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Hunkemöller kommt nach Luzern: Die Dessousbranche brummt
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Models in Hunkemöller-Dessous: Die Wäsche gibt es bereits in der Mall zu kaufen, bald auch in Luzern. (Bild: zvg)

Nach der Mall zieht es die Holländer in Altstadt Hunkemöller kommt nach Luzern: Die Dessousbranche brummt

3 min Lesezeit 12.07.2018, 04:28 Uhr

Die Kleiderbranche ist in der Krise. Doch eine kleine Nische hält sich resistent: das Dessous- und Bademodegeschäft für Damen. Hunkemöller drängt neu in den florierenden Markt mit BHs, Slips und Strümpfen – in der Ebikoner Mall bereits erfolgreich. Bald öffnet das zweite Lokal in der Altstadt: im einstigen Geschäft von Mode Kofler.

Obwohl es in der Stadt bereits eine ganze Reihe von etablierten Dessousgeschäften gibt und Hunkemöller bereits in der Mall of Switzerland präsent ist, geht Ende Sommer in der Luzerner Altstadt an der Weggisgasse 17 eine weitere Filiale auf. 2017 erst ist der 1886 in Amsterdam gegründete Gigant mit mehr als 4’000 Angestellten und über 800 Läden weltweit in die Schweiz vorgestossen. Derzeit gibt es hierzulande vier Hunkemöller-Läden, die Produkte im mittleren bis luxuriösen Preisbereich anbieten.

Zwischen erotisch und bieder: So präsentieren sich Hunkemöller-Läden von aussen.

Zwischen erotisch und bieder: So präsentieren sich Hunkemöller-Läden von aussen.

(Bild: zvg)

Die stationäre Kleiderbranche leidet unter Preisdumping und Onlinehandel. Vögele scheiterte, unlängst machte Nachfolger OVS alle Schweizer Läden dicht (zentralplus berichtete). Doch die Branche mit BHs, Slips und Strümpfen aus Spitzen und Seide läuft immer noch blendend. Calida und Perosa, Calzedonia und Intimissimi, H&M und C&A sowie den Wäscheabteilungen der Grossverteiler Migros, Coop und Manor scheint es gut zu gehen: Diese Branche bleibt stabil, sie balgt sich unvermindert um den Unterwäschebedarf in unserer Stadt.

Kleingeschäfte haben keine Angst

Hat man jetzt in der Stadt Angst, weil Hunkemöller vom Norden aus die Branche aufmischen will? «Nein», winkt Roger Schärer von Perosa stellvertretend für die Kleingeschäfte ab. Obwohl der Geschäftsleiter des Luzerner Unternehmens findet, dass es schon genug Konkurrenz habe. «Wir haben aber keine Aktionen geplant, um nach der Hunkemöller-Eröffnung vermehrt Aufmerksamkeit zu schaffen», sagt Schärer.

«Ein BH kostete vor zehn Jahren durchschnittlich 128 Franken, heute noch 97.»

Roger Schärer von Perosa

Die Perosa-Geschäfte laufen zufriedenstellend, obwohl wegen dem teuren Franken eine Umsatzeinbusse von rund 20 Prozent zum Vorjahr verzeichnet würde. Auch werden die Preise von Einzelteilen immer günstiger, erklärt Schärer: «Ein BH kostete vor zehn Jahren durchschnittlich 128 Franken, heute noch 97.»

Hat keine Angst vor Hunkemöller: Perosa-Chef Roger Schärer.

Hat keine Angst vor Hunkemöller: Perosa-Chef Roger Schärer.

(Bild: zvg)

Andere Konkurrenz hüllt sich ob der verschärften Konkurrenzsituation lieber in Schweigen: Calida, der Grossbetrieb aus Sursee mit einem Umsatz von rund 135 Millionen Franken mit seinen rund 1’000 Mitarbeitenden sowie 51 Geschäften in der Schweiz, möchte zu den Fragen von zentralplus keine Stellung nehmen. Calida machte in den letzten Jahren Umstrukturierungen durch und sieht sich nicht mehr nur als Unterwäschefirma.

Ein alteingesessenes Haus aus dem Jahr 1926 ist Schaerer-Linder, das Patrick Kuster an der Luzerner Zentralstrasse in vierter Generation führt. Frau soll sich im Laden beim Shopping wohlfühlen. «Ästhetisches Einkaufserlebnis» nennt das Kuster. Das Angebot sei über die Jahre modischer geworden und man fürchtet sich hier auch nicht vor Hunkemöller (zentralplus berichtete).

Beratung und Stoffe spüren

Das ist der Vorteil der Dessoushersteller: Intensive Beratung steht vor dem Verkauf. Bei der Wäsche ist die Kundin zaghafter mit dem Onlineshopping als bei anderen Kleidern, denn frau will den Stoff spüren und probieren, erklären die Experten. Und dann kommt noch das Erotische der Unterwäsche hinzu, da ist vielen Kundinnen nur das Beste gut genug. Das Dessousgeschäft ist ein Business, in welchem eine Anprobe fast zwingend ist, um die Materialien und Schnitte, die auf den intimsten Zonen sind, zu spüren.

Eine Branche, in der sich der expandierende Hunkemöller offenbar wohlfühlt. In der Mall of Switzerland werden zwar von vielen Läden nicht die erwarteten Umsätze erreicht (zentralplus berichtete). Doch dem neuen Unterwäscheanbieter läuft’s gut. «Wir sind sehr zufrieden», sagt Danica Franke, Marketingfrau für die Märkte Schweiz und Österreich, auf Anfrage. 

Kofler-Laden seit Ende Januar leer

Doch obwohl die Räumlichkeit des ehemaligen Kofler-Ladens seit Ende Januar leer steht, eilt es Hunkemöller mit der Eröffnung nicht: Es steht noch kein Eröffnungsdatum fest. Am Schaufenster steht seit fast sechs Monaten: «Opening soon» – bald Eröffnung. Weitere Auskünfte zu den Verzögerungen will Danica Franke nicht liefern.

Seit Monaten wird die baldige Eröffnung in der Weggisgasse versprochen: Ex-Kofler-Lokalität in der Altstadt.

Seit Monaten wird die baldige Eröffnung in der Weggisgasse versprochen: Ex-Kofler-Lokalität in der Altstadt.

(Bild: hae)

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