Hier friert es sich am besten
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Wer sucht, der findet: Auch im Hochsommer bietet Luzern kühle Plätzchen. (Bild: cha)

Der «coolste» Laden in Luzern Hier friert es sich am besten

3 min Lesezeit 07.08.2015, 11:20 Uhr

Genug von Sommer, Sonne und Hitze? zentral+ machte sich mit einem Thermometer auf die Suche nach den kalten öffentlich zugänglichen Orten in Luzern. Unsere interaktive Karte zeigt, wo man sich am einfachsten abkühlt – und dies bei winterlichen 16 Grad.

Sommer: Die Sonne brennt, der Asphalt heizt sich auf und Schweiss perlt. Mitten in der Stadt zeigt das Thermometer 33 Grad Celsius an und die Luftfeuchtigkeit liegt bei 60 Prozent.

Für Winternostalgiker

Wer es gerne eisig mag, der begibt sich am besten in die hiesigen Supermärkte, denn da gibt es Klimaanlagen en masse. In der Migros-Filiale am Bahnhof zum Beispiel herrschen frostige 16 Grad. Ein Kälteschock sondergleichen. Beim Eintreten in den Laden stürzt das Thermometer regelrecht in den Keller – und die Schweissporen verschliessen sich abrupt. Wer es noch draufgängerischer mag, der stellt sich unmittelbar vor die Auslage mit Kühlprodukten. Aber Achtung: Ohne Behandlung braucht es gut drei Wochen, bis Frostbeulen verheilen.

Ebenfalls gut frieren lässt es sich in Tankstellenshops, wie in jenem des Grossverteilers Coop in Kriens. 17 Grad zeigt dort das Thermometer. Ein Eldorado für Winternostalgiker. Es wäre nicht sonderlich überraschend, wenn sich die eine oder andere Person in winterlicher Vollmontur in der Warteschlange finden liesse. Oder wenn auf einmal Pinguine durch die Regale watschelten. Viel exotischer wirkt da der Angestellte, der in kurzen Ärmeln die Produkte scannt.

«An der prallen Sonne kriege ich fast keine Luft. Hier ist es angenehm, man trifft Leute und kann sich mit allem versorgen.»

Kunde im Pilatusmarkt Kriens

So lässt es sich leben

Wer es hingegen lieber etwas heimeliger wünscht, dem stehen diverse Einkaufszentren für langanhaltende Frische zur Verfügung. Das Emmen Center (23 Grad), das Löwencenter (24 Grad) und der Pilatusmarkt (24 Grad) bieten nicht nur eine Vielfalt an Geschäften und Boutiquen, sondern mit Temperaturen knapp über 20 Grad auch gleich den idealen Wärmezustand.

Das wissen insbesondere die Menschen älteren Semesters zu schätzen, welche man zuhauf an solchen wohltemperierten Begegnungsstätten antrifft. «Wissen Sie, wenn man alt ist, sucht man sich den Weg des geringsten Widerstands», sagt ein älterer Herr im Pilatusmarkt. «An der prallen Sonne kriege ich fast keine Luft, hier ist es angenehm, man trifft Leute und kann sich mit allem versorgen.»

Der Herr ist ein echter Fachmann auf dem Gebiet des optimalen Temperierens: «Man muss unbedingt eine Jacke oder einen Pullover dabei haben», bentont er. Was paradox klingt, hat durchaus System, denn: «Ich bin sehr empfindlich auf Temperaturen. Wenn ich länger hier bin, wird es mir zu kühl.» Es geht nichts über eine ausgeklügelte Vorbereitung.

«In Überlandbussen kann es etwas kühler werden.»

Christian Bertschi, Kommunikationsbeauftragter VBL

On the road

Das ist ja alles schön und gut, wie aber umgehe ich den Gang über den brodelnden Asphalt, um diesen klimatisierten Garten Eden zu erreichen? Nicht verzagen, die VBL fragen. Denn auch deren Busse sind mit zentral geregelten 22-24 Grad auf Wohlfühlen eingestellt. Es ist aber Vorsicht geboten, denn die älteren Fahrzeugmodelle verfügen teilweise nicht über Klimaanlagen. Und noch ein Tipp vom VBL-Kommunikationsbeauftragten Christian Bertschi: «In Überlandbussen, bei denen die Haltestellen mitunter zwei bis drei Kilometer weit auseinanderliegen, kann es etwas kühler werden als bei Bussen, welche viele Haltestellen bedienen und dabei stets alle Türen öffnen.»

Am kühlsten ist es im neuen 1er, denn der hat ein nigelnagelneues Klimagerät an Bord, wie Bertschi verrät. Trotz der hohen Frequenz an auf- und zugehenden Türen vermöge es diese Anlage, eine angenehme Kühle im Innenraum zu verströmen. Die glühenden Strassen kommen gegen diese geballte Ladung an Eisesluft nicht an.

Auf einen Blick

Die untenstehende, interaktive Karte gibt eine Übersicht über potentielle Hitze-Exile. Die blau eingefärbten Geschäfte bieten Temperaturen unter 20 Grad – und sind nur für Hartgesottene geeignet. Etwas wärmer ist es an den gelb markierten Punkten (20-25 Grad), inklusive VBL-Busse. Zu meiden ist der rote Punkt. Wirklich, gehen Sie nicht dort hin, denn die Sonne ist gekommen, um zu bleiben.

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