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Hier kommen nicht nur Expats auf den Hund
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«Only when you tell him, the dog is allowed to catch the dice», sagt Hundetrainerin Sara Krähenbühl (links). Bulldogge Neela nimmt's gelassen. (Bild: woz)

Hünenberger Hundeschule mit Englischkurs Hier kommen nicht nur Expats auf den Hund

4 min Lesezeit 04.10.2018, 14:31 Uhr

Zug ist ein sehr internationales Pflaster. Englisch steht da vielerorts auf der Tagesordnung. Neuerdings bietet eine Hünenberger Hundeschule einen Trainingskurs auf Englisch an. Der lockt sogar Deutschsprechende an.

Es ist wirklich ein Hundewetter. Es nieselt, am Himmel hängen graue Wolken. Nicht gerade verlockend, um bei diesen Bedingungen mit dem kleinen oder grossen Liebling in die Hundeschule zu gehen, um «basic obedience» – also grundlegenden Gehorsam – einzustudieren. Und dabei nebenher noch mit anderen Gassigängern Englisch zu parlieren.

Hundeschule Wolfsrudel

Well, tatsächlich kommen sage und schreibe sieben Herrchen mit Hund an diesem Abend nach Hünenberg in die Hundeschule Wolfsrudel im Böschhof.

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«Sonst müsste ich in die Migros-Clubschule gehen und zusätzlich einen Hundekurs besuchen.»

Pascale

«Dieser Englisch-Hundekurs ist eine super Sache», versichert Pascale, die mit ihrem Mischling «Luki» vom Tierheim hier ist. Sie selbst ist Schweizerin und wohnt in Zug. Man könne hier einfach beides machen – Englisch im Zusammensein mit «Native Speakern» lernen und gleichzeitig den Hund erziehen.

«Luki» zieht an der Leine

«Sonst müsste ich zwei Sachen machen – in die Migros-Clubschule gehen und zusätzlich einen Hundekurs besuchen. Es ist die beste Art, das Wochenende zu beginnen», sagt Pascale sichtlich entspannt. Doch dann zieht «Luki» an der Leine, und sie nimmt ihn ruhig wieder auf seine Position.

In Hünenberg in der Hundeschule Wolfsschule wird auch Englisch gesprochen – in speziellen «Dog Trainings» für Expats und für solche, die ihr Englisch verbessern wollen.

In Hünenberg in der Hundeschule Wolfsrudel wird auch Englisch gesprochen – in speziellen «Dog Trainings» für Expats und für solche, die ihr Englisch verbessern wollen.

(Bild: woz)

Denn Hundetrainerin Sara Krähenbühl möchte jetzt, dass sich jeweils zwei Hundebesitzer begrüssen, während der Hund an der Leine ganz brav «Platz macht». «Always keep an eye on your dog while greeting the other person», fordert die 22-Jährige ihre Schüler auf.

Bei Pascale und Katrin, eine Deutsche, die in der Pharmabranche arbeitet, klappt das schon ganz gut. «Neela», ihre kleine französische Bulldogge, bleibt artig auf ihrem Fleckchen sitzen. Auch «Luki» ist jetzt ganz lieb und macht keinen Mucks. «Doggie-Style» der sittsamen Art.

Bei anderen ist der Gehorsamsfaktor noch nicht so perfekt ausgebildet. Sofia aus Kalkutta etwa, die seit acht Jahren in Hünenberg lebt und als Englischlehrerin arbeitet, hat da mit ihrer «Diamond», einem kleinen, weissen Wischelwuschel, noch etwas Aufholbedarf.

Kleine Malteser-Hündin wartet auf die nächste Übung

Die meiste Zeit kniet sie neben ihrer Malteser-Hündin, die aufgeregt auf die nächste Übung wartet. «I really enjoy this course», sagt sie und lächelt. «Thanks to this English course I can follow the dog instructions without problems.»

«Bei einem Hundekurs kann man die Sprache in lockerer Atmosphäre lernen.»

