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Hirn kochen, Kunst sabotieren und die Welt retten
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Das Zuger Team hat dieses Jahr so einiges bewerkstelligt: Hat Kunst sabotiert, hat Hirn gekocht und den Pfister auf die Couch gelegt.   (Bild: Montage/wia)

Best of zentralplus 2016: Unsere Zuger Favoriten Hirn kochen, Kunst sabotieren und die Welt retten

5 min Lesezeit 28.12.2016, 11:46 Uhr

Wir haben uns ins Zeug gelegt. Sind früh aus den Federn, haben Blut und Wasser geschwitzt, haben uns bemitleiden lassen und heilige Kühe in Frage gestellt. Warum das alles? Für gute Artikel natürlich. Und es hat sich gelohnt. Auf diese Artikel aus dem Jahr 2016 sind wir besonders stolz!

Das Jahr 2016 ist bald nicht mehr, liegt im Sterben, daran ist nicht zu rütteln. Wir besuchen es jedoch am Sterbebett, schauen zurück, huldigen ihm ein letztes Mal, denn das Jahr hat doch einige gute Geschichten hervorgebracht. Geschichten, die besonders gut sind, weil sie zum Beispiel relevant sind. Weil sie niemand sonst hatte. Oder weil’s schrecklich Spass gemacht hat. Oder weil wir endlich mal wieder was gewagt haben.

Zum Beispiel, als eingefleischter Nicht-Fasnächtler an die Fasnacht zu gehen. Der Zuger Redaktionsleiter hat es getan. Hat sich zu Unzeiten aus dem Bett gequält, hat sich an der Chesslete auf den trötenden Landsgemeindeplatz gestellt und gemerkt, dass er alles falsch macht.

Allein mit den Gummiherzen

Falsch gemacht hat auch Barbara Schnyder dieses Jahr etwas. Und zwar, indem sie allein, ganz ohne Gespons die Zuger Hochzeitsmesse besuchte, und damit mitten in ein Meer mitleidiger Blicke und Trost-Gummiherzen trampte.

Oh ja, im Falschmachen waren wir dieses Jahr ganz gross. Das fand jedenfalls das Künstlerduo Hoffnung + Kiwi, deren Kunstwerk unser Autor Philipp Bucher unverhofft sabotierte. Und noch viel unverhoffter wurde Bucher dabei selbst zum Kunstschaffenden. Sie staunen, aber als Journalist schlüpft man ja in so manche Rolle.

Etwa in die des Hobby-Psychiaters. Wir fanden es nämlich eine schampar gute Idee, den aktuellen CVP-Präsidenten Gerhard Pfister unter die Lupe zu nehmen, und stellten kurzerhand ein Psychogramm aus – aufgrund Pfisters Twitter-Tätigkeiten. Unser nicht ganz so fachgerechtes Fazit: Ein Ansatz einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung mit leicht sadistischen Zügen. Nichts Ungewöhnliches also für einen Politiker.

Auch andere Rollen erlegten wir uns selbst auf. Etwa die des Hasenzählers. Mumpitz? Mitnichten. Gibt es wirklich, und wir haben’s getan. Gesichtete Hasen: 1. Aber über diesen hat sich Redaktor Marc Benedetti ausserordentlich gefreut. Was wir übrigens auch können? Hirn kochen, Pole-Dance und Velokurier spielen. Naja, auch wenn wir in allen drei Gebieten wohl jeweils keine Profis werden.

Wir sind ja so lustig

Lustig sein können wir übrigens auch. Zum Beispiel Falco Meyer, als er mir nichts, dir nichts in die Welt hinaus posaunte: «Walo, hör endlich auf!» Walo, kennen Sie? Bestimmt. Jedenfalls, wenn Sie hie und da auf Gleis 1 des Bahnhofs Zug ankommen. Meyer geht dem handgeschriebenen Schriftzug «Walo Stop!» nach, der da auf dem Poller steht. Und ahnt Brisantes.

