Herrscht tatsächlich ein Fachkräftemangel?

2 min Lesezeit 10.02.2016, 10:29 Uhr

Die Zuger SP-Fraktion gelangt mit einer Interpellation an die Zuger Regierung. Und will wissen, ob im Kanton tatsächlich ein Fachkräftemangel herrsche. Und warum Unternehmen Fachkräfte aus dem Ausland holen, anstatt inländisches Personal anzustellen.

«Das Thema Fachkräftemangel ist omnipräsent», schreibt die Zuger SP in ihrer Interpellation. Firmen monieren, ihren Personalbedarf nicht oder nur mit grossen Anstrengungen – insbesondere durch qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland – decken zu können.

Gleichzeitig sind Menschen auf Stellensuche – finden trotz Qualifikation und unzähligen Bewerbungen keine Stelle. «Selbst Personalfachkräfte vermelden, dass sie zahlreiche Bewerbungen erhalten; viele Bewerberinnen und Bewerber seien für die Stelle qualifiziert oder überqualifiziert», so der Vorstoss.

Die SP ist der Meinung, dass die Arbeitslosenzahlen des Kantons, basierend auf der Quote des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO), ungenügend seien. Sie würden nicht die tatsächliche Erwerbslosigkeit abbilden und internationale Normen nicht erfüllen.

Die Arbeitslosenquote des SECO messe nur die bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren registrierte Stellensuchenden. Im Januar 2016 betrug die Arbeitslosenquote in der Schweiz 3,8 Prozent, im Kanton Zug 2,6 Prozent.

Die Erwerbslosenquote der internationalen Arbeitsorganisation (ILO) misst hingegen die Anzahl Personen, die in der Referenzwoche nicht erwerbstätig waren, in den letzten vier Wochen aktiv Arbeit gesucht haben und zur Aufnahme einer Tätigkeit innerhalb von zwei Wochen verfügbar wären. Die Erwerbslosenquote nach ILO war dementsprechend in der Schweiz um 1,1 Prozent höher. Für den Kanton Zug wird die Erwerbslosenquote nach ILO nicht publiziert.

Die SP stellt die Frage, ob tatsächlich Fachkräftemangel herrsche? Zu klären sei, ob die Arbeitergeber/innen sich vorwiegend aus Kostengründen für Fachkräfte aus dem Ausland entscheiden. Es sei unklar, wie der Kanton Zug den Nachweis für Fachkräftemangel erbringt und die notwendigen Massnahmen trifft, um den Ausschluss der Arbeitnehmer/innen vom Arbeitsmarkt zu verhindern.

Die SP stellt der dem Zuger Regierungsrat folgende Fragen:

  • Worauf basiert seine Analyse bzw. sein Nachweis des Fachkräftemangels (Umfrage bei Unternehmen)?
  • Auf welchen Indikatoren basiert die Analyse?
  • Berücksichtigt die Regierung die Erwerbslosenquote gemäss ILO in ihrer Analyse?
  • Was sind die Gründe, dass Arbeitgeber/innen qualifizierte Arbeitnehmer/innen nicht anstellen und Fachkräfte aus dem Ausland rekrutiert werden?
  • Kann ausgeschlossen werden, dass die Arbeitergeber/innen sich vorwiegend aus Kostengründen für Fachkräfte aus dem Ausland entscheiden?
  • Wie schätzt die Regierung das Ausmass des Fachkräftemangels ein und welche Massnahmen trifft sie, um den Ausschluss der Arbeitnehmer/innen vom Arbeitsmarkt zu ver- hindern?

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