Jetzt Community-Mitglied werden und profitieren!
Herr Brack, sind Sie der Totengräber der Tante-Emma-Lädeli?
  • Wirtschaft
Fernsehmann und Rallyefahrer, Bauernbub und Pilot: Online-Pionier Roland Brack mit Fitnesstrainerin Jessica Müller. (Bild: hae)

50 Fragen an ... Onlinehändler Roland Brack Herr Brack, sind Sie der Totengräber der Tante-Emma-Lädeli?

15 min Lesezeit 28.11.2019, 05:00 Uhr

Er ist ein gefeierter Selfmademan und ein Hansdampf in vielen Gassen: Roland Brack, Unternehmer und Onlinehändler, Fernsehmann und Rallyefahrer, Bauernbub und Pilot. Vor allem aber Chef der Onlinebude Brack, die auch in Willisau zu Hause ist. Eine Begegnung vor dem «Black Friday» zwischen 300 Robotern, 200 Angestellten und 1 Personal Trainerin.

Er redet ruhig und besonnen, mit leiser Stimme. Doch der kleine Roland Brack mischt von Willisau aus gross den Online-Handel auf: In den ehemaligen Lego-Fabrikhallen verpacken 200 Mitarbeitende jährlich 1,7 Millionen Pakete für brack.ch. 

Der Onlinehandel-Pionier nimmt sich Zeit für überlegte Antworten, ist dann nach anderthalb Stunden Gespräch auch noch bereit, den Journalisten persönlich durch die riesigen Hallen zu führen. Um dort die 300 Packroboter und 200 Mitarbeitenden vorzuführen, während draussen zwei Kräne noch grössere Hallen bauen.

Unterstütze Zentralplus

Wirkt Roland Brack beim Gespräch eher ernst und reserviert, taut der TV-erprobte Manager beim Fotoshooting plötzlich auf: Ohne zu zögern steigt er auf eine Palettenbeige und posiert mit mimischem Kraftausdruck gerne an der Seite seiner Personal Trainerin Jessica Müller. Die beiden strahlen happy, denn sie wissen: «Erfolg macht sexy.» 

1. Roland Brack, Sie gelten für viele als Händler der Zukunft: Wie fühlen Sie sich als Pionier des Onlinehandels?

Grundsätzlich fühle ich mich deshalb nicht besser als ein normaler Mensch. Für mich stand von Anfang an im Zentrum, meinen Job gut zu machen. So, dass die Kunden zufrieden sind. Solange das gelingt, bin ich auch zufrieden. 

2. Wir stehen vor dem aus den USA importierten «Black Friday», dem 29. November. Wie wichtig ist der geworden?

Der hat an Wichtigkeit gewonnen, was ich bedaure. Unsere Aufgabe ist es, den Kunden das ganze Jahr über attraktive und faire Preise zu garantieren.

3. Gibt es neue Tendenzen im Onlinehandel, etwa das Tempo?

Es ist bei uns selbstverständlich, dass man die Ware, die man gestern bestellt hat, heute erhält. Und wenn es noch schneller gehen sollte, dann wird es zwangsweise noch teurer. Same-day-Delivery ist noch nicht Standard – das bleibt eine sehr kleine Nische. Die Auslieferung geschieht über Nacht, am Tag ist der Verkehr ja viel grösser.

«Fürs Lädelisterben kann man Onlinehändler kaum verantwortlich machen. Es ist ja der Kunde, der entscheidet, wo er einkauft.»

4. Es geht bei Brack seit 25 Jahren stetig voran: Wie sieht die Entwicklung Ihres Geschäftes aus?

Es gibt in diesem Geschäft Platz für die Grossen und für die ganz Kleinen, die eine Nische besetzen. Die Mittelgrossen haben es schwer. Deshalb wollen wir zu den Grossen gehören. Es braucht die Veränderung, das Neue und Dinge auszuprobieren. Ich bin ein schlechter Verwalter. Wenn es in meiner Firma mal keine Innovation mehr gibt, bin ich nicht mehr der Richtige. Aber da muss man keine Angst haben … 

Chef von 700 Angestellten

Roland Brack (46) gründete 1994 seine eigene Firma. Später entstand daraus die Competec-Gruppe, zu der unter anderem der Onlineshop Brack.ch gehört. Dieser ist heute der grösste unabhängige Onlinehändler der Schweiz. Die Gruppe mit Hauptsitz im aargauischen Mägenwil beschäftigt über 700 Personen, davon rund 200 im Logistikzentrum Willisau. 2018 stieg der Gruppenumsatz um 9 Prozent auf 724,7 Millionen Franken, Brack verschickte 1,7 Millionen Pakete aus dem Zentrallager in Willisau.

