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Hier wollen die SBB in Zug weiter ausbauen
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SBB Rahmenplan für den Raum Zug Hier wollen die SBB in Zug weiter ausbauen

4 min Lesezeit 27.04.2016, 17:01 Uhr

Das Schienennetz im Raum Zug hat seine Leistungsgrenze erreicht, sagen die SBB. Das heisst: bauen. Jetzt stellen die Bundesbahnen den Rahmenplan dazu vor. Und der beinhaltet zusätzliche Gleise, mehr Perronkanten, ein neuer Tunnel, neue Haltestellen und 30 Jahre Bauzeit. Ist das realistisch? Widerstand ist programmiert.

Die Bahninfrastruktur im und um den Knoten Zug erreicht gemäss Angaben der SBB 2025 die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit. Schon eine bescheidene Steigerung des Angebots im Raum Zug – Baar löse Massnahmen an der Infrastruktur aus, wie die SBB in einer Mitteilung schreiben. Um eine mögliche Entwicklung im Horizont von 30 bis 40 Jahren aufzuzeigen, haben die SBB den Korridor-Rahmenplan Baar–Zug erarbeitet.

Zukunftsszenario ungewiss

Dabei handelt es sich gemäss Reto Schärli, Mediensprecher der SBB, um einen Plan, der mögliche Szenarien aufzeigen und die Grundsteine für die Eisenbahnzukunft legen soll. «Aber der Rahmenplan ist weder eine konkrete Projektierung noch eine fixe Reservation von Grundstücken zum Zweck des Linienausbaus.» Deswegen erwarten die SBB auch keine Entrüstungsstürme, sondern eher eine Diskussion in der Öffentlichkeit. Eine Diskussion darüber, was es brauche, um die Mobilität der Bahnreisenden auch in Zukunft zu gewährleisten, so Schärli.

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«Die Zukunft der Mobilität ist von verschiedenen Faktoren abhängig: der Wirtschaft, dem Bevölkerungswachstum und den finanziellen Mitteln. Und die Planungshoheit der Eisenbahnzukunft liegt beim Bund und nicht bei der SBB», so Schärli. Das mache die Einschätzung, ob dieser Plan realistisch sei, denn auch nicht leicht: «Ob der Plan jemals so umgesetzt wird, hängt von vielen Faktoren ab», meint Schärli.

SBB-Plan deckt sich mit Vorhaben des Kantons

Mit diesem Plan soll gewährleistet werden, dass zu jedem Zeitpunkt genügend Kapazitäten zur Deckung der Nachfrage vorhanden seien, schreiben die SBB in ihrer Mitteilung. Weiter soll sichergestellt werden, dass die einzelnen Ausbauschritte «aufwärtskompatibel» seien, das heisst, dass keine «verlorenen» Investitionen getätigt werden sollen, welche in einem späteren Ausbauschritt keine Verwendung mehr finden würden.

«So ist klar, wo in Zukunft keine Häuser gebaut werden können, weil da später möglicherweise Geleise durchlaufen.»
Hans-Kaspar Weber, Leiter des Zuger Amts für öffentlichen Verkehr

Der Kanton zeigt sich zufrieden. «Der Rahmenplan der SBB deckt sich mit dem Richtplan des Kantons», sagt Hans-Kaspar Weber, Leiter des Zuger Amts für öffentlichen Verkehr. Ob die Vorhaben aber auch so umgesetzt würden, zeigten die kommenden Jahre und Jahrzehnte, so Weber. «Bei uns ist man froh, dass die SBB diese Abklärungen durchgeführt haben und sich die Pläne von SBB und Kanton decken. So ist auch klar, wo in Zukunft keine Häuser gebaut werden können, weil da später möglicherweise Gleise durchlaufen.»

Der Rahmenplan jedenfalls steht und weist fünf grössere Schritte auf, die für Zug nötig wären, wenn es nach den SBB geht:

Entwicklungsschritt eins

Entwicklungsschritt 1

Entwicklungsschritt 1

(Bild: SBB)

Der Entwicklungsschritt eins umfasst die Doppelspur-Ausbauten Walchwil und Freudenberg–Rotkreuz. Damit kann das geplante Angebot im Horizont «Zukünftige Entwicklung der Bahninfrastruktur» ZEB gefahren werden. Doch da sind die SBB bereits angerannt: Ursprünglich war vorgesehen, mit dem Bau der Doppelspur Ende dieses Jahres zu beginnen. Nun sollen die Arbeiten frühestens Ende 2017 starten (zentralplus berichtete), weil ein betroffener Anwohner vor Bundesgericht Beschwerde gegen das Bauvorhaben der SBB eingereicht hat. Die zentralplus-Leser erzürnten sich derweil über «die Arroganz der SBB» und «Fehlplanungen» vonseiten der Bundesbahnen.

Über Kosten und Nutzen dieses ersten Entwicklungsschritts haben wir hier bereits ausführlich berichtet.

Entwicklungsschritt zwei

Entwicklungsschritt 2

Entwicklungsschritt 2

(Bild: SBB)

Im Entwicklungsschritt zwei wird mit einem dritten Gleis zwischen Baar Lindenpark und Bahnhof Baar sowie einer vierten Perronkante im Bahnhof Baar (Gleis 4) der zusätzliche Verkehr im Korridor Baar–Zug ermöglicht. Die Zugfolgezeit zwischen Zug und Chollermüli wird reduziert, und im Bahnhof Cham werden die Perronanlagen ausgebaut. 


Entwicklungsschritt drei

Entwicklungsschritt 3

Entwicklungsschritt 3

(Bild: SBB)

Der Entwicklungsschritt drei umfasst den Zimmerberg-Basistunnel 2 mit dem Anschluss Meilibach. Damit reduziert sich die Fahrzeit zwischen Zug und Zürich um rund sechs Minuten, zudem wird die Einspurstrecke zwischen Litti und Horgen Oberdorf umfahren. Mit der neuen Stadtbahn-Haltestelle Baar Sennweid kann der nördliche Teil von Baar erschlossen werden. 


Entwicklungsschritt vier

Entwicklungsschritt 4

Entwicklungsschritt 4

(Bild: SBB)

Im Entwicklungsschritt vier kann der Tiefbahnhof Luzern als Kopfbahnhof für die Züge von und nach Rotkreuz genutzt werden. In Luzern hat man den ersten Schritt in Richtung Tiefbahnhof bereits gemacht. Das Parlament stellte sich im Januar dieses Jahres hinter das Bauvorhaben (zentralplus berichtete).

Entwicklungsschritt fünf

Entwicklungsschritt 5

Entwicklungsschritt 5

(Bild: SBB)

Für die Umsetzung des Entwicklungsschrittes fünf muss der Abschnitt zwischen Baar und Zug zum 4-Spur-System inklusive Entflechtungsbauwerk Unterfeld ausgebaut werden. Im Westteil des Bahnhofs Zug wird eine zusätzliche Perronkante (Gleis 8) und zwischen Chollermüli und Zug ein drittes Gleis benötigt. Mit dem Kapazitätsausbau des Streckenabschnittes Baar–Zug ändert auch das Betriebskonzept im Ostteil des Bahnhofs Zug. Das Gleis eins muss gemäss Rahmenplan in das Streckengleis Zug–Walchwil eingebunden werden.

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