Stadtluzerner GLP führt nur eigene Kandidatin auf Liste auf
  • Politik
Auf der Liste für die Stadtratswahlen hat die GLP nur ihre eigene Kandidatin Baudirektorin Manuela Jost aufgeführt. (Bild: jal)

«Höchst peinliche Panne» Stadtluzerner GLP führt nur eigene Kandidatin auf Liste auf

3 min Lesezeit 04.02.2020, 15:24 Uhr

Der Stadtluzerner GLP ist ein «grosser Fehler» passiert. Auf der Liste für die Stadtratswahlen hat die Partei nur ihre eigene Kandidatin, nämlich Baudirektorin Manuela Jost, aufgeführt. Dabei unterstützt die Partei auch die bisherigen Stadträte.

Auf der Liste, welche die Stadtluzerner GLP für die Stadtratswahlen eingereicht hat, steht nur eine Kandidatin: Baudirektorin Manuela Jost. Dabei unterstützt die GLP offiziell auch die bisherigen Stadträte Martin Merki (FDP), Franziska Bitzi-Staub (CVP) und Adrian Borgula (Grüne). «Uns ist ein ganz grosser Fehler passiert», wird GLP-Kantonsrat Andras Özvegyi auf der Internet-Plattform lu-wahlen.ch zitiert.

Bei der CVP ist der Ärger gross

Die CVP hat der Unterstützung der grünliberalen Kandidatin Manuela Jost unter dem Vorbehalt zugestimmt, dass die GLP im Gegenzug ihre Kandidatin Franziska Bitzi-Staub unterstützt.

Karin Stadelmann, CVP-Präsidentin der Stadt Luzern, war daher empört, als sie gestern den Wahlvorschlag offiziell sah. «Wir können uns nicht erklären, wie so etwas passieren kann.»

«Mein Vertrauen in die GLP ist erschüttert.»

FDP-Präsident Fabian Reinhard

Stadelmann hat umgehend reagiert und bereits mit der GLP-Leitung Kontakt aufgenommen. «Wir verlangen eine Klärung der Situation und eine sofortige Intervention bei der Stadt. Jetzt müssen schnell alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um diesen Fehler umgehend zu korrigieren.»

Auch FDP-Präsident Fabian Reinhard spricht von einem «katastrophalen Fehler». «Ich habe meinen Augen fast nicht getraut, als ich das gesehen habe. Mein Vertrauen in die GLP ist erschüttert», sagt er. Man habe eine klare Abmachung gehabt. «Ich erwarte von der GLP, dass sie alles daran setzt, den Fehler zu korrigieren – auch wenn das schwierig werden dürfte.»

Die Auswirkungen sind unklar

Etwas versöhnlicher klingt es von Seiten der städtischen Grünen. «Das ist tragisch für die Grünliberalen; dass so etwas passiert, wünsche ich keiner Partei», sagt Präsident Martin Abele.

Trotzdem liege es natürlich in der Verantwortung der Parteileitung, sicherzustellen, dass alle Unterlagen korrekt eingereicht werden. «Es ist gut möglich, dass die Wählerinnen und Wähler auf eine andere Liste ausweichen, wenn auf der GLP-Liste nur Manuela Jost aufgeführt ist. Aber welche Auswirkungen der Fehler tatsächlich haben wird, ist im Moment noch sehr schwer abzuschätzen.» 

GLP hat bereits bei der Stadt interveniert

Marcel Dürr, Parteipräsident der GLP Stadt Luzern, betont, dass es sich um einen «sehr ärgerlichen und unbeabsichtigten Fehler» handelt. «Wir haben bereits mit der Stadt Luzern Kontakt aufgenommen und klären ab, ob wir das noch korrigieren können. Wir tun unser Möglichstes.»

Sollte eine Korrektur wegen der abgelaufenen Frist keine Option sein, werde man nach alternativen Lösungen suchen. «Konkret geht es um Kommunikationsmassnahmen. Wir wollen unseren Wählerinnen und Wählern ganz klar kommunizieren, dass wir neben Manuela Jost die bisherigen Stadträte Martin Merki, Franziska Bitzi-Staub und Adrian Borgula unterstützen.»

Aus dem Vorfall werde man Lehren ziehen. «Wir sind eine junge Partei. Wir analysieren derzeit unsere Abläufe und werden für die nächsten Wahlen ein Handbuch mit einer Checkliste erarbeiten, damit so etwas nicht wieder passieren kann», so Dürr.

Ob der GLP von Seiten der Stadt Luzern eine Möglichkeit gewährt werden kann, den Fehler zu korrigieren, ist derzeit unklar. «Wir können die Frage im jetzigen Zeitpunkt nicht beantworten», sagt Simon Rimle, Leiter Kommunikation Stadt Luzern. «Wir sind am Abklären.»

War dieser Artikel nützlich für Dich?

Ja

Nein

Dieser Artikel hat uns über 350 Franken gekostet. Löse ein freiwilliges Abo und hilf uns, Artikel wie diesen auch in Zukunft anzubieten.

CHF

Deine Meinung ist gefragt!

Um kommentieren zu können, musst Du auf zentralplus eingeloggt sein. Bitte logge dich ein oder registriere dich jetzt und profitiere von den Vorteilen für z+ Community Mitglieder.

Deine Meinung ist gefragt!

0 Kommentare

Wie viel ist Dir unabhängiger Journalismus wert?

Schön besuchst Du zentralplus. Für Dich gehen wir vor Ort, sind mitten drin und nahe dran. Doch ganz gratis geht Qualitätsjournalismus nicht. Um die unabhängige Stimme zu den Grossverlagen in der Zentralschweiz zu bleiben, benötigen wir Deine Unterstützung. Zeig uns mit Deinem freiwilligen Abo oder einem einmaligen Beitrag, was wir Dir wert sind.

Schön besuchst Du zentralplus. Du verwendest einen Adblocker. Werbung ist für eine wichtige Einnahmequelle, die uns hilft, die unabhängige Stimme zu den Grossverlagen in der Zentralschweiz zu bleiben. Denn gratis geht Qualitätsjournalismus nicht. Zeig uns mit Deinem freiwilligen Abo oder einem einmaligen Beitrag, was wir Dir wert sind.

CHF