5. Andere haben Angst vor Ihnen, Sie sagen: Brack ist der Totengräber der Tante-Emma-Läden. Wie gehen Sie damit um?

Das sehe ich nicht so. Fürs Lädelisterben kann man Onlinehändler kaum verantwortlich machen. Es ist ja der Kunde, der entscheidet, wo er einkauft. Und wir decken dieses Bedürfnis ab. Meine Mission sehe ich eher darin, Wertschöpfung in der Schweiz zu behalten, anders als etwa im Modebereich Zalando: Dieser Händler ist bereits mit grossem Abstand führend, ohne einen Mitarbeiter in der Schweiz zu beschäftigen. Ausserdem sorgt der Onlinehandel auch dafür, dass kleine Firmen Marktzugänge und Chancen erhalten, die früher nicht möglich gewesen wären. Ich sage jeweils: Es ist nicht mehr so, dass die Grossen die Kleinen fressen, sondern die Schnellen die Langsamen.

6. Entwicklungen lassen sich nicht aufhalten: Es braucht immer weniger Arbeiter. In den USA gibt es eine Apotheke, die von einem Roboter geführt wird. Fehlerlos, während herkömmlichen Apothekern noch rund 3 Prozent Fehler unterlaufen. Würden Sie da einkaufen?

Auf jeden Fall, ich probiere immer wieder gerne Neues aus. Ich würde das gerne erleben. Das mag zwar auf den ersten Eindruck befremdend wirken, auf der anderen Seite ist die Frage entscheidend, wie gut der Service ist. Wenn ich im Ausland bin und auf meinen Mietwagen in der Schlange vor einem Desk warte, würde ich mir oft wünschen, ein Roboter oder eine Maschine spuckte mir den Schlüssel schnell aus.  

Kleiner Mann ist stolz auf ein brummendes Unternehmen: Roland Brack in Willisau.

7. Haben Sie «Homo Deus» des israelischen Historikers Yuval Harari schon gelesen? Es geht in diesem Sachbuch darum, wie sich der Mensch der Zukunft nach Beendigung der grossen Probleme wie Krieg und Seuchen sowie des Welthungers selber «vergöttlicht»: Er will ewig leben – dank Medizin und konstanter Erneuerung der wichtigsten Organe einer reichen Schicht ermöglicht. Eine gute Entwicklung?

Grundsätzlich finde ich Innovationen immer toll. Aber man kann auch alles übertreiben. Wie weit will man da gehen, was macht Sinn?

«Der Friedhof ist voll von Leuten, die unersetzbar gewesen sind.»

8. Sie arbeiten ja gerne, werden vermutlich 120 Jahre alt – also könnten Sie bis 110 Brack führen. Keine tolle Aussicht?

Es ist tatsächlich so, dass ich mit meinen 47 Jahren schon die Hälfte meines Berufslebens hinter mir habe – darüber bin ich schon jetzt etwas traurig. Ich glaube, man muss auch wissen, wann man Platz machen sollte für andere. Wie sagt man so schön: «Der Friedhof ist voll von Leuten, die unersetzbar gewesen sind.» (lacht)

9. Überdies geht es im Buch «Homo Deus» um die Sinnfindung des Menschen. Die läuft je länger je weniger über die Arbeit. Wo finden Sie sonst noch Sinn?

Ich bin jemand, der gern arbeitet, aber ich geniesse auch das Leben gerne. Ich habe eine gute Sensorik für eine gesunde Work-Life-Balance. Eine gewisse Zeit kann ich sehr streng und ohne Unterlass arbeiten. Aber dann nehme ich mir immer wieder gerne eine Auszeit für eine Reise.  

10. Sie haben zwei schulpflichtige Kinder: Was sagen Sie denen, welche Schulbildung, Lehre oder Studien sie einschlagen sollen?

