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«Ich suche keine Freundschaften in der Politik»
  • Politik
Heinz Tännler in seinem Büro im Finanzdepartement – dort wo er einen grossen Teil seiner Zeit verbringt. (Bild: zentralplus/bas)

50 Fragen an... den Zuger Landammann Heinz Tännler «Ich suche keine Freundschaften in der Politik»

14 min Lesezeit 11.09.2016, 04:49 Uhr

Er ist ein Hansdampf in allen Gassen: Heinz Tännler. Immer aktueller wird eine Nebenbeschäftigung des Zuger Landammanns und Finanzdirektors: das OK-Präsidium des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfestes 2019 in Zug. Wieso er das Amt heute nicht mehr annehmen würde und weshalb man weiterhin mit einem Bundesrat Tännler rechnen muss, erzählt er in unserem «50 Fragen».

Der Zuger Regierungsrat Heinz Tännler gilt als imposante Erscheinung. Gross, selbstsicher und auch mal lautstark, führt der SVP-Politiker den Regierungsrat als Landammann an. Dass Tännler vorausgehen will, zeigen auch seine vorerst fehlgeschlagenen Aspirationen, Bundesrat zu werden. Mit dem Finanzdepartement hat sich Tännler aber immerhin das gewichtigste und derzeit vielleicht schwierigste aller Ämter im Regierungsrat geschnappt.

Auch das Engagement als OK-Präsident des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfests (ESAF), das 2019 in Zug gastiert, deutet daraufhin, dass Tännler gerne grosse Aufgaben annimmt: Das ESAF ist zu einem viel beachteten Schweizer Sportanlass geworden und ein Kraftakt der Organisatoren. Innert knapp fünf Jahren wird aus dem Nichts die grösste Sportarena der Schweiz aus dem Boden gestampft. Bevor Heinz Tännler also demnächst in der Arbeit versinkt, haben wir ihn auf eine Stunde und 50 Fragen getroffen.

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1. zentralplus: Herr Tännler, Sie sind sportaffin: Tennis, Eishockey, Fussball und jetzt auch noch Schwingen. Woher kommt das?

Heinz Tännler: Auf der einen Seite ist das sicher vererbt. Meine Mutter war immer sehr sportlich und ist es auch heute noch, mit 90 Jahren. Und auch mein Vater war es. Zwar etwas weniger, aber er war ein guter Skifahrer. Und so sind wir schon in jungen Jahren Ski fahren gegangen, haben Tennis gespielt, sind schwimmen gegangen. So war man immer in Bewegung. Auf der anderen Seite habe ich auch unabhängig vom Einfluss meiner Eltern immer Freude am Sport, an der Bewegung gehabt. Ich spiele gerne Tennis. Im Eishockey war ich immer Einzelrichter, aktiv war ich aber nie.

«Frauen-Schwingen, das habe ich noch nie geschaut.»
Heinz Tännler

2. Können Sie schwingen?

Heinz Tännlers Werdegang

Nach dem Studium der Rechtswissenschaften arbeitete Heinz Tännler von 1991 bis 2003 als Rechtsanwalt und Notar in Zug. Zwischen 2004 und 2007 war er Direktor der Rechtsabteilung der Fifa, danach wurde er in den Zuger Regierungsrat gewählt, wo er bis heute tätig ist. Seine politische Karriere begann aber bereits 1994: Er war während neun Jahren Mitglied des Zuger Kantonsrates. Im Jahr 2015 war Tännler (damals Baudirektor) Träger von 15 nebenberuflichen Mandaten (zentralplus berichtete).

Im Kopf schon, aber nicht auf dem Platz. Da würde ich keinen einzigen Gang gewinnen, nicht einmal einen stellen – keine Chance.

