Hier gibt’s Pouletflügeli und Pizza mitten im Industriegebiet
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Wirtin Saima Sardar erfüllt sich mit ihrem kleinen Bistro einen Traum. (Bild: bic)

Neues Bistro in alter Fabrik in Sihlbrugg Hier gibt’s Pouletflügeli und Pizza mitten im Industriegebiet

3 min Lesezeit 19.09.2020, 19:24 Uhr

Wo früher Holzpaletten hergestellt wurden, werden ab kommender Woche verschiedene währschafte Speisen wie Pouletflügeli und Pasta serviert. Eröffnen wird das kleine Bistro in Sihlbrugg eine Frau, die in ihrem Leben viel herumgekommen ist.

Die kleine Gaststätte inmitten von Fabrikhallen im Industriegebiet Sihlbrugg ist nicht gerade leicht zu finden. Zumindest, wenn man nicht direkt aus der Region stammt. Doch dank ein paar Blicken auf die Karten-App im Smartphone gelingt es dann doch, wenn auch ein paar Minuten nach dem vereinbarten Interviewtermin.

Nachdem wir uns mit dem Auto zwischen Lastwagen und Fabrikhallen durchgekämpft haben und uns den letzten Parkplatz vor dem Lokal ergattern konnten, treffen wir in der kleinen Gaststube auf Saima Sardar und ihren Mann Mauro Ceotto. Sardar ist die Chefin des Bistros, das kommende Woche zum ersten Mal seine Tore öffen soll und sich unter anderem an die Handwerker aus den umliegenden Industriebetrieben richtet.

Von Pakistan nach Sihlbrugg

Einen speziellen Namen hat das Lokal noch nicht erhalten. «Vielleicht heisst es einfach Saimas Bistro», sagt die Neowirtin. Der Gastrobetrieb befindet sich im Erdgeschoss einer ehemaligen Holzpalettenfabrik. In den Büroräumlichkeiten im ersten Stock hat sich ihr Mann eingerichtet. Er betreibt die über die Region hinaus bekannte Cateringfirma «Delivery Hochgenuss», die den Fokus insbesondere auf verschiedene Pouletspezialitäten richtet.

Die Gastrobranche ist für Saima Sardar zwar Neuland, ein kleines Unternehmen zu führen aber bei weitem nicht. Die 47-Jährige stammt aus der Megacity Lahore im Osten Pakistans. Mit mehr als 11 Millionen Einwohnern ist es die zweitgrösste Stadt des Landes. Schon als junge Frau hatte Sardar in dem muslimischen Land zusammen mit ihrem Bruder ein kleines Modegeschäft aufgebaut und mehrere Jahre ziemlich erfolgreich geführt, erzählt sie.

Eine erfahrene Kleinunternehmerin

«Nach der Hochzeit mit meinem ersten Ehemann gelangte ich nach Südtirol. Leider ging die Ehe nach sieben Jahren in die Brüche», blickt Sardar zurück. Sie habe sich aber relativ schnell wieder eine eigene Existenz aufbauen können. «Ich habe mich in der Luxusbranche selbstständig gemacht und vor allem exquisite Taschen designt und in Bozen und Meran verkauft», sagt die zweifache Mutter stolz.

Ihrer Zeit in Norditalien hat sie auch zu verdanken, dass sie fast fliessend Italienisch und sehr gut Deutsch spricht. Ihre zwei Kinder werden ebenfalls in Sardars Betrieb mithelfen. Ihren heutigen Ehemann hat sie ebenfalls im Südtirol kennengelernt und ist ihm in die Schweiz gefolgt. «Mit meinem eigenen kleinen Bistro erfülle ich mir nun einen lange gehegten Traum», schwärmt Sardar.

Ein bodenständiges Angebot

Ganz dem Standort entsprechend will Sardar nicht etwa auf «haute cuisine» setzen, sondern «leckere, währschafte und qualitativ gute Speisen zu erschwinglichen Preisen» anbieten. So finden sich auf der Karte neben den Pizzen und Pouletflügeli inklusive der diversen Haussaucen auch verschiedene Pastakreationen und sogar Kebab.

Zubereitet werden sie in der neuen, extra eingebauten Grossküche in der ehemaligen Werkhalle. Dafür ist Koch Miguel Saez-Benito zuständig. «Auch das Brot stellen wir selber her», betont Saima Sardar.

Sardar und Saez-Benito in der neuen Grossküche im ehemaligen Fabrikgebäude.

Gleiche Öffnungszeiten wie das Industriegebiet

Ganz im Sinne des Gastrokonzepts habe man auch das Interieur schlicht gehalten, um den Charme des ehemaligen Fabrikbetriebes aufrecht zu erhalten. So steht in einem Teil des Bistros immer noch der Empfangsschalter des einstigen Industriebetriebes.

Momentan wartet die künftige Wirtin noch auf die definitive Betriebsbewilligung von der Gemeinde. Diese sei für nächste Woche angekündigt worden. Wenn es dann endlich so weit ist, soll die kleine Beiz bis auf Weiteres nur über den Mittag geöffnet haben. «Mittelfristig möchte ich aber auch am Abend Gäste empfangen», sagt Sardar. «An den Wochenenden wird das Bistro dennoch auch in Zukunft geschlossen bleiben.» Also ganz der Nachfrage im Baaer Industriegebiet entsprechend.

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