Oder aber Philipp Bucher, der sich, gemeinsam mit der SVP ganz fest empört, dass es – und jetzt halten Sie sich fest – Menschen geben soll, welche die Wehrpflicht in Frage stellen. Die, Gott behüte, über Alternativen zum Schweizer Militär diskutieren. «Und überhaupt: Zivis, diese wandelnden Reflektoren mit einem Faible zu Geisteswissenschaften hängen ohnedies die ganze Zeit nur rum, trinken billiges Importbier aus Dosen und rauchen in Papier gewickelte Pflänzchen», schreibt Bucher. Sein Verdikt: Das ist Landesverrat! Und versucht vergeblich, drei Militärguetsli in einer Minute zu futtern.

HD Soldat Läppli am Strofexerziere

Lustiger, als man denkt wurde ausserdem unser Besuch an der Vergabe des diesjährigen Jungunternehmerpreises. Denn, seien wir doch ehrlich, die Leute haben schon komische Ideen. Etwa, einen Diamantring herzustellen, bei dem die Klunker nur an der Innenseite hängen, und damit quasi unsichtbar sind. «Stell dir vor du bist reich, und keiner merkt’s», staunt Hausheer. Auch staunt er darüber, wie es einer Firma gelingt, Alterspflege sexy zu machen.

Auch Politik kann lustig sein. Vor allem, wenn sie voller schöner Verschreiber ist, wie etwa bei der letzten Abstimmung zum «Entlassungspaket». Autsch, dachten da alle Abstimmenden, ein Freudscher Verschreiber par excellence. Der Zuger Ressortleiter Falco Meyer sah ganz andere Gründe dahinter und erklärte, warum das Karma gar nicht anders konnte als mit volle Wucht zuzuschlagen.

Wir können auch ernst und lang

Wie, jetzt wird’s Ihnen gar zu lustig? Kein Thema, wir können auch ernst sein. Widmeten uns etwa dem organisierten Verbrechen in Zug. Denn das gibt es nämlich. Die redaktionelle Mitarbeiterin Barbara Schnyder hat mit einem Insider über das Thema gesprochen. Lionel Hausheer, redaktioneller Mitarbeiter bei zentralplus, liess sich ausserdem von der Nacherzieherin Sefika Garibovic erklären, warum Kuschelpädagogik zu verachten sei und wieso Kinder im Minutentakt von ihren Eltern missbraucht würden.

Ausserdem widmeten wir uns nichts Geringerem als der Rettung der Welt. Haben einen Chamer getroffen, der nichts von AKWs und Tesla hält, hingegen viel von seiner Erfindung, einem Kleinkraftwerk, mit dem sich Strom, Wärme und Kälte erzeugen lassen. Womit läuft es denn, das Kraftwerk? Ganz einfach, mit Methanol.

Wenn die Zuger im Kollektiv schmollen

Sie lesen gern Hintergründiges? Auch damit konnten wir heuer dienen. So haben wir zurückgeschaut auf die 80er-Jahre, als der Journalist Niklaus Meienberg der Stadt Zug einen denkwürdigen Besuch abstattete. Im Anschluss schrieb er einen derart kritischen Artikel, dass alle Zuger im Akkord zu schmollen begannen. Ob heute noch was dran ist, an der Kritik Meienbergs? Wir gingen der Sache nach. Ausserdem hat Autor Markus Mathis herausgefunden, was Millionäre in Zug für eine Aufenthaltsbewilligung zahlen und woher die eigentlich kommen.

Apropos Stadt Zug und Hintergrund: In einer ausführlichen Reportage haben wir uns der Baarerstrasse gewidmet. Die eigentlich alles bietet, was das Herz begehrt. Sex, Ferraris und Buttergipfeli. Verrucht – und ein wenig traurig – geht’s übrigens auch in Sihlbrugg zu und her.

Auch in Sachen Gastronomie hatte zentralplus den richtigen Riecher. So stellten wir nämlich fest, dass im Schweizer Gastroführer Gault Millau nur zwei Zuger Adressen zu finden sind, wovon eine Negativkritik erntete. Und plötzlich war es der Gault Millau selbst, der Kritik aus Zug und dem Ausland zu spüren bekam.

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