Hier geben die «Teffli» den Ton an
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Die 9. Ausgabe der «Teffli-Rally» in Ennetmoos. (Bild: cha)

Lautes Gedröhne in Ennetmoos Hier geben die «Teffli» den Ton an

3 min Lesezeit 29.08.2015, 18:02 Uhr

Alle zwei Jahre verwandelt sich Ennetmoos in ein «Teffli-Mekka». Hunderte Fahrer und tausende Zuschauer kommen jeweils an die «Teffli-Rally» nach Nidwalden. Auch Luzerner sind mit dabei – und das nicht zum ersten Mal.

Wenn der Motorenlärm aus Ennetmoos den halben Kanton eindeckt und sich sogar die «Tschifeler» und «Reissäckler» in den Armen liegen, dann ist klar: Es ist wieder «Teffli-Rally»! zentral+ wollte sich das Spektakel nicht entgehen lassen und machte sich für einmal auf nach Nidwalden.

Zwei Jahre mussten sich die «Tefflibuebe» gedulden, ehe sie ihre nicht immer ganz strassentauglichen Zweiräder aus dem Schuppen holen konnten. Bei schönstem Wetter und hohen Temperaturen ging an diesem Samstag die 9. Ausgabe der «Teffli-Rally» in Ennetmoos über die Bühne.

Das sind Improvisationskünstler

9. «Teffli-Rally» in Ennetmoos

Am Wochenende vom 29. August fand die 9. Ausgabe der «Teffli-Rally» in Ennetmoos statt. Das Spektakel findet alle zwei Jahre statt. In drei Kategorien treten «Tefflibuebe» und sonstige verrückte Hobbybaslter auf einer Rundstrecke gegeneinander an. Dabei ist klar: Das Optische und der Spass kommen vor dem Sieg.

Kategorie 1: Die Königsklasse des Teffli-Tuning. Fahrwerk und Motor können an ihre Grenzen optimiert werden, um möglichst schnell den Dirty-Circle zu bezwingen.

Kategorie 2: Originales «Teffli», wie es früher gefahren wurde. Frisierte Sackgeldverdunster mit einfachen Mitteln und verkleidete Piloten mit ihrem eigenen Motto.

Kategorie 3: Kreativität ohne Grenzen. Erfindergeist ist Trumpf. Dreirädrige «Tefflis» werden zur Attraktion und Lieblingen der Zuschauer.

Ein Event, der sich seit der Erstausgabe im Jahr 2000 mittlerweile in ein Dorffest verwandelt hat. Mehr als 15’000 Zuschauer und über 150 Fahrer aus allen Regionen der Schweiz haben sich auf dem Gelände «Sübiel» bei Ennetmoos eingefunden. Alle richten ihre Blicke gespannt auf den «Dirty-Circle» und fiebern mit. Wer dreht die schnellste Runde? Auf dem Geländeteil der Fahrer laufen die letzten Vorbereitungen. Es wird gebastelt, geschraubt, kurzfristig repariert und am allermeisten improvisiert.

Jeder will auf der Strecke überzeugen. Allerdings nicht unbedingt mit der Geschwindigkeit, sondern viel mehr mit Kreativität, Kampfgeist und gesundem Respekt. Mit dabei ist auch eine Truppe aus dem Luzernischen Hitzkirch. Christoph, Fabienne und Marco Fuchs haben gerade Rennpause. Eine Fahrt haben sie alle bereits bestritten.

Platzierung? «Keine Ahnung»

Wie gut sie abgeschnitten hätten, so die Frage. «Keine Ahnung, das weiss ich gar nicht», lacht Christoph Fuchs. Alle am Tisch sind sich einig: «Dabei sein ist alles!» Obwohl eine Rangliste öffentlich aufhängt, interessiert diese nur die Wenigsten. Marco und Christoph Fuchs starten in der «Königsklasse», der Kategorie 1. Bei dieser darf aus den «Teffli» alles, aber auch wirklich alles herausgeholt werden, was geht.

«Ich bastle so lange am Töff rum, bis meine Freundin wütend wird.»

Christoph Fuchs aus Hitzkirch

An seinem Gefährt arbeitet Fuchs seit der letzten Austragung im Jahr 2013 – und das «eigentlich in jeder freien Minute», die ihm zur Verfügung stehe. «Ich bastle jeweils so lange dran rum, bis meine Freundin wütend wird», witzelt Christoph Fuchs. Der Hitzkircher ist bereits zum vierten Mal mit dabei und will auf keinen Fall einmal fehlen. «Es ist einfach grandios und einmalig! Seit meiner ersten Teilnahme hat es mich gepackt. Ich habe mir fest vorgenommen, jedes Mal mitzufahren», so der Hitzkircher.

Mit dem Legoauto rumfräsen

Während die Gefährte in der Kategorie 1 noch einigermassen nach einem «Teffli» aussehen, ist bei der Kategorie 3 alles erlaubt. Hauptsache, es ist ausgefallen. Ein ziemlich lautes Legoauto dreht geschickt seine Runden auf der Strecke, während ein Töff mit zwei Hinterrädern soeben am kleinen Hügel den Geist aufgegeben hat.

«Heute Morgen waren wir noch bis um neun Uhr mit Arbeiten beschäftigt.»

Team «Jamaica»

In einer Woche zum eigenen Gefährt

Nicht nur die Gefährte, sondern auch die Fahrer selbst sind dem selbst gewählten Motto entsprechend gekleidet. Da ist es wenig überraschend, dass auch «Cool Runnings» auf die Schippe genommen wird. «Wir haben am Montag kurzfristig einen Startplatz erhalten», sagen die drei Obwaldner, die sich soeben eine «Rasta-Perücke» übergestreift haben. Tag und Nacht hätten sie diese Woche gearbeitet, um ihren «Schlitten» zu bauen. «Heute morgen waren wir noch bis um neun Uhr mit Arbeiten beschäftigt.» Auf der Strecke lief dann leider nicht alles reibungslos (siehe Video).

Die Stimmung ist grossartig. Wenn nicht gerade die Moderatoren ein paar Sprüche zum Besten geben, schallt ein «Kari Kreidler»-Song aus den Lautsprechern. Und ausnahmslos, von Klein bis Gross, sind sich die Zuschauer einig: «Teffli-Rally isch huärä geil!»

Hier zeigen wir Ihnen noch mehr fetzige Bilder von der Rally:

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