HSLU-Student feiert Filmpremiere in Cannes
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Animierte Bilder in hartem Schwarz-Weiss lassen im Film in Kombination mit der erzählten Geschichte viel Freiraum für die eigene Fantasie. (Bild: zvg)

Einladung an die internationalen Filmfestspiele HSLU-Student feiert Filmpremiere in Cannes

2 min Lesezeit 14.04.2016, 16:59 Uhr

Remo Scherrer, Absolvent der Hochschule Luzern, darf seinen animierten Abschlussfilm an den Filmfestspielen in Cannes zeigen. Er erzählt eine wahre Geschichte über die Kindheit eines Mädchens mit einer alkoholabhängigen Mutter.

Der 29-jährige Remo Scherrer darf die Filmpremiere seines neusten Films Mitte Mai an den international prestigeträchtigen Filmfestspielen in Cannes feiern. Für den Wettbewerb «Cinéfondation Selection» wurde er als einer von 18 aus 2300 von internationalen Filmschulen eingereichten Arbeiten ausgewählt und für die drei Preise nominiert.

Der elfminütige Film «Bei Wind und Wetter» von Scherrer entstand als Abschlussfilm seines Masterlehrgangs an der Hochschule Luzern – Design & Kunst. Er schildert als animierter Dokumentarfilm die Jugend von Wally Wagenrad.

Therapeutin legt eigene Geschichte offen

Im Zuge seiner Recherchen zum Thema Kinder alkoholabhängiger Eltern stiess Remo Scherrer auf die Therapeutin Wally Wagenrad. «Als sie hörte, was ich vorhabe, hat sie mir ihre eigene Geschichte erzählt», sagt Scherrer.

«Der Zuschauer muss die Geschichte fertig denken.»
Remo Scherrer

Wagenrads Jugend wurde von der Alkoholsucht der Mutter überschattet. Hautnah erlebt das Mädchen die Exzesse und die Folgen der Sucht. Die Ignoranz und Tatenlosigkeit des Vaters, der Nachbarn, der Lehrer, der Gesellschaft verschärfen die Situation des Mädchens zwischen Ohnmacht, Überforderung und Verzweiflung. 

Remo Scherrer

Remo Scherrer

Erinnerungen in harten Schwarz-weiss-Bildern 

Wally Wagenrads bedrückende Erinnerungen animierte Scherrer mit Bildern in hartem Schwarz-Weiss. «Die Animation eignet sich besonders, um eine Geschichte anonymisiert zu erzählen», erklärt Scherrer.

Bewusst liess er Freiräume und Freiflächen. «Der Zuschauer muss die Geschichte fertigdenken, die Leerräume füllen und die abstrakten Formen deuten.» 

Wally Wagenrad lebt heute in Zürich und leitet die Praxis «Therapie & Beratung» in Zürich. Weil das Thema Alkoholismus in Familien selten aus Sicht der Kinder erzählt wird, will sie den Film als Impulsgeber in ihrer Arbeit einsetzen, um suchtpräventiv mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu arbeiten.

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