3. Hand aufs Herz: Fussball, Eishockey und auch Schwingen sind stark männerdominierte Sportarten. Mögen Sie Frauensport?

Ja, klar (wie aus der Pistole geschossen). Ich schaue sehr gerne Frauensportarten, insbesondere Kunstturnen. Das finde ich etwas Fantastisches. Auch bei den Herren übrigens. Auch Frauentennis ist attraktiv. Und Volleyball. Zwar habe ich Rio nicht so im Fernsehen verfolgt, aber wenn, dann Beachvolleyball. Frauensportarten sind ebenso attraktiv, wenn nicht sogar attraktiver. Aber Frauen-Schwingen, das habe ich noch nie geschaut. Und Boxen auch nicht. Boxen ist per se nicht mein Sport.

4. Warum wird ein Rechtsanwalt Landammann …

(Wir werden unterbrochen, das Telefon klingelt. Beat Villiger. Kurze Unterredung, dann hängt Tännler auf und leitet um) Jetzt kann mich halt niemand mehr erreichen.

… und Eishockey-Schiri OK-Präsident des ESAF 2019?

OK-Präsident wird man nicht, da wird man angefragt. Dann ist die Frage, macht man das oder macht man das nicht. Es war das Trio Walter Lötscher, Paul Bachmann und Paul Langenegger, das auf mich zugekommen ist. Ich habe mir das gut und lange überlegt. Und es ist besser, sie fragen mich heute nicht mehr. Denn es ist zu 100 Prozent freizeitraubend. Und wenn ich’s nicht machen würde, dann würde es ein anderer tun. Das hat mit Prestige nichts zu tun. Ich habe das nicht nötig.

«Ich bin mehr als 100 Prozent Finanzdirektor.»
Heinz Tännler

5. Uns erstaunt, dass ein Zuger Regierungsrat Zeit findet für ein Nebenamt wie das des OK-Präsidenten des Schwingfests. Was muss darunter leiden, Amtsgeschäfte oder Privatleben?

Ich muss Ihnen ehrlich sagen, ich bin mehr als 100 Prozent Finanzdirektor. Ich arbeite von Morgen früh bis Abend spät für die Finanzdirektion und den Kanton Zug. Das, was darüber hinaus an Zeit übrig bleibt, reserviere ich mir für das OK. Das gibt viel zu tun und ich habe das unterschätzt. Aber ich habe eine gute Geschäftsstelle, man muss sich organisieren und delegieren und so die Zeit managen. Gewisse Dinge erledige ich dann eben am Samstag oder am Sonntag. Denn wenn ich am Freitagabend um 18 Uhr aus dem Büro gehe und einen ESAF-Präsidialausschuss bis um 22 Uhr habe, dann muss ich eben am Samstagmorgen wieder ins Büro. Und zwar für die Finanzdirektion. Man hat zwar Zeit neben dem Finanzdirektor-Dasein, die Zeit für das ESAF-OK «schränzt» man dann an der Freizeit ab. Die Arbeit leidet keineswegs darunter.

6. Können Sie uns einen Muni zeichnen?

Ich bin ein schlechter Zeichner. Ja, das kommt sicher nicht gut raus. (Lacht)

Ein Muni, gezeichnet von Heinz Tännler.

Ein Muni, gezeichnet von Heinz Tännler.

(Bild: zentralplus/bas)

7. Wie viel Prozent arbeiten Sie?

(Lacht) Mehr als hundert. Ich habe keine Stempeluhr. Ich bin um 6 Uhr im Büro und nicht vor 21 Uhr zuhause.

8. Wie viel schlafen Sie?

Zu wenig. Fünf Stunden.

«Ich habe noch nie schlecht geschlafen wegen der Politik.»
Heinz Tännler

9. Wird Ihnen das nie zu viel?

Ich arbeite gern.

10. Immer?

Es wäre jetzt übertrieben, wenn ich sagen würde, dass man nie ins Delta rein laufe. Es kommt immer darauf an, wie es läuft. Wenn man da und dort wieder einen Punkt setzen oder einen Erfolg verbuchen kann, beflügelt das und macht Freude. Zum Beispiel wenn man beim Regierungsrat oder dem Kantonsrat eine Vorlage sauber durchbringen kann oder wenn man mit den Menschen gut zurechtkommt. Wenn es bei einem Geschäft nicht so läuft, mag das ein Dämpfer, ein kleiner Tiefschlag sein. Bei mir sind das aber Minuten oder wenige Stunden und dann ist es wieder gut. Ich habe noch nie schlecht geschlafen wegen der Politik.

