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Hochwasserschutz: So wird die Reuss renaturiert
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Sieht gar nicht schlecht aus: Die renaturierte Reuss würde neue Naherholungsgebiete schaffen. (Bild: Visualisierung zvg)

Kanton Luzern legt 200-Millionen-Projekt neu auf Hochwasserschutz: So wird die Reuss renaturiert

2 min Lesezeit 11.09.2019, 11:33 Uhr

Hochwasserschutz und Renaturierung: Das überarbeitetes Projekt für die Reuss liegt ab Ende Oktober öffentlich auf. Das letzte Wort wird das Volk haben.

Das neue vorliegende Projekt ersetzt jenes von 2016. Die Ziele und Massnahmen bleiben im Wesentlichen gleich – es enthält aber diverse technische Anpassungen.

Der Kanton musste das Projekt «Hochwasserschutz und Renaturierung Reuss» von einer unabhängigen Expertengruppe überprüfen lassen, nachdem der Kantonsrat eine Klärung und Sistierung gefordert hatte.

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Das Vorgehen, das Schutzkonzept und die ökologischen Ziele seien bestätigt worden, teilt der Kanton Luzern mit. Dies gelte insbesondere für die vorgesehene Breite des Gewässerraums: Die Aufweitung schütze vor Hochwasser und werte den Raum ökologisch auf. «Es entsteht ein neues Naherholungsgebiet und das Grund- und Trinkwasser wird gesichert.»

Gleichzeitig will der Kanton Luzern die Auswirkungen des Projekts auf Landwirtschaftsbetriebe so gering wie möglich halten. Die kantonalen Dienststellen und das Bundesamt für Umwelt haben bereits Stellung zum überarbeiteten genommen.

Fast 200 Millionen Franken Kosten

Hochwasserschutz ist teuer: Die Gesamtkosten für die Renaturierung der Reuss betragen rund 195 Millionen Franken. Davon könnte der Bund rund 80 Prozent übernehmen, so würden die Kosten für den Kanton tragbar.

«Ein zeitgemässer Hochwasserschutz ist im Hinblick auf den Klimawandel bedeutend. Mit dem Projekt, das Hochwasserschutz und Ökologie verknüpft, verfolgen wir die langfristigen Ziele im Bereich Klima und Biodiversität», begründet Regierungsrat Fabian Peter, Vorsteher des Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartements.

Nach der öffentlichen Auflage bis Ende November werden allfällige Einsprachen behandelt. Danach bewilligt der Regierungsrat das Projekt und beantragt dem Kantonsrat einen Sonderkredit.

Danach ist eine Volksabstimmung nötig. Diese findet voraussichtlich 2022 statt.

Eine Visualisierung des Hochwasserschutzes in Emmen.

13 Kilometer langer Abschnitt

Das Hochwasser von 2005 hat in den Gebieten der Kleinen Emme und der Reuss Schäden von rund 345 Millionen Franken angerichtet. Der Kanton Luzern hat als Reaktion darauf Sofortmassnahmen angeordnet und im Auftrag des Kantonsrates das Projekt «Hochwasserschutz und Renaturierung Reuss» initiiert.

Das Projekt umfasst Hochwasserschutz- und Renaturierungsmassnahmen am 13,2 Kilometer langen Abschnitt vom Reusszopf bis zur Kantonsgrenze. Es orientiert sich am Grundsatz des Bundes: «Rückhalten, wo möglich; durchleiten, wo nötig.»

Aufweitungen, Entlastungen und neue Dämme erzielen eine nachhaltige Hochwassersicherheit. Zudem wird die von den eidgenössischen und kantonalen Gesetzen geforderte naturnahe Ausgestaltung umgesetzt.

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