So belastend sind Schulschliessungen für Eltern
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Eine Studie der Pädagogischen Hochschule zeigt, wie belastend Homeschooling für Eltern sein kann. (Symbolbild: Jessica Lewis/Unsplash)

Studie der PH Zug So belastend sind Schulschliessungen für Eltern

2 min Lesezeit 2 Kommentare 14.02.2021, 09:10 Uhr

Die Unterstützung der Eltern in Zeiten von Homeschooling bleibt zu 80 Prozent an den Müttern hängen. Das zeigt eine Untersuchung der Pädagogischen Hochschule Zug. Viele Eltern sind zudem mit dem Schulstoff überfordert oder haben durchschnittlich weniger als eine Stunde Zeit, um ihre Kinder zu unterstützen.

Wissenschaftler unter der Leitung von Stephan Huber, Professor an der Pädagogischen Hochschule Zug, haben sich mit der Frage auseinandergesetzt, wie sich Schulschliessungen auf Eltern auswirken. Als Datengrundlage dienen rund 100 Studien mit Onlinebefragungen, die in der Schweiz, Österreich und Deutschland durchgeführt wurden. Rund 256’000 Eltern, Schülerinnen, Lehrer und Schulleiterinnen wurden befragt. Die noch nicht publizierten Ergebnisse liegen dem «Tagesanzeiger» vor.

Das sind die Resultate der Studie der PH Zug:

  • Bis zu zwei Drittel der Eltern gaben an, dass sie durchschnittlich weniger als eine Stunde pro Tag Zeit haben, ihren Kindern bei den Hausaufgaben und dem Schulstoff zu helfen. Schliesslich mussten sie neben der Elternrolle und ihrem Beruf noch den Job des Lehrers übernehmen. Laut dem Medienbericht gaben vor allem Alleinerziehende und Eltern mit Migrationshintergrund an, dass ihnen die Zeit fehlt.
  • Bis zu einem Drittel der Eltern fehlt die fachliche Kompetenz, um ihre Kinder im Homeschooling zu unterstützen. Viele sind mit dem Schulstoff überfordert.
  • Rund 3 von 10 Eltern berichteten von Spannungen gegenüber ihren Kindern.
  • Manche Kinder fühlten sich beim Lernen gestört. Andere Schülerinnen gaben an, dass ihre Eltern mangelndes Verständnis zeigten, weil sie mehr Zeit am Computer verbrachten, weil sie online lernen mussten.
  • Die elterliche Unterstützung wird in etwa 80 Prozent der Fälle von Müttern geleistet.

Für Professor Stephan Huber ist klar: «Wir können Schulen nicht schliessen, ohne die Eltern zu unterstützen», sagt er gegenüber dem «Tagesanzeiger». Die Schulen sollten seiner Meinung nach nicht heruntergefahren werden, um die Chancengerechtigkeit in der Bildung nicht zu gefährden. Denn in Zeiten von Homeschooling dürfte die Kluft zwischen guten und schwächeren Schülern weiter wachsen. Dies, weil Eltern mit einer guten Ausbildung ihre Kinder besser unterstützen können, als solche mit einer weniger guten, die mit dem Schulstoff überfordert sein könnten.

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2 Kommentare
  1. Lilibiggs Jamadu, 14.02.2021, 14:07 Uhr

    Spannend zu lesen, wie viele Eltern überfordert sind, wenn sie ihre eigenen Kinder selber ertragen müssen! Aber wehe, sowas würde ein anderer über ihre Goofen sagen, der wäre kinderfeindlich oder schlimmer……

    1. Krisiun, 15.02.2021, 00:19 Uhr

      Goofen? In welchem jahrhundert leben sie denn? Ich hab ja keine kinder, kann mir aber doch vorstellen, dass die zeit fehlt nebst job, haushalt, erziehung etc. Das hat aber eher nichts mit kinder ertragen müssen zu tun. Und ein drittel sind nicht alle, also bitte auch nicht alle in einen topf werfen. Zudem, wur waren selber mal kinder, würde mich doch kränken, wenn mich meine eltern hätten ertragen müssen. Stimmt mich nachdenklich, dass heutzutage viele nicht mehr sachlich diskutieren können oder wollen, sondern gleich verbal dreinhauen müssen, so passiv-aggressiv.

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