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Hey Nachbar, darf ich mal kurz bei dir parkieren?
  • Politik
Einer der privat via App vermieteten Parkplätze in der Luzerner Neustadt. (Bild: jal)

Private Vermietungen sollen eingeschränkt werden Hey Nachbar, darf ich mal kurz bei dir parkieren?

3 min Lesezeit 1 Kommentar 24.05.2020, 12:00 Uhr

Der Luzerner Stadtrat will das Parkplatzteilen via App unterbinden. Dafür sollen Nachbarn ihre Parkplätze untereinander teilen dürfen – allerdings unter bestimmten Bedingungen.

Die Idee klingt bestechend: Parkplatzbesitzer vermieten während ihrer Abwesenheit ihren Platz und verdienen daran Geld. Diverse Apps bieten genau diesen Dienst an. Der gewünschte Effekt: Wer einen Parkplatz sucht, wird schneller fündig.

Der Luzerner Stadtrat hat sich mit solchen Apps beschäftigt. Dies als Teil seines kürzlich präsentierten Konzepts zur Autoparkierung (zentralplus berichtete).  Darin kommt der Stadtrat zu einem völlig anderen Schluss als die App-Entwickler: Das Teilen des Parkplatzes  mit einer unbestimmten Anzahl anderer Autofahrer führe:

  • zu Mehrverkehr
  • zur Beeinträchtigung anderer Verkehrsmittel
  • zu erhöhten Lärm- und Schadstoffemmissionen in den Quartieren

Der Stadtrat ist also, um es nett zu formulieren, kein Fan solcher Apps.

Stadtrat droht mit rechtlichen Schritten

In der Stadt Luzern hält sich das «Problem» der per App geteilten Parkplätze derzeit noch in engen Grenzen. Kaum zwei Dutzend der rund 50’000 privaten Parkplätze in der Stadt Luzern werden auf diese Weise feilgeboten.

Der Stadtrat vertritt in dieser Sache eine «Wehret den Anfängen»-Attitüde. Er verweist auf die Tatsache, dass diese Form der Vermietung gemäss heutiger Gesetzeslage nicht zulässig ist. «Eine solche Nutzung widerspricht der gesetzlichen Zweckbestimmung der Parkplätze», hielt Verkehrsdirektor Adrian Borgula an der Medienkonferenz zum oben erwähnten Konzept fest.

«Eine solche Nutzung widerspricht der gesetzlichen Zweckbestimmung der Parkplätze.»

Verkehrsdirektor Adrian Borgula

Von einem Gang vor Gericht will der Stadtrat absehen ­– für den Moment. Man werde die Nutzung solcher Apps beobachten. «Sollte die Anzahl der angebotenen  Parkplätze bedeutend zunehmen, müssten rechtliche Schritte gegen die Betreiber der Apps und die Vermieter in Betracht gezogen werden», steht im Parkierungskonzept.

Nachbarschaftshilfe innerhalb von 300 Metern

Die Grundidee der unerwünschten Apps – private Parkplätze besser auszulasten – ist aber auch im Sinne  des Stadtrates. Er macht folgenden Vorschlag: Das Weitervermieten eines Parkplatzes an Anwohner im Umkreis von 300 Meter soll erlaubt sein. Damit wird einerseits der öffentliche Grund entlastet, andererseits müssten theoretisch weniger private Parkplätze erstellt werden.

Bevor du jetzt den Hörer in die Hand nimmst, um deinem Nachbar ein Angebot zu unterbreiten, ein Wort zu den Bedingungen: Luzernerinnnen dürfen ihren privaten Parkplatz nur vermieten, wenn sie selber keinen brauchen. Das bedeutet: Es ist nicht erlaubt, seinen Parkplatz zu vermieten und das eigene Auto dank einer Dauerparkkarte für Anwohner trotzdem im Quartier abzustellen.

Verschiebung ins Parkhaus

Die Vermietung privater Parkplätze an Pendler soll so weiter unterbunden werden. Dies entspricht einem weiteren Hauptziel des Stadtrates: längeres Parkieren ins Parkhaus zu verlegen.

Der Bericht und Antrag zum neuen Autoparkierungskonzept soll im September vom Grossen Stadtrat behandelt werden.

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1 Kommentare
  1. Evelyne Ineichen, 24.05.2020, 13:38 Uhr

    Wieder einmal mehr typisch für die Stadt Luzern. Macht weiter so. Bald kommt niemand mehr in die Stadt, die tollen Geschäfte sind längst verschwunden, jeder Anreiz die Stadt zu besuchen, zu shoppen und einen Imbiss zu nehmen verschwindet immer mehr und mehr. Nur die gänzlich Naiven haben es noch nicht gescheckt. Leute geht in die wunderschöne Agglomeration. Dort sind die Geschäfte länger geöffnet und es hat genügend Parkplätze und erst noch viel günstiger. Dort sind wir noch willkommen und fühlen uns geschätzt.

    Danke Herr Borgula, Sie helfen tatkräftig mit, die wunderschöne Stadt und das Gewerbe in den Boden zu stampfen. Es fragt sich nur, wie lange noch?

Die zentralplus Redaktion wünscht Dir einen schönen Tag!

Wir möchten einfach kurz Danke sagen. Danke, dass du zentralplus liest.