solidarität mit der Bauernfamilie ist enorm, innerhalb von wenigen Tagen sind Spenden von über 50’000 Franken für einen Neubau zusammen gekommen (zentralplus berichtete). Am Montag war der Schweinebauer Kaspar Hofer in der Sendung «Talk Täglich» von «Tele Züri».

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Bauer will Hof nicht verkaufen

Der Schweinestall der Hofers muss bis spätestens im Mai 2020 abgerissen werden. Er könne sich das noch gar nicht vorstellen, sagte Hofer in der Sendung. «Ich weiss noch nicht, wie das weitergehen soll.» Seine beiden Söhne hätten in zwei Jahren vermutlich den Hof übernommen, nun steht die Zukunft in den Sternen.

«Ich hätte sowas nie für möglich gehalten, wir sind schon so lange dort und hatten nie Probleme mit den Nachbarn», sagt der Landwirt. Er habe nichts Böses geahnt, auch nicht als der neue Nachbar gekommen sei.

«Das ist ganz klar kein Einzelfall.»

Hans Frei, Vizepräsident des Schweizerischen Bauernverbandes

Moderator Markus Gilli macht Hofer den Vorschlag, seinen Hof zu verkaufen, alle seine Probleme wären damit gelöst. Das wolle er aber nicht, er sei Bauer und dort verwurzelt.

Hofer betont in der rund 20-minütigen Sendung immer wieder, er habe das in Frage stehende Gesetz nicht gekannt. Die Gemeinde habe ihm nicht gesagt, dass er etwas Falsches mache, als er 1996 umgebaut hat.

Nachbar fühlt sich nicht wohl

Der involvierte Nachbar, der vor einigen Jahren auf den Grundstück eine Villa baute, wurde für die Sendung ebenfalls eingeladen. Er verzichtete zwar auf eine Teilnahme, wie Moderator Gilli sagte, nahm aber in einem Einspieler Stellung. Er erzählte, dass er eigentlich nie Gäste bei sich habe, weil es unangenehm sei und stinke. Er fühle sich selbst nicht wohl draussen. «Auf Grund der Nähe ist das auch nicht weiter verwunderlich», so der Nachbar. Denn der Schweinestall müsste eigentlich einen dreimal grösseren Abstand zu seinem Haus haben als es aktuell der Fall sei.

Auch der Megger Gemeindepräsident Urs Brücker kam in einem Einspieler zu Wort – und bekräftigte nochmals, dass die Gemeinde mit den Betroffenen eine Lösung suchen wolle.

In der Talk-Sendung anwesend war nebst dem betroffenen Biolandwirt zudem Hans Frei, Vizepräsident des Schweizerischen Bauernverbandes. Er erklärte, solche Situationen würden vermehrt auftreten. «Das ist ganz klar kein Einzelfall», so Frei.

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1 Kommentare
  1. Joseph de Mol, 25.06.2019, 07:15 Uhr

    Auf gar keinen Fall verkaufen! Das wäre die schlechteste aller Entscheidungen. Damit würde die Kräfte obsiegen, die sich dem Land auf diese unredliche Art und Weise bemächtigen und damit Millionen verdienen wollen. Die Umzonungsunterlagen liegen in den Schubladen des Bauamtes der Gemeinde Meggen bereits zur Unterschrift bei willfährigen Behördenmafiosi bereit. Bauer Hofer, bleiben Sie stark. Jagen Sie in Meggen mal die Säue durchs Dorf!! Alles Gute, Kopf hoch und in Herrgottsnamen: NICHT VERKAUFEN!!