Zertifikat an Hochschulen – dafür wollen sie Corona-Tests zahlen
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So wird es im neuen Semester wieder aussehen: In der Hörsälen wird die Maskenpflicht aufgehoben, dafür die Zertifikatspflicht eingeführt.

Uni Luzern richtet Impfstation ein Zertifikat an Hochschulen – dafür wollen sie Corona-Tests zahlen

4 min Lesezeit 2 Kommentare 15.09.2021, 11:57 Uhr

Wie viele andere Universitäten und Hochschulen in der Schweiz führen die Hochschulen in Luzern im neuen Semester die Covid-Zertifikatspflicht ein. Gleichzeitig kommen die Hochschulen ihren ungeimpften Studentinnen aber auf mehreren Ebenen entgegen.

Der Beginn eines neuen Semesters ist für viele Studenten jeweils mit zahlreichen Fragen verbunden: Welche Kurse will ich besuchen? Habe ich mich wirklich für alle Module und Prüfungen angemeldet? Wie gestalte ich meinen Stundenplan, damit ich an möglichst vielen Tagen ausschlafen kann?

Zu all diesen mehr oder weniger wichtigen Fragen gesellen sich mit dem Start des Herbstsemesters 2021 einige weitere dazu – zumindest für die ungeimpften Studentinnen. Denn nachdem die Pädagogische Hochschule (PH), die Hochschule Luzern (HSLU) und die Universität Luzern die Zertifikatspflicht in den Hörsälen eingeführt hat, wird das Studieren für die Ungeimpften kompliziert.

Ungeimpfte Studenten müssen demnach alle zwei Tage einen Corona-Test machen, um Zugang zu den Lehrveranstaltungen zu haben. Abgesehen vom zusätzlichen Aufwand wird das für die Studentinnen ab 1. Oktober auch ziemlich teuer, da sie die Corona-Tests ab dann selber berappen müssen.

Hochschulen prüfen subventionierte Tests

Oder vielleicht doch nicht? Denn die Luzerner Hochschulen werden sich womöglich an den Testkosten der Studentinnen beteiligen. Spruchreif ist dieser Service zwar noch nicht. Aber sowohl die PH als auch die Uni Luzern bestätigen auf Anfrage von zentralplus, dass derzeit eine befristete Beteiligung an den Testkosten geprüft werde.

Zu den Beweggründen sagt Lukas Portmann, Mediensprecher der Uni Luzern: «Mit der Beteiligung an den Testkosten möchten wir den Studierenden, die bis zum 1. Oktober noch nicht zweifach geimpft sind, das Studieren erleichtern.» Die Beteiligung an den Testkosten würde voraussichtlich befristet sein und soll damit vor allem jenen Studenten den Uni-Alltag erleichtern, die sich jetzt oder in den nächsten Tagen zur Impfung entscheiden und somit am 1. Oktober noch kein Covid-Zertifikat haben.

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Walk-in-Impfung ab 28. September

Das ist aber noch nicht der ganze Service im Zusammenhang mit Corona, den die Luzerner Hochschulen den Studis anbieten. Wie Portmann bestätigt, wird derzeit auch ein Testcenter an den Hochschulen geprüft. Und: Die Hochschulen bieten ab Ende September ein spontanes Walk-in-Impfangebot für Studierende und Mitarbeitende an.

Denn wie Marco von Ah, Mediensprecher der PH Luzern, erklärt, sei eine Impfung längerfristig die einfachere Lösung für Studentinnen, um an den Lehrveranstaltungen teilzunehmen: «Die PH Luzern empfiehlt allen Studierenden und Mitarbeitenden, sich gegen Covid impfen zu lassen.»

«Das Walk-in-Impfangebot ist nur für Studierende und Mitarbeitende der drei Hochschulen sowie der Hochschulbibliothek gedacht. Gleichzeitig soll der Zugang zur Impfung so einfach wie möglich sein.»

