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«Ich mochte dich lieber auf Drogen»
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Reecy Pontiff spielt eine Ukulele mit acht Saiten in sieben Zeitzonen und auf drei Kontinenten. (Bild: lih)

Neues Konzertlokal in Zug «Ich mochte dich lieber auf Drogen»

3 min Lesezeit 20.01.2017, 18:04 Uhr

Weniger Mainstream geht wohl nicht: Im Paettern in Zug spielte eine professionelle Vagabundin aus Colorado auf einer achtsaitigen Ukulele Britney-Spears-Coversongs.

«Ich bin jetzt 35 und die meisten meiner ehemaligen Mitschüler machen heute nicht sonderlich interessante Dinge», meint Reecy Pontiff, die am Donnerstag im Paetttern in Zug ein folkiges Ukulele-Konzert gegeben hat. 

Für sie gilt das aber nicht, sie macht etwas Interessantes. Sie sei professionelle Vagabundin, sagt Reecy Pontiff über sich selber. Im Sommer arbeitet sie als Jeep-Tour-Guide in Colorado Springs, den Winter über streift sie durch die Welt. Das brachte sie bisher in sieben Zeitzonen auf drei Kontinente. Und nach Zug ins Paettern.

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Ein Platz für alles

Das Paettern lightup-Atelier gleich bei den Bussen beim Bahnhof Zug ist ein Platz für alles: Gerade noch fand dort ein Flohmarkt statt, da wird es zum Bildhaueratelier und nun sogar zur Konzert-Location. Das Atelier bietet Menschen mit Ideen einen Raum. Und am Donnerstag kaperte eben die professionelle Vagabundin aus Colorado diesen Raum.

Das Konzert von Reecy Pontiff war das erste öffentliche Konzert im Paettern lightup-Atelier in Zug. In Zukunft könnten die Räume beim Bahnhof Zug vermehrt auch Konzerten Platz bieten, lässt Betreiber Patrick Bützer durchblicken. Doch auch wenn sich das Paettern als Musiklocation herumspricht: Der begrenzte Platz wird wohl auch zukünftig Geheimtipp-Atmosphäre garantieren.

Die professionelle Vagabundin singt über Berge, Berlin und Hochräder.

Die professionelle Vagabundin singt über Berge, Berlin und Hochräder.

(Bild: lih)

Etwas wie einen Backstage-Bereich gibt es im Paettern nicht. Sowas braucht es eigentlich auch gar nicht. Um ihre Ukulele zu stimmen dreht sich Reecy Pontiff einfach mit dem Rücken zum Publikum. «Die arme Ukulele, sie ist eigentlich ein tropisches Instrument, die Schweizer Winter sind nichts für sie.» Die Ukulele und das Publikum sind dabei etwa gleich angesprochen. Das Publikum lacht, die Ukulele stimmt: Es kann losgehen.

Reecy Pontiff hat ihre Karriere in Burlesque-Shows gestartet. Burlesque-Shows? Das seien die Shows, in denen sich Frauen ausziehen «aber es ist Kunst!», erklärt sie. Von dort aus zog es sie immer weiter in die Welt. Aber auch immer wieder zurück, nach Colorado zu den Rocky Mountains, zu den weiten Flächen und den Jeep-Touren.

 Von Hochrädern und Heimat

Ihre Lieder scheinen davon zu erzählen: Sie singt amerikanische Kinderlieder wie «the Cat came Back», das von einer Katze handelt, die immer wieder zurückkommt, egal wie sehr man versucht, sie loszuwerden. Sie singt vom «Girl on the Tallest Tall Bike in Town», eines ihrer ersten Lieder, wegen dem sich die zwei hochradfahrende Mädchen an ihrer Highschool sogar stritten, welche von beiden nun gemeint sei.

Reecy Pontiff  bringt eigene Songs wie «(I Liked you Better When You Were) On the Drugs» oder ein folkiges Cover des Britney Spears Songs «Toxic», die Bilder von fröhlichen Nächten und den folgenden Morgen in den Jugendherbergen dieser Welt heraufbeschwören.

Aber auch die Kehrseite besingt die professionelle Vagabundin: «Hung Up My Hat» spielt sie nur weil das Publikum ihr versichert hat, dass man auch traurige Songs möge. Sie witzelte herum, dass sie den Song beinahe nicht aufnehmen konnte, weil sie immer weinen musste. Nach dem Song weiss man nicht, ob das wirklich ein Witz war.

Die blaue Blechflasche begleitet Reece Pontiff auf ihren Reisen: In den meisten Videos ist sie irgendwo im Hintergrund zu sehen.

Die blaue Blechflasche begleitet Reece Pontiff auf ihren Reisen: In den meisten Videos ist sie irgendwo im Hintergrund zu sehen.

(Bild: lih)

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