Sie sind sehr begabt und ich bin sehr stolz auf sie. Lehrlingsausbildung ist uns ein wichtiges Thema. Unsere Lernenden sind vor allem Mediamatiker und Informatiker, mit denen gehe ich immer auch mittagessen, um sie kennenzulernen. Da stelle ich leider immer fest, dass die wenigsten eine IT-Vorkenntnis haben oder eine Tastatur schnell bedienen können. Vom Programmieren ganz zu schweigen. Und wenn ich mir vorstelle, dass das die Besten sind, die zu uns kommen! Da staune ich, denn es gibt doch fast keinen Beruf mehr, in dem es ohne Informatik geht. Da haben wir Aufholbedarf.

«Der IT-Bereich und die Digitalisierung verändern die moderne Welt, und darin sind wir in der Schweiz in der Schulbildung zu wenig gut aufgestellt.»

11. Halten Sie unser Schweizer Schulmodell für tauglich?

Doch, grundsätzlich schon. Es gibt nebst der IT-Ausbildung auch andere Themen, die man diskutieren kann. Ich glaube, dass vor allem der IT-Bereich und die Digitalisierung die moderne Welt verändern, und darin sind wir in der Schweiz in der Schulbildung zu wenig gut aufgestellt. In der Schule könnte man mit dem doch locker und spielerisch umgehen. Die Kinder dafür zu begeistern, das findet einfach nicht statt. Schade. Da braucht es schon noch einen Ruck, der durch die Reihen geht.

12. In welchen Ländern ist das System besser?

Ich habe nicht gesagt, dass unser Schulsystem schlecht ist. Die digitalen Themen finden bei uns einfach zu wenig statt. Selbst in Entwicklungsländern wird da mehr gemacht. Uns geht es in der Schweiz halt wahnsinnig gut. Wir lernen lieber Musiknoten auswendig. Das ist ja zwar auch schön – aber ob man das fürs zukünftige Berufsleben braucht …?

13. Wie sieht es mit dem Schweizer Umfeld für Unternehmen aus?

Grundsätzlich haben wir gute Voraussetzungen. Die Regulierung nimmt allerdings ganz schnell zu. Es gibt immer mehr Vorschriften, weil die Verwaltungen auch die Digitalisierung nutzen und schneller neue Regeln schaffen.

14. Ihre Erfahrungen und Ihr Umgang mit chinesischen Unternehmern – viele haben doch Angst, von China überrollt zu werden?

Angst wäre der falsche Ausdruck. Im Moment fühlen wir uns, als ob wir mit Schwertern gegen Kanonen kämpften, die Chinesen verschicken die Ware billiger in die Schweiz, als wir sie im Inland versenden können. Und sie zahlen weder Zoll noch Mehrwertsteuer. Wir hingegen setzen auf Schweizerisches, denken regional.  

15. Als Architekt zieht es jeden ungeduldig Kreativen doch nach Dubai, wo es kaum Vorschriften gibt. Wie sieht es in Ihrer Branche aus: Weshalb geschäften Sie noch in der Schweiz?

Ich glaube, wenn man etwas im Ausland versucht, stellt man immer wieder fest: Es gibt auch dort Probleme, vielleicht halt andere. Ich bin viel auf Reisen, aber ich komme immer wieder gerne in die Schweiz zurück. Ich fühle mich wohl im konstanten Start-up-Modus, befasse mich gerne mit den Dingen, die für eine Start-up-Firma wichtig sind. Die Schweiz ist ein sehr innovatives Land.  

16. Wie sieht es in der Luzerner Provinz Willisau aus: Wie vielen Menschen geben Sie hier Arbeit, wie viele Pakete gehen täglich raus? Ein paar Zahlen, bitte.

Ich habe 700 Angestellte total, 500 sind am Hauptsitz in Mägenwil AG, 200 hier in Willisau. Hier lassen wir an einem guten Tag 15’000 Pakete heraus, das sind etwa 15 Sattelschlepper. Das ist erheblich, aber wir sind weit davon entfernt, alle Strassen zu blockieren.

17. Würden Sie hier auch arbeiten wollen?

Mir ist an beiden Orten wohl, ich bin alle zwei Wochen mal hier in Willisau. Ich habe Freude an der Technik, am Gebäude – und auch an der ländlichen Landschaft. Ich habe die Abwechslung von Willisau gerne neben dem Hauptsitz. 