11. Wo steht Heinz Tännler in zehn Jahren?

Das weiss ich nicht. Ich bin nicht der, der auf solch lange Zeit hinaus plant. Wissen Sie, das ist eine lange Zeit. Ich hatte meine Jugendzeit, die Studienzeit, dann habe ich zwölf bis fünfzehn Jahre als Anwalt gearbeitet, dann vier Jahre bei Fifa und jetzt zehn Jahre in der Regierung. Eines weiss ich aber: Ich werde nicht im Liegestuhl liegen und den ganzen Tag warten bis es Abend ist.

12. Baudepartement oder Finanzdepartement?

(Überlegt lange) Baudirektion ist eine lässige, schöne Direktion gewesen. Ich habe eine gute Zeit «breicht». Jetzt ist die finanzielle Situation etwas anders und es ist eine schwierige Zeit. Aber ich möchte nicht die Baudirektion gegen die Finanzdirektion ausspielen oder behaupten, dass etwas schöner oder besser sei. Es haben beide Departemente ihren Charme, ihre Spezialität. Es ist an beiden Orten hochspannend. Ich meine, dass ich denselben Entscheid nochmals fällen würde, auch wenn es kein leichter Entscheid war.

13. Wo wären Sie, wenn Sie nicht in die Politik gegangen wären?

Ich kann mir vorstellen, dass ich weiterhin als Anwalt arbeiten würde. Der Beruf hat mir immer gefallen. Ich bin einfach einer, der nicht das ganze Leben lang dasselbe machen kann.

14. Mit welchen Personen können Sie am besten arbeiten?

Mit flexiblen, dynamischen. Und solchen, die gegenüber Veränderungen keine Vorbehalte haben, die anpacken und eine gewisse Grandezza haben.

15. Und mit welchen gar nicht?

Sture, auf ihren Positionen verharrende Personen. Und zwar im Alltag und in der Politik.

16. Die Fifa macht eine schwierige Zeit durch. Würden Sie da heute noch arbeiten wollen?

Ja, aber nur wenn ich das Rad der Zeit zurückdrehen könnte. Zu der Zeit, wo ich mich entschieden habe beziehungsweise von der Fifa «angeheuert» wurde, war die Situation völlig anders. Ab dem Jahr 2009 hat das Unternehmen eine ganz schlechte Entwicklung durchgemacht, die ich nicht akzeptieren kann. Aus heutiger Perspektive – mit dem heutigen Bild – wäre die Fifa für mich keine Alternative mehr.

«Ich bin ein Stück weit auch machtaffin.»
Heinz Tännler

17. Anwalt, Chefjurist, Regierungsrat, Landammann. Sind Sie ein Machtmensch?

Es ist schwierig, sich selbst zu beurteilen. Ist man ehrgeizig, erfolgshungrig, ein Machtmensch? Wenn man den beschriebenen Weg anschaut, dann habe ich sicher den Erfolgshunger. Dann ist man ein Stück weit auch machtaffin. Ich glaube, sonst würde mir das auch nicht gefallen und ich wäre nicht an diese Positionen rangekommen. Ich habe eine gewisse Sensibilität für Erfolg, aber was mir sehr wichtig ist: Ich nütze das überhaupt nicht aus. Man muss auch mal einen Schritt zurückstehen können und nachgeben. Man muss nicht immer seine Macht durchsetzen und den Erfolg über alles setzen. Aber je älter man wird, desto einfacher wird es, den Fünfer auch Mal gerade sein zu lassen.