Lukas Portmann, Mediensprecher Universität Luzern

Mit dem Impfangebot an den Hochschulen soll darum ein weiterer, niederschwelliger Zugang zur Impfung geschaffen werden. Allerdings ergänzt Lukas Portmann: «Das Walk-in-Impfangebot ist nur für Studierende und Mitarbeitende der drei Luzerner Hochschulen sowie der Hochschulbibliothek gedacht. Gleichzeitig soll der Zugang zur Impfung so einfach wie möglich sein.» Heisst: Es wird vor dem Impfpoint wohl keine Ausweiskontrolle geben, womit das Impfangebot durchaus auch ein breiteres Publikum ausserhalb der Hochschulen anziehen könnte.

Keine Alternativen zur Zertifikatspflicht

Beteiligung an Testkosten, Testcenter, Walk-in-Impfangebot: Wäre es angesichts dieses Aufwands nicht einfacher gewesen, auf die Zertifikatspflicht zu verzichten und mit den bewährten Corona-Massnahmen – sprich Maskenpflicht und Abstandsregeln – ins neue Semester zu starten?

«Der Verzicht auf die Zertifikatspflicht hätte ein viertes Semester im Fernunterricht zur Folge gehabt.»

Marco von Ah, Mediensprecher PH Luzern

Nein, sagen Lukas Portmann und Marco von Ah. Denn ohne Zertifikatspflicht könnten alle Hörsäle zu maximal zwei Dritteln ausgelastet werden. Aufgrund dieser limitierten Platzkapazität wäre der Präsenzunterricht darum nicht umsetzbar. «Der Verzicht auf die Zertifikatspflicht hätte ein viertes Semester im Fernunterricht zur Folge gehabt», so von Ah.

Das sei aber nicht der Anspruch der Hochschulen an eine gute Lehre, wie Lukas Portmann wiederum verrät: «Wir wollen die Studierenden vor Ort haben, weil wir überzeugt sind, dass wir so die beste Ausbildungsqualität ermöglichen. Denn die Stärke unserer Ausbildung liegt im direkten Austausch zwischen Studierenden und Dozierenden.» Darum sei die Zertifikatspflicht unter den gegebenen Umständen die einzige Lösung, um den Präsenzunterricht und damit diesen Austausch längerfristig sicherzustellen.

Bei den Studentinnen und Mitarbeitern sorgt die Einführung der Zertifikatspflicht für gemischte Reaktionen. Manche betrachten diesen Schritt kritisch. Doch es gibt auch positive Rückmeldungen, bestätigt Portmann: «Einige halten es für die richtige Entscheidung, weil sie sich im Hörsaal nun wieder sicherer fühlen.»

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2 Kommentare
  1. Kari Nadalindo, 17.09.2021, 12:07 Uhr

    Absolut absurd was hier die Unis und Hochschulen machen mit der Zertifikatspflicht.
    Der Impfentscheid ist jedem Bürger selbst überlassen und dadurch auch die körperliche Unversehrtheit garantiert. Jeder trägt für seine Gesundheit die eigene Verantwortung. Der Zugang zu einer Bildung ist gesetzlich frei und darf nicht mit solchen Vorgaben einer Zertifikatspflicht geregelt werden. Das was hier passiert ist klar rechtswidrig und wir werden dies über den Rechtsweg anfechten.

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    1. Daniela Übersax, 17.09.2021, 13:15 Uhr

      Eben genau nicht. Sie tragen für die Gesundheit anderer ebenso eine Verantwortung wie für die eigene. Und wenn andere im Spital keinen Platz mehr finden, weil Impfgegner einen Grossteil der Betten, sind Sie für das Leid anderer mitverantwortlich. Ausser Sie verzichten auf die medizinische Behandlung. Tun Sie das?
      Rechtlich gesehen haben wir eine Pandemie, da werden leider gewisse Grundrechte eingeschränkt. Die Mehrheit der Schweizer hat dies bei einer Abstimmung so bestimmt.

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