Sara Krähenbühl, Hundetrainerin

Hundetrainerin Sara Krähenbühl übt Nachsicht. «Sofia ist erst das zweite Mal hier, da ist für Diamond noch vieles neu», erklärt sie. Den Hundetrainingskurs auf Englisch bietet sie seit Sommer an. «Englisch ist eine coole Sprache, und es gibt immer wieder Leute, die Englisch noch nicht so gut verstehen. Bei einem Hundekurs kann man die Sprache in lockerer Atmosphäre lernen.»

Sara Krähenbühl (22) ist ausgebildete Hundetrainerin. Die ehemalige Kanti-Schülerin spricht fliessend Englisch, weil sie ein halbes Jahr lang in den USA in die High School ging.

Sara Krähenbühl (22) ist ausgebildete Hundetrainerin. Die ehemalige Kantischülerin spricht fliessend Englisch, weil sie ein halbes Jahr lang in den USA in die High School ging.

(Bild: woz)

Ihr eigenes Englisch klingt dabei schon fast wie angeboren. Kein Wunder. Die frühere Kantischülerin besuchte noch vor nicht allzu langer Zeit im US-Bundesstaat North Carolina die High School. Aus ihr sprudelt das Englisch so schnell wie ihr Schweizerdeutsch. Es mache ihr Freude, einmal pro Woche dieses «Dog Training» zu organisieren – neben all den anderen Hundekursen, die sie sonst noch gibt.

Der eigene Hund macht auch mit

Ach ja, einen eigenen Hund hat Krähenbühl natürlich auch – «Geronimo», einen dreieinhalbjährigen Labrador-Beauceron-Mischling. Der macht auch mit beim «Dog Training». Ihr Partner führt «Geronimo» an der Leine.

«Hello, nice to meet you!» Während sich Frauchen unterhält, muss der Hund ganz ruhig am Platz sitzen.

«Hello, nice to meet you!» Während sich Frauchen unterhält, muss der Hund ganz ruhig am Platz sitzen.

(Bild: woz)

Jetzt wird’s für «Dog and Master» besonders schwierig. Auf kleinen Plattformen müssen sich die Hunde platzieren, während Herrchen und Frauchen etwas Aufregendes aufführen: Sie kicken beispielsweise vor ihrer Nase einen Ball hin- und her. Sie werfen Hasen- und Mäuse-Puppen in einen Kreis oder fahren plötzlich mit einem Leiterwägeli weg.

Die meisten Hunde warten artig auf ihrem Plätzchen

«Your dogs are only allowed to move when you tell them», instruiert Sara Krähenbühl ihre Kursteilnehmer. Und dann kicken und werfen sie los. Ihrem Blick nach zu urteilen, scheinen die Hunde zwar nicht zu begreifen, was das Ganze soll. Doch die meisten warten artig, mit leicht gelangweilter Miene, auf ihrem Plätzchen.

«Mit diesen Übungen soll die Alltagstauglichkeit der Hunde trainiert werden», sagt Krähenbühl. «Damit sie sich in unserer Umwelt stressfrei bewegen können, dürfen sie auf Bewegungsreize nicht reagieren.» Inzwischen ist die Hundestunde wie im Flug vorbeigegangen.

«Die Hunde erhalten ihre Kommandos in der Sprache, die sie gewohnt sind.»

Sara Krähenbühl

Aber wie ist das eigentlich – verstehen die Hunde denn auch die englischen Befehle, die da gegeben werden? Krähenbühl klärt auf. «Die Hunde erhalten ihre Kommandos natürlich in der Sprache, die sie gewohnt sind – also entweder in Englisch oder Deutsch. Plötzlich auf eine andere Sprache umzustellen, das würde nicht funktionieren.» Womit klar ist: Hunde haben es gut – im Gegensatz zu ihren Herrchen müssen sie wenigstens keine Fremdsprache lernen.

«Platz!» Oder: «Sit!». Je nach dem, was der Hund eben versteht.

«Platz!» oder «Sit!». Je nachdem, was der Hund eben versteht.

(Bild: woz)

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