18. Haben Sie Freunde, die politisch links sind?

Ja gut, was heisst Freunde? In der Politik ist es nicht immer empfehlenswert, Freunde zu haben. Mein Freundeskreis ist per se nicht in der Politik. Ich will da auch Abstand halten. Politik ist mein Job und im Parlament habe ich sehr gute Kollegen und es herrschen kollegiale Verhältnisse. Nicht nur in meiner Partei und mit der FDP und CVP, sondern auch mit den Linken. Ich komme gut mit allen aus. Aber Freundschaften in der Politik, die suche ich nicht.

«Nach dem Skandal um Zuppiger hatte ich kein Interesse, den Notnagel zu spielen.»
Heinz Tännler

19. Warum haben Sie sich zweimal für die Bundesratswahlen aufstellen lassen?

Halt, halt, nur einmal. Beim zweiten Mal wurde ich auf eine Liste gesetzt. Das konnte ich dann in einer Zeitung lesen. Dann habe ich mich zurückgezogen, weil ich das nicht wollte. Ich habe mich das zweite Mal nicht aktiv beworben. Das erste Mal hingegen schon. Vor zirka sechs Jahren, als ich Zuppiger knapp unterlegen bin und der Skandal um ihn losgetreten wurde. Doch danach hatte ich kein Interesse, den Notnagel zu spielen. Das zweite Mal war es keine aktive Kandidatur mehr.

20. Wie haben Sie die Bundesrats-Niederlagen verdaut?

Das war keine Niederlage. Im ersten Wahlgang habe ich Zuppiger ziemlich deutlich geschlagen.

21. Aber im Zweiten nicht mehr.

Ja. Da haben Sie angefangen zu «organisieren». Das ist halt Politik. Aber ich war sehr stolz auf mein Ergebnis. Wir waren etwa sechs Kandidaten und die anderen habe ich in aller Deutlichkeit distanzieren können. Im Schlussgang waren nur noch Zuppiger und ich. Und er ist mit 31 Stimmen knapp reingekommen. Ich hatte etwa 26 und einen grossen Rückhalt. Es war ein sehr gutes Ergebnis. Aber den Ausgang der Wahl muss man am Schluss respektieren.

22. Werden Sie es ein drittes Mal tun?

Man soll nie nie sagen. Im Leben soll man nichts ausschliessen, was sich wieder anerbieten kann. Aber es kommt auf den Zeitpunkt an. Aktiv nach Höherem streben ist aber nicht auf meiner Traktandenliste.

23. Wie möchten Sie in Zug in Erinnerung bleiben?

Dass ich solide Arbeit als Regierungsrat gemacht habe: Zum Wohl der Öffentlichkeit, des Kantons. Das mag nicht immer allen passen. Man hat nicht die Chance und das Ziel, es allen recht zu machen, aber eine solide Arbeit kann man abliefern.

24. Was ist das Mühsamste an Ihrem Beruf?

Sitzungen, in welchem Kreis auch immer, bei denen man das Ziel aus den Augen verliert. Und das ist leider – systembedingt – auch in der Politik da und dort der Fall.

«Das kostbare Gut, die Gesundheit nicht mehr im Griff zu haben, davor hat man sicher Angst.»
Heinz Tännler

25. Wovor hat Heinz Tännler Angst?

(Schmunzelt) Das ist eine gute Frage. Ich kann ja nicht sagen, ich wisse es nicht. (Überlegt laut) Vor dem Tod hat man nicht Angst, sondern einen gewissen Respekt. Vor einem Autounfall vielleicht, nicht mehr gesund zu sein. Aber wenn das der Fall wäre, dann müsste man sich ja auch reinschicken. Dann hat das nicht mehr mit Angst zu tun. Was heisst denn schon Angst? Aber doch, das kostbare Gut der Gesundheit nicht mehr im Griff zu haben, davor hat man sicher Angst.

26. Wie sieht ein normaler Tag im Leben von Heinz Tännler aus?

Meistens nicht normal. Aber ich stehe immer um 5 Uhr auf. Dann duschen, rasieren, ins Auto steigen, kurz einen Kaffee trinken gehen, Zeitung lesen. Dann ins Büro und um 7 Uhr beginnt schon die erste Sitzung: Morgenrapport mit dem Generalsekretär und dann «tschätterts» durch, Sitzung um Sitzung, Verpflichtungen, Aktenstudium, Dossiers einlesen. Das alles bis am Abend spät.