18. Ist Ihr Lager im Kanton Luzern wegen der tiefen Firmensteuern?

Das ist nicht der Grund, weshalb wir hier sind. Aber sicherlich auch kein Nachteil. (lacht) Wir sind wegen der ehemaligen Legohalle hier, 2011 versuchten wir in der Nähe des Hauptsitzes etwas zu machen oder zu finden. Das erwies sich als sehr schwierig. Der Umzug nach Luzern war ein Befreiungsschlag. Und uns ist wohl in Willisau: Die Zusammenarbeit mit den Behörden ist hervorragend. Auch mit den Vereinen, mit den Mitarbeitern. Von der Mentalität her passt mir das sehr: Ich komme ja auch vom Land. Und Willisau liegt nicht fernab, sondern mitten in der Schweiz. Ich bin im Fricktal aufgewachsen, also auch auf dem Land. Die ländliche Mentalität liegt mir nah. Denn auf dem Land zählt ein Wort noch etwas.  

19. Was mögen Sie sonst an der Innerschweiz?

Die Landschaft, die an die Berge grenzt. Für mich als Fricktaler ist das Alpenpanorama toll. In Engelberg habe ich zudem noch eine Ferienwohnung, meine Kids haben dort auch das Skifahren gelernt.

21. Wieso bleibt Ihr Firmensitz im Aargau – Sie könnten ihn doch auch nach Luzern zügeln.

Der Sitz der Competec Logistic AG ist hier in Willisau. Dazu gibt es eine Holding und verschiedene Tochtergesellschaften, deren Hauptsitz ist in Mägenwil, und dort arbeiten am meisten Angestellte. Dort brauchen wir viele Spezialisten: fürs Marketing, die Entwicklung, für jede Produktsparte. Wir rekrutieren bis nach Bern und Basel und Winterthur. Mägenwil ist im Autobahnkreuz ideal gelegen. In Willisau hätten wir eh nicht genug Büros.

Energischer Blick, starker Brand: Roland Brack in seinem Willisauer Betrieb.

22. In Mägenwil ist also das Hirn Ihrer Unternehmen, in Willisau sind die Hunderte Arme, die das Ganze verteilen. Stimmt das so?

Das kann man so sagen, wobei ich den Leuten in Willisau nicht Kompetenz absprechen will …

23. Das war ohne Wertung gemeint … Welches sind die Bestseller Ihres Angebotes, das mehr als 200’000 Artikel aufweist?

Die Sortimente, mit denen wir gestartet haben, also vor allem die Unterhaltungselektronik, sind umsatzmässig immer noch am stärksten. Aber die neuen Sortimente wachsen schneller: Drogerie, Lebensmittel, Supermarktssortimente. 

24. Bei so viel Angebot: Haben Sie den Überblick und verzetteln Sie sich nicht?

Es ist ein laufender Prozess, und deshalb sind wir nach Produktewelten vorgegangen. Wir haben heute fast die gesamte Produktepalette, jetzt müssen wir die einzelnen Sortimente komplettieren und versuchen, sie qualitativ zu optimieren.

25. Kleider sind kein Thema für Sie?

Nein, das macht Zalando sehr gut. Es ist ja auch ein äusserst sensibler Markt.

26. Warum ist das Einkaufen per Mausklick rund um die Uhr immer beliebter? 

Weil das Angebot und die Zuverlässigkeit des Onlinehandels von Tag zu Tag besser werden. Heute kann ein Kunde per Mausklick manches Produkt bequemer aussuchen, als wenn er einen Laden betritt. Denn ein komplexer Produktebeschrieb wird ihm online mit Bildern, Videos und hilfreichen Anleitungen eingehend erläutert. So kann sich der Kunde schneller und umfassender informieren. Es gibt objektiv ein besseres Einkaufserlebnis.

27. Was würden Sie selber nie online einkaufen?

Kleider sind für mich nicht ganz einfach, ich muss es bequem haben – deshalb eher im Laden. Meistens per Zufall unterwegs auf Reisen. Wenn ich Kleider bewusst suche, finde ich sie eh nicht. Typisch Mann! (lacht)

28. Wo gehen Sie Esswaren einkaufen?

Neuerdings versuche ich das alles auch bei Brack, seit wir neu auch Lebensmittel anbieten. Aber nach wie vor bin ich da altmodisch: Ich kaufe gerne frische Lebensmittel in der Nähe ein, in einem überschaubaren Laden. So etwa das Brot beim Bäcker, das Fleisch beim Metzger.

