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Hereinspaziert! Ab 1. Mai werden die Luzerner Läden länger offen sein
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Im Kanton Luzern lässt es sich bald etwas länger shoppen. (Bild: Emanuel Ammon/AURA)

Kantonsrat stimmt Liberalisierung definitiv zu Hereinspaziert! Ab 1. Mai werden die Luzerner Läden länger offen sein

3 min Lesezeit 1 Kommentar 27.01.2020, 10:46 Uhr

Der Luzerner Kantonsrat hat am Montag einer leichten Ausdehnung der Ladenöffnungszeiten zugestimmt. Ab dem 1. Mai sind die Geschäfte wochentags bis 19 Uhr, am Samstag bis 17 Uhr geöffnet.

Wer abends noch kurz was fürs Nachtessen kaufen oder am Samstag länger shoppen möchte, kann sich freuen: Im Kanton Luzern werden die Ladenöffnungszeiten ab dem 1. Mai ausgeweitet.

Ab dem 1. Mai 2020 gilt: Wochentags bis 19 statt 18.30 Uhr und am Samstag bis 17 statt 16 Uhr. Im Gegenzug fällt einer der beiden Abendverkäufe weg. Der Kantonsrat hat am Montag einer entsprechenden Anpassung des Ruhetags- und Ladenschlussgesetzes zugestimmt.

Klare Zustimmung nach einem langen Weg

Den Grundstein für die neue Lösung legten Vertreter aus der Wirtschaft, den Gewerkschaften und der Politik an einem runden Tisch. Sie einigten sich auf die leichte Ausweitung – und konnten damit im Unterschied zur Vergangenheit den kritischen Detaillistenverband und die Gewerkschaften ins Boot holen (zentralplus berichtete).

Und auch im Kantonsrat zeigte sich bereits früh, dass der Vorschlag mehrheitsfähig ist. Im Dezember stimmte das Parlament der Gesetzesänderung in erster Lesung deutlich zu, knapp zwei Monate später brachte es sie definitiv unter Dach und Fach. Der Kantonsrat stimmte der Ausweitung der Ladenöffnungszeiten mit 102 zu 13 Stimmen bei 4 Enthaltungen zu.

Sorge um die Angestellten

Obwohl es nach wie vor kritische Stimmen gibt. Insbesondere der grüne Kantonsrat Andreas Hofer aus Sursee machte sich – wie bereits im Dezember – für den Status Quo stark. Die geplante Ausdehnung bezeichnete er als «Blödsinn». Die zusätzliche halbe Stunde würde vielen Angestellten die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben, etwa in Vereinen, erschweren, argumentierte Hofer.

«Wenn ich erst um 18.45 Uhr in die Bäckerei gehe, kaufe ich nicht zwei Brote.» 

Andreas Hofer, Grüne

Andreas Hofer beantragte deshalb, den Ladenschluss wochentags bei 18.30 Uhr beizubehalten. Auch, weil die Verlängerung der Öffnungszeiten keinen Mehrumsatz generiere. «Wenn ich erst um 18.45 Uhr in die Bäckerei gehe, kaufe ich nicht zwei Brote», so Hofer.  

Regierungsrat Paul Winiker (SVP) verwies hingegen darauf, dass sich die Gewohnheiten der Konsumenten geändert hätten, die «Tankstellenshops boomen». Es sei aber insbesondere der Detaillistenverband selber gewesen, der diesem Kompromiss zugestimmt habe. Er plädierte dafür, die «bescheidene Änderung» der Ladenöffnungszeiten anzunehmen. Hofers Antrag, wochentags beim Status Quo zu bleiben, scheiterte deutlich. Er fand nicht mal in der eigenen Fraktion durchgehende Zustimmung.

Grüne wollten Volksabstimmung erzwingen

Ebenfalls abgelehnt wurde Andreas Hofers zweiter Antrag: Er verlangte, dass die Änderung dem obligatorischen Referendum unterstellt werde. Er erhoffte sich, die Ausweitung der Öffnungszeiten mittels Volksabstimmung bodigen zu können. Denn in den letzten Jahren scheiterten gleich drei Versuche für liberalere Ladenöffnungszeiten an der Urne. Doch auch damit fand er keine Mehrheit.

Wollen die Gegner die neuen Ladenöffnungszeiten dem Volk vorlegen, müssen sie innert 60 Tagen die nötigen 3’000 Unterschriften sammeln. Die City Vereinigung, die sich eine weitergehende Ausweitung der Ladenöffnungszeiten gewünscht hätte, teilte indes bereits im Dezember mit, dass man darauf verzichten werde. Zu einer unheiligen Allianz von Befürwortern des Status Quo und Liberalisierungsturbos dürfte es also nicht kommen. Auch die SP, in deren Reihen sich ebenso kritische Stimmen finden, hat sich Mitte Januar gegen ein Referendum entschieden.

Sollte es dennoch dazu kommen, so erklärte Regierungsrat Paul Winiker am Rande der Diskussion, wäre eine Anpassung der Ladenöffnungszeiten nicht per 1. Mai umsetzbar.

Abendverkauf: Gemeinden legen Tag fest

Noch zu regeln ist die Frage des Abendverkaufs. An den vielen Orten findet der Abendverkauf aktuell am Donnerstag und Freitag statt, mancherorts auch am Mittwoch oder nur an einem Abend. Wie dies in Zukunft geregelt wird, entscheidet jede Gemeinde selber.

Um strittige Diskussionen zu verhindern, können die Gemeinden sogar für einzelne Ortsteile unterschiedliche Verkaufstage für den Abend festlegen. Das kommt insbesondere der Stadt Luzern zugute: Denn in der Altstadt hat sich der Donnerstag bewährt, in Littau ist traditionell der Freitagabend beliebter (zentralplus berichtete).

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1 Kommentare
  1. Peter Lehmann, 27.01.2020, 12:36 Uhr

    Eine Diskussion, wie sie nur im Provinzkaff Luzern geführt werden kann. Selbst ein Ladenschluss um 19 Uhr ist der heutigen Zeit nicht mehr angepasst. Man sieht ja, wie die Läden im Bahnhof, wie auch Tankstellenshops jeweils nach Ladenschluss und am Wochenende vollgestopft sind, die Nachfrage ist definitiv da. Also sollten die Läden – Entsprechend der gesellschaftlichen Entwicklung – länger geöffnet haben DÜRFEN. Es zwingt sie anschliessend niemand, den gesetzlichen Rahmen auch auszunützen.
    Aber immerhin ist die jetzige Anpassung ein Schritt in die richtige Richtung. In ein paar Jahren – wenn sich flexible Onlineangebote definitiv durchsetzen – ist der nächste Schritt dann überfällig.

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