27. Kein Frühstück?

Nein, ich esse kein «Zmorge». Und in letzter Zeit auch wieder weniger zu Mittag. Wenn überhaupt. Nur am Abend mit meiner Frau. Dafür essen wir dann bis um 22 Uhr.

28. Was steht bei Ihnen zuhause auf dem Nachttisch?

Eine Lampe, ein Wecker, ein Souvenir aus der Weltmeisterschaftszeit in Deutschland. Das Maskottchen ist das Einzige, das ich aus der Fifa-Zeit noch habe.

29. Beatles oder Stones?

Beides, aber die Stones sind mir näher.

30. Was unterscheidet den Politiker Heinz Tännler vom Privatmenschen Heinz Tännler?

Das muss ein wenig ausgeglichen sein, so dass man als Politiker nicht komplett anders ist als privat. Sonst ist man nicht authentisch. Ich bin der Meinung, dass sonst etwas nicht stimmt. Aber als Politiker ist man schon da und dort in ein engeres Korsett gezwängt und muss jedes Wort auf die Goldwaage legen, staatsmännisch auftreten. Da hat man unter Kollegen oder Freunden nicht dasselbe Kleid an.

31. Sie haben drei Kinder. Was können diese von Ihnen lernen?

Vieles. Anstand, Disziplin, Wille, ein Ziel verfolgen. Das sind so Lebensregeln, die sie mitbekommen haben. Heute sind sie in einem Alter, da ist man als Vater nicht mehr so gefragt. Aber wenn ich schaue, wie die Kinder rausgekommen sind, bin ich sehr zufrieden.

32. Und Sie von ihnen?

Beschwingtheit, sich nicht nur an Regeln festhalten, sondern auch loslassen, auch Mal den Zufall walten lassen. Das machen die jungen Leute besser. Sie tragen vielleicht auch nicht die gleiche Verantwortung. Den Fünfer zwischendurch gerade sein lassen.

33. Was macht Sie erfolgreich?

Ein guter, solider Auftritt und eine gewisse natürliche Intelligenz. Die Themen, die ich bewirtschafte, habe ich im Griff und ich weiss, wovon ich spreche. Ich habe einen lockeren Auftritt und bin verlässlich gegenüber all denen, mit denen ich zu tun habe im Leben.

34. Woran stören Sie sich im Alltag?

An Verschiedenem. Unter anderem, wenn ich an ein Rotlicht fahre und es morgen früh ist. Dann hat es weit und breit kein anderes Auto und ich muss trotzdem 30 Sekunden warten, bis es weitergeht. Dann werde ich ungeduldig. Und nervöse Leute, die vordrängeln, sich Platz schaffen und sich kaum Zeit nehmen vor dem Schalter, das stört mich.

35. Und an sich selbst?

Ich bin etwas ungeduldig. Ich merke es dann schon, aber zu spät meistens.

36. Was bringt Sie zum Lachen?

Ein guter Witz.

37. Können Sie einen erzählen?

38. Was bringt Sie zum Weinen?

Es gibt natürlich schon Situationen, in denen man traurig ist. Aber zum Weinen – ein Abschied von einem guten Freund, das letzte Geleit. Das drückt dann Tränen raus. Sonst bin ich keiner, der «brieggen» geht.

39. Was mögen Sie an Zug nicht?

Ich liebe den Kanton! Es fällt mir schwer, etwas zu suchen, das mir überhaupt nicht passt. Was ich nicht so gern habe, sind die unglaublich verstopften Strassen. Aber das hat mit meinem vorgängigen Amt als Baudirektor zu tun. Nur – ich umschiffe die vollen Strassen immer. Ich gehe zu anderen Zeiten als die Masse.