29. Welches sind Ihre grossen Leidenschaften?

Ganz vieles, weil ich mich gerne für neue Dinge begeistern lasse. Ich betreibe nichts extrem, setze lieber auf ein breites Angebot. Ich mache viel Sport – Biken, Fitness, Skifahren – aber alles in Massen. Dafür lieber verschiedenes.

30. Sport scheint Ihnen wichtig: Sie arbeiteten mit einer eigens engagierten Fitnesstrainerin. Immer noch? 

Ausdauer, Körpergewichtstraining, wenn es abends nicht geht, dann morgens. Jessica Müller ist oft dabei, weil sie sich auf meinen Zeitplan anpassen kann. Ins Fitnesscenter geht bei mir nicht. Ich war begeistert, was Jessica mit mir innerhalb eines Monats als Vorbereitung auf «Ninja Warriors» geschafft hat. Und: Ohne Druck geht bei mir nichts. Ich muss mich für vieles zwingen. In der Schule machte ich immer alles auf den letzten Drücker. Das ist auch heute noch so.

Roland Brack (Mitte) drängt Verleger-Mogul Jürg Marquard (rechts) in der TV-Expertenrunde locker an den Rand.

31. Sie scheinen Geschmack am TV gefunden zu haben und machten neben der «Höhle des Löwen» auch bei «Ninja Warrior Switzerland» mit – die «Bilanz» nannte Sie darauf «TV-Krieger». Sie warfen sich in die Arena und massen sich mit Spitzensportlern auf einem anspruchsvollen Hindernisparcours. Weshalb?

Das war auch ein Abenteuer. Als Kind habe ich gerne Abenteuersendungen wie «Spiel ohne Grenzen» geschaut – das war faszinierend.

«Bruno Manser hat eine bewegende Geschichte: ein Schweizer, der sich für die Urwaldbewohner einsetzt und seither als verschollen gilt.»

32. Bei welchem Film waren Sie zuletzt gerührt?

Bei dem neuen Schweizer Kinofilm über das Schicksal von Bruno Manser. Eine bewegende Geschichte: ein Schweizer, der sich für die Urwaldbewohner einsetzt und seither als verschollen gilt.

33. Sie lieben Speed und machen mit Ihrem Team «outofcontrol» an Autorallyes mit. Wie haben wir uns das vorzustellen?

Es ist eine Mischung aus Abenteuer und einem Teamerlebnis in einer Gruppe von vier bis sechs Personen. Du bist in der Natur unterwegs und strandest in abgelegenen Orten, an die du sonst nie und nimmer hinkommst. Im Himalaya, in den Anden oder in den rumänischen Karpaten fernab der Zivilisation unterwegs zu sein, macht mir weit mehr Spass als eine Städte­reise. Der Kitzel ist konstant da, weil das Gelände oft auch gefährlich ist. Und Taktik ist wichtiger, als einfach nur Gas zu geben.

So ehrlich präsentiert sich Roland im TV-Trailer:

34. Sie machten eine Lehre als Elektromechaniker, liebäugelten mit einer Militärpilotenkarriere, studierten dann Elektrotechnik. Was für Autos fahren Sie als Technik-Aficionado?

Einen Tesla Model S, den habe ich gebraucht gekauft. Tipptopp, ich habe sehr Freude dran. Wir sind mittlerweile auch zu einem der grössten Händler von Ladekabeln und -Stationen für Elektroautos geworden. Nebst dem Tesla fahre ich als Autofreak noch ein Cabriolet: einen Dodge Viper. 

35. Liegen Sie auch manchmal am Strand rum, oder anders gefragt: Brack und Nichtstun, passt das auch zusammen?

Das mache ich schon auch gerne – aber nicht eine Woche lang oder auch am gleichen Ort. Wenn ich auf Reisen bin, dann mit einem Mietauto das Land entdecken. Ich buche oft gar kein Hotel im Voraus, sondern lasse mich treiben.

36. Und jetzt noch ein bisschen Human Touch: Eine Lehre, die Ihnen Ihre Mutter punkto Frauen mitgegeben hat?

Ich habe nie verstanden, was sie mir hat sagen wollen (schmunzelt)

«Ich bin der Wolf im Schafspelz.»