40. Was spuckt Google aus, wenn man Heinz Tännler googelt?

Das weiss ich nicht. Das habe ich nicht nachgeschaut.

41. Und was möchten Sie gerne, was Google ausspuckt?

Ein Foto.

«Beim Kochen kann ich mich vom Alltag abwenden, den Kopf leeren.»
Heinz Tännler

 

42. Sie sind leidenschaftlicher Koch. Was kommt bei Tännlers am Sonntagabend auf den Tisch?

Leidenschaftlich nicht, aber ich kann mich dabei vom Alltag abwenden, den Kopf leeren. Ich koche oft am Wochenende oder auch unter der Woche am Abend zusammen mit meiner Frau. Aber ein Gourmet-Koch bin ich nicht. 

Am letzten Sonntag habe ich grilliert. Das mache ich, auch wenn wir Gäste haben. Aber dann mache ich auch den Salat. Also zum Beispiel einen wunderbaren Tomaten-Mozzarella-Salat oder einen feinen Kartoffelsalat bringe ich tipptopp zu Stande.

43. Bei welchem Gericht haben Ihre Kochkünste zuletzt versagt?

Beim Grillieren. Da habe ich fünf, sechs Minuten zu lange grilliert und da war das Fleisch nicht mehr saignant. Das war im Frühling. Ich kann Ihnen sogar sagen wieso. Ich mache das immer mit dem Kerntemperaturmesser. Und der hat falsch angezeigt.

44. Dann waren Sie gar nicht Schuld am Desaster?

Jää, doch. Ein guter Koch hätte gar keinen Temperaturmesser gebraucht. Der hat das im Blut.

«Ich würde gerne eine Weltreise machen.»
Heinz Tännler

45. Sie haben zweimal geheiratet, Ihr Name war bei zwei Bundesratswahlen im Spiel. Was würden Sie sonst noch zweimal tun im Leben?

Heiraten nicht mehr (lacht). Ich würde gerne etwas zum ersten Mal machen. Und dann auch zum zweiten Mal. Eine Weltreise. Ich habe das noch nie gemacht und ich würde das gerne tun. Und ich bin überzeugt, dass ich das dann gerne wiederholen würde.

46. Sag niemals nie, sagt man. Was haben Sie früher gesagt, würden Sie nie tun und haben es dann doch getan?

Ein zweites Mal heiraten. Das ist nicht gelogen.

47. Wer widerspricht Ihnen am meisten?

Meine Frau – und das vielfach zu Recht.

48. Welcher Sparpunkt auf der Liste des Zuger Sparprogramms tut Ihnen persönlich am meisten weh?

Persönlich schmerzt mich keiner so, dass ich einen Schaden davontragen würde. Geistig oder ideologisch und vom politischen Standpunkt her schmerzen mich die Punkte, denen soziale Komponenten zugrunde liegen: Also die Ergänzungsleistungen, die Mutterschaftsbeiträge.

49. Wann waren Sie zuletzt betrunken? So, dass Sie mit dem Bein bremsen mussten im Bett?

Das ist also schon lange her. Der Alkoholkonsum hat abgenommen und nicht etwa umgekehrt. Aber bremsen musste ich auch schon.

50. Jugendlicher Leichtsinn also?

Als wir das Lizenziat abgeschlossen haben, da haben wir nicht mehr gewusst, was wir tun. Aber über diese Jugendsünden müssen wir nicht diskutieren. Das kann man sich heute auch gar nicht mehr leisten. Ich habe schon einmal das Billett abgegeben. Das war vor zirka sechs Jahren. Ich war notabene nicht betrunken, sondern habe an einer Degustation Wein probiert und den ganzen Tag nichts gegessen. Da hat es mich prompt erwischt. Das macht man dann kein zweites Mal. Aber mit 0,5 Promille braucht es nicht viel – drei Glas Rotwein und man muss nicht mehr ins Auto steigen. Darum war es auch eine gute Lehre. Wenn man sofort einen auf den Deckel kriegt, dann überlegt man es sich schon, ob man es ein zweites Mal tun würde.

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