37. Mit welchem Tier soll man Sie am besten vergleichen?

Ich bin der Wolf im Schafspelz. 

38. Wer ist der sexiest Mann aller Zeiten?

Ich habe immer die Filme von Arnold Schwarzenegger geschaut. Er hat eine beispiellose Karriere gemacht – auch noch in die Politik. Doch das wäre nichts für mich.

«Meine erste grosse Leinwandliebe war Sophie Marceau.»

39. Und eine Frau?

(Er ringt um eine Antwort) Meine erste grosse Leinwandliebe war Sophie Marceau in «La Boum – die Fete».

40. Was ist Luxus für Sie?

Unabhängig zu bleiben und auch mal spontan auf Reisen gehen zu können.  

41. Was war für Sie als Kind Ihr Traumberuf?

Pilot. Aber da hatte ich Illusionen: Das ist wie ein Buschaffeur, einfach in höheren Sphären. Sprich: Es wäre mir zu langweilig.

42. Wann tanzen Sie? 

Immer gerne, wenn es Gelegenheit dazu gibt und ich Lust dazu habe. Ich bin musikalisch total unbegabt, musste als Tanzschüler den Kurs zweimal wiederholen. Jetzt bin ich froh, habe ich das durchgezogen (lacht).

43. Glauben Sie an Gott?

Nein. Religion ist der Auslöser ganz vieler Konflikte und Glaubenskriege. Mancherorts wird der Glauben für schlechte Sachen vorgeschoben. Ich glaube: Es ist wichtiger, ein guter Mensch zu sein, als der richtigen Religion anzugehören.

44. Ihre drei Markenzeichen, die wichtigsten Eigenschaften, sind … 

Ich kann Ruhe bewahren, auch in hektischen Zeiten, ich bin sehr offen für Neues und auch zielstrebig.

45. Schreiben Sie Tagebuch?

Nein, keine Zeit. Wenn, dann lese ich online. Oder Wirtschaftsmagazine wie «Bilanz», «Manager Magazin» oder «BrandEins». 

46. Was wird einmal auf Ihrem Grabstein stehen?

Wahrscheinlich mein Name. Fitnesstrainerin Jessica Müller ergänzt: Und eine Krone des Löwen …

47. Ihr Lebensmotto? 

Lieber pragmatisch vorwärtskommen, als perfekt stillstehen. Das ist mein Lieblingssatz, der unsere Unternehmenskultur umschreibt. 

«Ich will nicht wie Richard Branson oder Elon Musk auch noch auf den Mond.»

48. Haben Sie Visionen?

Keine, ich will nicht wie Richard Branson oder Elon Musk auch noch auf den Mond. Aber ich bleibe abenteuerlustig, jedoch ohne rastlos zu sein … 

Lieber in Willisau als auf dem Mond: Roland Brack.

49. Weihnachten steht vor der Tür. Für Sie auch ein wichtiges Geschäft?

Im Rekordmonat November erzielen wir rund 30 Prozent mehr Umsatz als im Juli. Das Winterhalbjahr ist für uns generell die strengste und umsatzstärkste Zeitspanne.  

50. Und wie verbringen Sie die Festtage?

Ich treffe mich meist mit der Familie, mit meinen engsten Freunden. Mit den Eltern, der Schwester, den Nächsten meiner Partnerin. Weihnachtsbaum, gutes Essen und alles Drum und Dran. Es wird ein Gang zurückgeschaltet. Dennoch ist Weihnachten für mich nicht immer die einfachste Zeit, da ich mich getrennt habe und meine zwei Kinder nicht bei mir leben. An Weihnachten wird mir unweigerlich bewusst: Es gibt Familien mit mehr Harmonie. 

War dieser Artikel nützlich für Dich?

Ja

Nein

Dieser Artikel hat uns über 1000 Franken gekostet. Löse ein freiwilliges Abo und hilf uns, Artikel wie diesen auch in Zukunft anzubieten.

CHF

Deine Meinung ist gefragt!

Um kommentieren zu können, musst Du auf zentralplus eingeloggt sein. Bitte logge dich ein oder registriere dich jetzt und profitiere von den Vorteilen für z+ Community Mitglieder.

Deine Meinung ist gefragt!

0 Kommentare